NLA: HC Kriens-Luzern siegt – trotzdem Sommerferien

Der HC Kriens-Luzern gewinnt das Spiel gegen St. Otmar St. Gallen am Samstag zwar, die Tordifferenz ist aber zu wenig hoch. Das Torverhältnis spricht gegen die Zentralschweizer und somit ist deren Playoff-Traum geplatzt.

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Topskorer Vukasin Stojanovic (2. v. rechts) des HC Kriens-Luzern kämpft gegen die Spieler von St.Otmar St.Gallen. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Topskorer Vukasin Stojanovic (2. v. rechts) des HC Kriens-Luzern kämpft gegen die Spieler von St.Otmar St.Gallen. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Wie gewonnen, so zerronnen: Der HC Kriens-Luzern gewinnt sein letztes Finalrundenspiel gegen St. Otmar St. Gallen mit 29:28 und schliesst damit punktemässig zu den Playoff-Plätzen auf. Der Sieg aber fiel um 10 Tore zu wenig hoch aus, womit die Rechnung schnell gemacht ist: Der HCK geht in die Sommerferien, St. Otmar spielt in den Playoffs weiter.

Die Lehre daraus: Wer alle vier Punkte gegen den Absteiger liegen lässt, darf sich am Schluss nicht über 10 fehlende Tore beklagen: So kann man die Saison des HC Kriens-Luzern zusammenfassen. Denn selbst im letzten Spiel der Saison siegten die Zentralschweizer Handballer gegen einen höher Klassierten. Das Team kämpfte um den Sieg, um die zwei Punkte und die Ehre, punktemässig zu den auf Rang 4 liegenden Ostschweizern aufzuschliessen.

Daniel Fellmann (links) und Yves Mühlebach bedanken sich bei den Fans. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
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Tobias Baumgartner vom HC Kriens-Luzern wird von den St. Gallern Marcel Engels (links) und Jakub Szymanski gebremst. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Tobias Baumgartner vom HCK (rechts) gegen Vedran Banic. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Der Krienser Daniel Fellmann beim Abschluss. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Boris Stankovic beim Abschluss. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Daniel Fellmann vom HCK. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Topskorer Vukasin Stojanovic. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Boris Stankovic wird am Torschuss gehindert. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
HCK-Topskorer Vukasin Stojanovic wird von zwei St. Gallern gebremst. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Boris Stankovic beim Abschluss. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Daniel Fellmann beim Abschluss. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Daniel Fellmann (links) und Yves Mühlebach bedanken sich bei den Fans. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Die Verrücktheit fehlte

Mehr lag an diesem Abend nicht drin. Von der ersten Minute an schien klar: Dieses Team würde für einen Sieg und damit einen versöhnliche Abschluss der Saison alles tun. Aber für die grosse Sensation fehlte so etwas wie die letzte Verrücktheit, fehlte der Schuss Wahnsinn und die allerletzte Verbissenheit, die es halt braucht, wenn man in einer «Mission impossible» erfolgreich sein will. Der HCK-Fanclub klopfte und wirbelte zwar in gewohnt souveräner Manier - aber typisch eben, auch dieser Funken wollte nicht auf das Maihof-Publikum überspringen.

Ein gutes Beispiel dafür waren an diesem Abend vor einer schönen Kulisse die Siebenmeter: 21 Minuten waren gespielt, da war mit Nik Tominec nach Stojanovic und Stankovic schon der dritte HCK-Schütze, der sich vom Siebenmeterstrich versuchen durfte. Dass auch er mit einem Heber an Otmar-Keeper Galia scheiterte, war an diesem Abend irgendwie symptomatisch: Viel guter Wille, aber die letzte Entschlossenheit, den Siebenmeter halt nicht lässig, sondern mit Brachialgewalt ins Tor zu bugsieren, die fehlte.

Der HC Kriens-Luzern war nach einem verschlafenen Start zwar meist auf der Siegerstrasse – aber nie auf jener des Gewinners. Denn St. Otmar verwaltete sein Plus in der Tordifferenz geschickt. Mit Haken und Ösen teilweise – aber sie verwalteten es eben. «Cleverness» ist halt auch eine Erfolgskomponente im Leistungssport. Und die ging dem HCK in der laufenden Saison in einigen Spielen ab. In der Schlusspartie gegen St. Otmar war das nicht mehr zu korrigieren.

Auch nicht mit einer sehr offensiven Spielsweise, die nach der Pause gewagt wurde. Für weitere Plustore blieb Tobi Baumgartner stets hinter Otmars Mittelmann für Anstauber. Das Experiment scheiterte, Otmar schien darauf vorbereitet und nutzte den zusätzlichen Platz gnadenlos aus.

11 Tore im Minus waren zu viel

Dazu: Wer mit minus 11 Toren ins Spiel geht, der darf - um das Duell (und nicht nur das Spiel) - zu gewinnen, in dieser Partie keine 20 Tore bekommen. Am Schluss hatte St. Otmar 28 Tore erzielt. Klar zu viel, um irgendwie an der Sensation zu schnuppern. Nie fand der HC Kriens-Luzern wirklich ein gutes Mittel in der Deckung. Letztlich war der HCK auch nie wirklich aggressiv und wach genug und musste teilweise einfache Tore einstecken. Typisch dafür die Startphase, als es der HCK verpasste, die Ostschweizer wirklich unter Druck zu setzen und nervös zu machen. Mehr noch: Die Zentralschweizer kamen selber in Rücklage und mussten zuerst dies korrigieren.

Da nützte es auch nur noch bedingt, dass das Team am Schluss resultatmässig aufdrehen konnte. Denn die Ostschweizer hatten längst gemerkt, dass ihnen der Playoff-Platz nicht mehr zu nehmen war. Immerhin aber kämpfte der HCK um den Sieg – bis zum Schluss. Auch wenn er während 60 Minuten zu weit weg vom Wunder der 11 Tore war.

28 Spiele – 15 Mal nicht verloren, 14 Mal gewonnen. 6 von 10 Spielen der Finalrunde gewonnen. An sich eine gute Bilanz der Saison 2014/15. Beim genaueren Blick zeigt sich sogar, dass insbesondere die beiden Niederlagen gegen Suhr (seit gestern als Absteiger fixiert) und jene gegen den BSV Bern schmerzen. Sie waren es, die dem HCK letztlich den sicheren, sorgenfreien Playoff-Platz kosteten. Ansonsten aber gilt es, den Hut zu ziehen. Und darauf zu hoffen, dass die Mannschaft den «Mini-Rückschritt» des verpassten Playoffs als Lehre mitnimmt, dass ein konstant hohes Leistungslevel ohne ärgerliche und nunnötige Punktverluste der Schlüssel zum Erfolg ist.

Zuerst aber wird das Team jetzt die Saison analysieren. Ferien wird es zwar auch noch geben. Zuerst aber heisst es klar: Nach der Saison ist vor der (nächsten) Saison. Deshalb wird die Mannschaft auch in den kommenden Woche Blessuren auskurieren – und nach einer kurzen Pause die Grundlagenarbeit für die neue Saison in Angriff nehmen.

Kriens-Luzern - St. Otmar St. Gallen 29:28 (16:13)

Maihof, Luzern. - 1000 Zuschauer. - SR Jergen/Zaugg. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 5mal 2 Minuten gegen St. Otmar St. Gallen.

Kriens-Luzern: Portmann/Schelbert (19.-45.); Fellmann (4), Mühlebach, Spengler (1), Vögtli, Gwerder (1), Stojanovic (1), Baviera (1), Stankovic (7/1), Baumgartner (4/1), Tominec (5), Schramm (5), Hofstetter.

St. Otmar St. Gallen: Galia/Kindler (für 1 Penalty); Pendic, Brücker (5), Fröhlich (2), Wild (4), Babak (7/2), Eberle, Szymanski (2), Wetzel (3), Banic (5), Engels.

Bemerkungen :Strafen - Kriens 1, St. Otmar 5 x 2 Minuten. Verschossene Penalties: 4:1. 7. Stojanovic verschiesst Penalty (2:3); 8. Babak verschiesst Penalty (2:3); 17. Stankovic verschiesst Penalty gegen Galia (8:7); 22. Tominec verschiesst Penalty gegen Galia (10:10); 52. Baumgartner verschiesst Penalty. HC Kriens-Luzern ohne Blättler.

J.P. Chenet Best Player Award:  Daniel Fellmann (HC Kriens-Luzern), Martin Galia (St.l Otmar).

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern / spe / si