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No Go oder Weckruf von Schwegler? Luzern-Legende Wehrli: «Das hätten wir uns nicht erlaubt»

Bevor Luzern morgen Donnerstag (21.00, SRF 2) bei Espanyol in Barcelona antritt, ist eine Kontroverse um die Kritik von Spielern entbrannt.
Daniel Wyrsch
Der Luzerner Verteidiger Christian Schwegler (rechts) am letzten Sonntag im verlorenen Heimspiel gegen den Thuner Nicola Sutter. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, 11. August 2019)

Der Luzerner Verteidiger Christian Schwegler (rechts) am letzten Sonntag im verlorenen Heimspiel gegen den Thuner Nicola Sutter. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, 11. August 2019)

Der erfahrene FCL-Profi Christian Schwegler (35) hatte am Sonntag nach der 0:2-Heimpleite gegen Thun und dem Pfeifkonzert der eigenen Fans einen dicken Hals. Im Interview mit «Teleclub»-Moderatorin Natalie Barros musste der Frust über die Nulltore-Ausbeute gegen Thun, Espanyol Barcelona (0:3), Servette (0:1) und Zürich (0:0) raus. Der frühere RB-Salzburg-Spieler atmete tief durch, um ehrlich zu erklären, wie er mutiger spielen lassen würde, damit der Torflaute Abhilfe verschafft werden könnte: «Wir müssten versuchen, weiter vorne zu attackieren, damit wir schneller vor dem gegnerischen Tor sind.»

Bumm! Das war mal eine konkrete Aussage eines Profis. In einem Geschäft, wo bereits die U16-Nachwuchskicker von Trainern und Medienspezialisten dazu angehalten werden, sich ja nicht kritisch zu äussern, sind die authentischen Aussagen Schweglers fast eine Offenbarung biblischer Dimension.

Jedenfalls hielt Schwegler nicht zurück, was ihn beschäftigt. Der Verteidiger kommt mit seiner Verbaloffensive wie ein Kontrastprogramm zu Cheftrainer Thomas Häberli (45) daher. Der Seetaler verhält sich seit dem spielerisch mangelhaften Saisonstart im Gegensatz zu Schwegler äusserst defensiv – um nicht zu sagen passiv.

Trainer Häberli zeigt sich dünnhäutig

Mehr als Allgemeinsätze zum mysteriösen plötzlichen Abgang von Leistungsträger Christian Schneuwly und zur damit qualitativ dünn gewordenen Personaldecke hat Häberli nicht von sich gegeben. Nach der landesweiten Schelte für den Mutlos-Auftritt im Hinspiel gegen Espanyol zeigte sich der Coach zwei Tage vor der Partie gegen Thun dünnhäutig. Die lokalen Journalisten mussten ohne brauchbare Quotes in die Redaktionen zurück.

Doch gerade in der noch angespannteren Situation nach drei Niederlagen in der Vorwoche, stellt sich die Frage, wie Häberli mit Schweglers Äusserungen umgeht. Klar ist: Beim FCL hat es deswegen rote Köpfe gegeben. Stellung nehmen werden die betroffenen Personen aber frühestens in der Medieninformation etwas mehr als 24 Stunden vor dem Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Espanyol in Barcelona, wie Medienchef Markus Krienbühl sagt.

«Giftzahn» Wehrli: «Der Trainer war die oberste Instanz»

Schweglers Aussagen sorgen auch bei ehemaligen Luzern-Spielern für Diskussionsstoff. Roger Wehrli, der Meistercaptain von 1989, verurteilt diese Art der Kritik: «Früher hätten wir uns solche Dinge nicht erlauben können. Der Trainer war für die Spieler die oberste Instanz.» Und: «Nicht einmal ich hätte mich getraut, solche Aussagen zu machen.» Der 63-jährige Wehrli hatte einst für seine gefürchteten Verbalattacken auf dem Platz und im eigenen Team den Übernamen «Giftzahn» bekommen.

Roger Wehrli war Meistercaptain des FC Luzern in der Saison 1988/89. (Bild: Boris Bürgisser)

Roger Wehrli war Meistercaptain des FC Luzern in der Saison 1988/89. (Bild: Boris Bürgisser)

Namensvetter Roland Schwegler: «Es geht weniger um Taktik»

Roland Schwegler (37), von 2007 bis 2010 beim FCL tätig und aktueller Cham-Trainer in der Promotion League, gibt Wehrli einerseits recht: «Normalerweise sollte man zuerst mit dem Coach reden.» Aber der mit dem aktiven Luzern-Fussballer Schwegler nicht verwandte Fussball-Experte findet dennoch: «Christian ist ein sehr erfahrener Spieler, der im Ausland viel erreicht hat. Er will aufrütteln, dabei geht es weniger um Taktik.» Für Roland Schwegler ist das ein Weckruf nach dem Motto: FCL erwache!

Das gilt besonders, wenn die Innerschweizer morgen Donnerstag (21.00, SRF 2) im Rückspiel der 3. Runde der Europa-League-Qualifikation in Barcelona auf den letztjährigen La-Liga-Siebten Espanyol treffen.

Der neue Cham-Trainer Roland Schwegler spielte zwischen 2007 und 2010 für den FCL als Profi. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 07. August 2019)

Der neue Cham-Trainer Roland Schwegler spielte zwischen 2007 und 2010 für den FCL als Profi. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 07. August 2019)

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