Nun droht das Ausscheiden in den Playoffs: Zug United gerät in Rücklage

Zwei Niederlagen innert 24 Stunden: Die Zuger NLA-Unihockeyaner liegen im Playoff-Viertelfinal gegen Wiler-Ersigen mit 2:3 hinten.

Ruedi Burkart
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Der Zuger Luca Graf (rechts) versucht sich gegen die Wiler-Ersiger Abwehr durchzusetzen.

Der Zuger Luca Graf (rechts) versucht sich gegen die Wiler-Ersiger Abwehr durchzusetzen.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 20. März 2021)

2:7-Heimdebakel am Samstag, 2:5-Auswärtsniederlage gestern Sonntag – nach zwei ernüchternden Auftritten stehen die Zuger mit dem Rücken zur Wand. In der Best-of-7-Serie gegen Titelverteidiger Wiler-Ersigen liegen sie nach fünf absolvierten Partien mit 2:3 in Rückstand. Mit anderen Worten: Verlieren sie auch das nächste Spiel am kommenden Samstag in Zug, ist die Saison bereits vorbei. Gleichen sie jedoch zum 3:3 nach Siegen aus, steigt tags darauf in Kirchberg die «Finalissima» um den Einzug in den Halbfinal.

Zug-Verteidiger Tobias Flütsch wählte in der zweiten Drittelspause der Samstagspartie klare Worte. Mit seinem Team lag er 1:3 in Rückstand und meinte auf die Frage des Livestream-Reporters, wie man dieses Spiel gegen einen routiniert auftretenden Gegner noch zu drehen gedenke, mit einem Augenzwinkern:

«Wir müssen dagegenhalten. De cherid mer de Cheib.»

Aus den guten Vorsätzen wurde indes nichts, die Zuger konnten nichts mehr «kehren». Problemlos spielte der Favorit aus dem Bernbiet die Partie herunter, schoss bis zum Abpfiff noch vier Tore und zeigte den wackeren Zugern – bei denen Emil Julkunen nach dem ersten Drittel verletzt zuschauen musste – erstmals in dieser Serie die Grenzen auf. Warum Zug-Headcoach Nicklas Hedstal seine bislang so erfolgreich agierende dritte Linie nicht mehr gegen die dritte Formation von Wiler spielen liess, bleibt sein Geheimnis. Erfolgreich war die Rochade nicht, Zug verlor mit 2:7.

Gestern Abend kehrten die Zuger zum «Courant normal» zurück, Zugs Formation mit den «jungen Wilden» traf wieder auf Wilers dritten Block um Topskorer Dudovic. Und die Zentralschweizer legten los wie die Feuerwehr, Captain Tim Mock traf nach nur 84 Sekunden zur Führung. Trotzdem gelang das Break im Gegensatz zur Vorwoche nicht mehr. Denn spätestens nach dem Ausgleich zum 1:1 durch Patrick Mendelin (10. Minute) trat Wiler unwiderstehlich auf, Pylsy sorgte noch vor der zweiten Pause mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 4:1 für die Vorentscheidung. Schliesslich gewann Wiler-Ersigen mit 5:2.

Ohne Namen, aber mit Torriecher

Er ist der einzige «Namenlose» bei den Zugern, der 19-jährige Andri Flütsch. Weil der Bruder von Verteidiger Tobias Flütsch (23) die Saison im Kader der U21-Junioren begonnen hatte, ist für den Stürmer kein personalisiertes Trikot gedruckt worden. So trägt er – der im Nachwuchs mit der 52 auf Torejagd gegangen war – nun die Nummer 54 ohne Namenszug. Doch spätestens seit Beginn der Playoffs ist der ehemalige Junior der Zuger Highlands eine feste Grösse in der NLA-Mannschaft. In der nominell dritten Angriffsformation haben er und seine Nebenleute Yannick Rubi und Jerome Schmidiger bislang gegen Wiler-Ersigen das eine oder andere Ausrufezeichen setzen können. Bemerkenswert: Von den bislang 12 Zuger Playoff-Treffern gehen deren 5 auf das Konto der Flütsch-Linie. «Ich habe ab Januar nur wegen der schweren Verletzung von Alex Larsson überhaupt in der 1. Mannschaft trainieren dürfen», erinnert sich Flütsch, «und konnte ein wenig schnuppern bei den Grossen. Und jetzt spiele ich in den Playoffs. Das ist ziemlich cool.» Für den weiteren Verlauf der Saison ist der Shooting Star zuversichtlich.

«Wir werden am nächsten Wochenende den Halbfinaleinzug schaffen.»

Bleibt zu hoffen, dass Andri Flütsch Recht behält und die Zentralschweizer die Woche hindurch in den Trainings wieder Mut fassen. Gehen sie wieder ähnlich konzentriert und fokussiert an die Sache wie in den ersten drei Duellen mit Wiler-Ersigen, ist für sie die Saison noch lange nicht zu Ende.

Unihockey, Männer

Playoffs. Viertelfinals (Best of 7). 4. Runde. Samstag: Waldkirch St. Gallen (8.) – Grasshoppers (1.) 4:11 (2:1, 1:6, 1:4). Zug United (5.) – Wiler Ersigen (4.) 2:7 (0:0, 1:3, 1:4). Rychenberg Winterthur (6.) – Malans (2.) 5:4 (1:1, 1:1, 2:2, 0:0) n. P. Langnau (7.) – Köniz (3.) 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0.0) n. P.

5. Runde. Sonntag: Grasshoppers – Waldkirch-St. Gallen 6:3 (1:1, 3:0, 2:2); Schlussstand 4:1. Wiler Ersigen – Zug United 5:2 (2:1, 2:0, 1:1); Stand 3:2. Malans – Rychenberg Winterthur 8:4 (0:2, 2:1, 6:1); Stand 3:2. Köniz – Langnau 4:7 (3:3, 0:2, 1:2); Stand 3:2.

Zug – Wiler-Ersigen 2:7 (0:0, 1:3, 1:4)
Kantonsschule Zug. – 0 Zuschauer. – SR Brunner/Büschlen.
Tore: Bürki (Affolter) 0:1. 26. Rubi (Schmidiger) 1:1. 28. Hollenstein (Pylsy) 1:2. 38. Louis (Penalty) 1:3. 45. Dudovic 1:4. 51. Affolter (Pylsy) 1:5. 58. Louis (Mutter/Zug ohne Torhüter) 1:6. 60. Hollenstein (Pylsy) 1:7. 60. Mock (T. Flütsch) 2:7. – Strafen: keine. – Bemerkungen: Pfostenschüsse Andersson (40./50.), Mock (55.). – Zug von 51. bis 58. ohne Torhüter.

Wiler-Ersigen – Zug United 5:2 (2:1, 2:0, 1:1)
Grossmatt, Kirchberg BE. – 0 Zuschauer. – SR Hohler/Koch.
Tore: 2. Mock 0:1. 10. Mendelin (Pylsy) 1:1. 19. Pylsy (Bürki) 2:1. 32. Mendelin (Pylsy) 3:1. 38. Pylsy (Mendelin) 4:1. 47. Bachmann 4:2. 58. Louis (Zug ohne Torhüter) 5:2.
Strafen: keine. – Bemerkungen: 60. Nilsson hält Penalty von Louis. Zug von 56. bis 58. ohne Torhüter.