Volleyball
Nun ist seine Routine gefragt: Luca Müller will mit Volley Luzern den ersten Sieg

Volley Luzern absolviert einen Doppeleinsatz. Aussenangreifer Luca Müller strebt mit seinem Team nach dem ersten Saisonsieg.

Stephan Santschi
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 Luca Müller (links) am Netz: Von ihm erhofft Volley Luzern viele Punkte.

Luca Müller (links) am Netz: Von ihm erhofft Volley Luzern viele Punkte.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 10. Oktober 2021)

Eine weitere Hiobsbotschaft für Volley Luzern: Bruno Jukic zog sich im Spiel gegen Lausanne eine Fussverletzung zu, fällt vier Wochen aus. Neben Tim Köpfli (Daumen), Marcel Häfliger (Ermüdungsbruch im Mittelfuss) und Irian Mika (Handbruch) ist er bereits der vierte Akteure, der dem Team in der Startphase der neuen NLA-Saison fehlt. Auf dem Transfermarkt sind die Luzerner deshalb nochmals aktiv geworden. (siehe Kasten).

Umso wichtiger ist, dass jene, die einsatzbereit sind, ihre Leistung abrufen – so wie beispielsweise Luca Müller.

«Keiner ist Fan von Doppeleinsätzen, doch zumindest einen Sieg wollen wir am Wochenende mitnehmen»,

sagt der 28-jährige Aussenangreifer vor dem Heimspiel am Samstag gegen Schönenwerd (17 Uhr, Bahnhofhalle) und der Partie am Sonntag in Glarus gegen Näfels (17 Uhr, Kantonsschule). Wie das ganze Team hat sich Müller am letzten Wochenende trotz der 1:3-Niederlage gegen Lausanne gesteigert, mit zahlreich gelungenen Offensivaktionen war er sogar hauptverantwortlich für den zwischenzeitlichen Satzausgleich zum 1:1. Am Ende war er mit 16 Punkten der zweitbeste Skorer seines Teams.

Schmerzen im Knie kehren zurück

Eine Leistung, die nicht selbstverständlich ist, fungierte Luca Müller in den letzten beiden Jahren bei Amriswil doch als Libero. Der 12-fache Schweizer Internationale mutierte vom Angriffs- zum Defensivspieler, weil ihm dies im Profiteam der Thurgauer einen Stammplatz sicherte und weil er damit auch seine Knie schonen konnte.

«Ich musste meine Software überschreiben und mir neue Automatismen aneignen. Ich darf zum Beispiel nach der Ballannahme nicht mehr nach vorne ans Netz rennen»,

erzählte der 1,88 Meter grosse Linkshänder damals. In diesem Sommer wechselte Luca Müller wieder zu Volley Luzern, für das er bereits zwischen 2016 und 2018 gespielt hatte. Damit einher ging die Rückkehr auf seine angestammte Position als Aussenangreifer. Die Umstellung fiel ihm weniger schwer als erwartet, «ich hatte nicht meine ganze innere Festplatte gelöscht, das Spielverständnis war nicht einfach weg», erzählt er mit einem Schmunzeln. Etwas mehr Sorgen bereitet ihm der physische Aspekt. «Diese Position ist viel anstrengender», erzählt Müller, die vielen Sprünge haben Auswirkungen auf seine Knie, vor allem auf der linken Seite macht sich wieder das sogenannte Jumpers knee bemerkbar.

Die wiedergewonnenen Freiheiten, sich am Netz ins Spiel der eigenen Mannschaft einzubringen, schätzt Luca Müller indes sehr. Als Libero war er nach erfolgter Defensivaktion jeweils machtlos, konnte keinen Einfluss auf die Verwertung des Angriffsball nehmen. «Ich ärgerte mich zuweilen darüber, wenn der Ball nach einer spektakulären Verteidigung in der Offensive auf unüberlegte Weise vergeben wurde», sagt er. Das sei ihm nun bewusst, wenn er selbst für eine gelungene Aktion abhebt,

«ich klopfe dann nicht rücksichtslos auf den Ball, sondern agiere analytischer».

Mit seiner Routine will er dem Team eine Stütze sein, erst recht in der jetzigen Situation mit den vielen Absenzen. «Wenn das Spiel angepfiffen ist, blende ich aus, wer uns fehlt und dass wir kaum wechseln können.» Dann will er nur eines: den ersten Sieg in dieser Saison mit Volley Luzern.

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