Nun nimmt der EV Zug auch den Angstgegner ZSC Lions ins Visier

Am Freitag (19.45 Uhr) tritt der EV Zug bei den ZSC Lions an. Gegen den amtierenden Meister können die Zentralschweizer auf vier Ausländer zählen: Der US-Amerikaner Brian Flynn gibt sein Début.

René Barmettler
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Entwarnung bei Dennis Everberg: Er wird am Freitag in Zürich spielen. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Entwarnung bei Dennis Everberg: Er wird am Freitag in Zürich spielen. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Ein Zaungast des gestrigen Trainings in der Academy-Arena stellte zufrieden fest: «Dennis trainiert voll mit.» Dennis Everberg, Ausländer Nummer sechs in dieser Saison, schied am Dienstag im Spiel gegen Genève-Servette (5:2) mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung aus. Dieser bewahrheitete sich glücklicherweise nicht, der Schwede trainierte mit vollem Einsatz und teilte auch Checks aus.

Weil David McIntyre und Carl Klingberg noch einige wenige Wochen ausfallen werden, hat Sportchef Reto Kläy reagiert und den US-Amerikaner Brian Flynn aus der American Hockey League bis Saisonende verpflichtet. Flynn traf gestern Nachmittag ein, und EVZ-Trainer Dan Tangnes bestätigte, dass die Spielbewilligung für das heutige Spiel bereits vorliege. Damit stellt Ausländer Nummer sieben sicher, dass die Zentralschweizer im Zürcher Hallenstadion das Kontingent von vier Importspielern ausschöpfen können. Das ist insofern wichtig, als der EVZ gegen die Zürcher zuletzt sechsmal hintereinander verloren hat. Ärgerlich war vor allem der letzte Auftritt, als die Zuger bis kurz vor Spielende (57:39) 2:1 in Führung lagen, danach durch Denis Hollenstein den Ausgleich kassierten und Maxim Noreau in der Verlängerung auch noch der Siegtreffer gelang. «Leider hörten wir zehn Minuten vor Ende zu spielen auf», resümierte Tangnes den schliesslich verunglückten Auftritt beim eigentlich angeschlagenen Gegner. Der ZSC quält sich wie im Vorjahr durch die Qualifikation und hat bereits wieder den Trainer entlassen.

Die ZSC Lions liessen sich zuletzt vorführen

Der Einstand von Arno Del Curto darf mit Fug und Recht als misslungen bezeichnet werden. Einem 4:1-Heimsieg gegen die SCL Tigers stehen zwei Niederlagen gegenüber. 0:1 in Langnau, und beim 2:7 in Freiburg liessen sich die Zürcher sogar vorführen. Der Meister gibt also weiterhin Rätsel auf, und Del Curto gab nach der Niederlage gegen Got­téron gegenüber der NZZ zu verstehen: «Wir brauchen mehr Zug aufs Tor. Es dauert lange, lange, lange, das zu ändern.» Nun weiss man, dass der 62-jährige Bündner gerne übertreibt, aber die Zahlen sind eben doch alarmierend: Zug erzielte in 35 Partien bisher 27 Treffer mehr als die Lions in deren 36. Bei den Gegentreffern sieht die Lage nicht besser aus: EVZ 69, ZSC 92.

Zeit also für die Zuger, den Angstgegner ins Visier zu nehmen. Trainer Tangnes sagt: «Wir haben uns vorgenommen, in der Qualifikation sämtliche Gegner zu bezwingen.» Gegen alle anderen hat dies der EVZ bereits erledigt. Doch weshalb tut er sich gegen diese Zürcher permanent schwer? «Ich kann nicht für die vergangenen Jahre sprechen. Aber sie haben eine gute Mannschaft mit vielen guten Spielern. Sie hat bisher eine harte Saison und einen Trainerwechsel erlebt», sagt Tangnes und fügt hinzu: «Wir müssen unsere beste Leistung zeigen.»

Das dürfte durchaus zutreffen, denn gegen den EV Zug zeigt sich der ZSC jeweils im Stande, eine starke Leistung abzurufen. Den Ausfällen wegen Verletzungen von Goalie Tobias Stephan, den Stürmern Dario Simion und wohl auch Dominic Lammer entgegnet Dan Tangnes: «Verletzungen kommen und gehen. Wir nutzen die Chance, um in andere Spieler zu investieren.» Kein Gejammer also, schliesslich hat der EVZ auch mit sogenannten Rumpfteams schon so oft überzeugen können.