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«Nun wollen wir diesen Pokal»

Am Dienstagabend können die Spono Eagles mit einem Sieg in der Finalissima gegen Brühl St. Gallen zum fünften Mal Meister werden. Goalie Tamara Aegerter will den Gegner ein letztes Mal zur Verzweiflung bringen.
Stephan Santschi
Tamara Aegerter zieht heute Abend ein letztes Mal den Dress der Spono Eagles über. (Bild: Corinne Glanzmann (Nottwil, 6. November 2017))

Tamara Aegerter zieht heute Abend ein letztes Mal den Dress der Spono Eagles über. (Bild: Corinne Glanzmann (Nottwil, 6. November 2017))

Die Steigerung im zweiten Finalspiel am Samstag war frappant. Prägten zwei Tage davor bei der 29:31-Niederlage in Nottwil noch Ungenauigkeit und Nervosität das Spiel der Spono Eagles, so war es in St. Gallen die pure Überzeugung. Keine Chance hatte der LC Brühl bei der 24:31-Niederlage, der erste Matchball im Meisterkampf blieb ungenutzt, heute Dienstag kommt es damit zum alles entscheidenden Spiel in der SPZ-Halle in Nottwil (19.30 Uhr).

«Wir wussten schon unmittelbar nach dem ersten Spiel in der Kabine, dass wir uns selber geschlagen hatten. Und wir wussten, dass wir es besser können. Es brauchte keinen mega Schwur, um uns auf die zweite Partie einzustimmen», erzählt Spono-Goalie Tamara Aegerter. «Hätten wir wieder verloren, wäre die Sommerpause gekommen. Das wollten wir unbedingt vermeiden.»

Sie, die bald 29-jährige Torhüterin, ragte am letzten Samstag mit Rückraumspielerin Lisa Frey aus dem geschlossenen und gut harmonierenden Kollektiv heraus. Im Verlauf der ersten Halbzeit war sie für die glücklose Lea Schüpbach eingewechselt worden und liess sich bis zum Schluss elf Paraden mit einer vorzüglichen Abwehrquote von 43 Prozent notieren. «Zunächst hatte ich nicht das Gefühl, sehr gut im Spiel zu sein. Dann aber sprachen Kleinigkeiten für mich, wie etwa ein Wurf an den Pfosten, der nicht noch ins Tor fällt. In der zweiten Hälfte hatte ich dann einen Lauf», sagt Aegerter und fügt schmunzelnd an: «Ich habe sogar eine Zweiminutenstrafe herausgeholt, obwohl dies nicht meine Absicht war.» Die Ostschweizerin Jennifer Murer fühlte sich ob des Freudenschreis des erfolgreichen Goalies derart provoziert, dass sie sich zu einer Undiszipliniertheit hinreissen liess.

Zwei Würfe an den Kopf mit Folgen

Für Tamara Aegerter war das Spiel in St. Gallen Teil einer zufriedenstellenden zweiten Saisonhälfte. Zwar hat sie in dieser Saison ihren Nummer-1-Status an Schüpbach verloren, doch schon im Cup-Halbfinal gegen ihren Ex-Klub Thun war sie im Verlauf der Partie von der Bank gekommen und ihrem Team auf dem Weg zum 27:25-Sieg eine grosse Hilfe gewesen. «Für mich lief es zuletzt immer besser. Ich hatte in dieser Saison zwar nicht wahnsinnig viel Spielzeit. Das ist aber kein Problem, solange Lea gut spielt. Und das tut sie ja.» Seit einem Jahr trägt Aegerter in ihren Einsätzen ein Stirnband – nicht, um den Schweisstropfen Einhalt zu gebieten, sondern als mentale Stabilität. Im Frühjahr 2017 kassierte sie nämlich innert dreier Monate zwei Mal einen harten Wurf an den Kopf und fiel wochenlang mit einer Hirnerschütterung aus. «Ich fühle mich wieder gut, das Stirnband gibt mir zusätzlich Sicherheit», erklärt Aegerter. Dazu brauchte sie übrigens extra eine schriftliche Genehmigung des Verbandes. Tragen darf sie es nur, weil es keine festen Bestandteile enthält.

Heute Abend geht die Karriere von Tamara Aegerter mit dem Schlusspfiff zu Ende – nach drei Spielzeiten bei den Spono Eagles, mit denen sie bisher einmal die Meisterschaft, den Cup und den Super Cup gewann. Nicht wegen ihrer Ersatzrolle, wie sie hervorhebt, sondern weil «ich eine Pause und mein Körper Erholung braucht. Ich schliesse jedoch nicht aus, dass ich irgendwann wieder Handball spielen werde, wenn ich es vermissen sollte.»

Die Berner Oberländerin, die vor ihrem Wechsel nach Nottwil für ihren Stammklub RW Thun spielte und bis 2016 Teil des ­Nationalteams war, wird vorderhand in Oberkirch wohnhaft bleiben. «Mir gefällt mein Job», erklärt Aegerter, die in Buttisholz als Metallbaukonstrukteurin arbeitet. Künftig freut sie sich auf mehr Freizeit mit Freund Fabian Zürcher, einem Handball-Schiedsrichter. Oder auf Stand-up-Paddling im Sempachersee.

Zunächst aber kommt es ­heute Abend zum Showdown im Meisterkampf mit dem LC Brühl. «Wir wollen noch mehr zur Sache gehen als am Samstag. Wir haben ein breites und starkes Kader, wir haben die Meisterschaft dominiert, und nun wollen wir diesen Pokal», stellt Aegerter klar. Vielleicht braucht es auch wieder die Paraden der Torhüterin, die auf so wirkungsvolle Weise in die Bresche springen kann.

Hinweis
Frauen SPL1. Playoff-Final (best of 3). 3. Runde. Dienstag (19.30, SPZ, Nottwil): Spono Eagles – Brühl St. Gallen. – Stand 1:1.

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