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Bei Real Madrid ist nur das Beste gut genug

Am Ostersonntag (16.15 Uhr) spielt Real Madrid gegen Bilbao. Doch die Königlichen haben die verpatzte Saison schon abgehakt – und wollen im Sommer den grossen Umbruch einleiten.
Carsten Meyer
epa07480155 Real Madrid's President Florentino Perez delivers a speech during the presentation of remodeling project of Santiago Bernabeu Stadium in Madrid, Spain, 02 April 2019. The remodeling of the stadium and its surroundings will affects an area of 82,807 square meters. EPA/Emilio Naranjo

epa07480155 Real Madrid's President Florentino Perez delivers a speech during the presentation of remodeling project of Santiago Bernabeu Stadium in Madrid, Spain, 02 April 2019. The remodeling of the stadium and its surroundings will affects an area of 82,807 square meters. EPA/Emilio Naranjo

Florentino Pérez ist keiner, der zur falschen Bescheidenheit neigt. Der Mann ist schliesslich Präsident von Real Madrid, da gehört ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zur Stellenbeschreibung. Entsprechend wenig überraschend war auch die Ankündigung des 72-Jährigen anlässlich der Präsentation des Stadionumbaus, der im Sommer starten und bis 2022 abgeschlossen sein soll. Die Kosten werden über eine halbe Milliarde Franken betragen, und was Pérez sich davon erwartet, ist klar: «Das schönste, beste und modernste Stadion der Welt.»

Darunter macht es Real Madrid nicht.

Die Besten wollen sie auch auf dem Platz sein, was in dieser Saison aber so gar nicht gelingen will. In der Champions League rausgeflogen, im Pokal rausgeflogen und in der Liga als Dritter fast schon beschämende 13 Punkte hinter Spitzenreiter FC Barcelona. Für ein Team, das die Königsklasse zuvor dreimal in Folge gewinnen konnte, ein sportlicher Totalschaden. Ein Umstand, der viel Kredit bei den Fans und zwei Trainer (Julen Lopetegui und Santiago Solari) den Job gekostet hat.

«Das hat uns Angst eingeflöst»

Also griff Pérez Anfang März zum Telefon und wählte eine ihm sehr bekannte Nummer. Am anderen Ende der Leitung: Zinédine Zidane, Status: Vereinsikone.

Trotzdem kam diese Personalie auch für Insider ziemlich überraschend. Schliesslich war der Franzose nach zweieinhalb höchst erfolgreichen Jahren erst im Sommer zurückgetreten – weil er die aktuelle Entwicklung vorhergesehen hatte. Nun also wurde er Nachfolger seiner Nachfolger. «Der Präsident hat mich gebeten, zu helfen», sagt Zidane schon fast entschuldigend, «da konnte ich nicht Nein sagen.» Das klingt äusserst ehrenhaft, dürfte aber nur ein Teil der Wahrheit sein. Zusätzlich dürfte ihn auch motiviert haben, dass er wohl mit weitreichenden Befugnissen bei der Kaderzusammenstellung ausgestattet wurde. Im Sommer gab es da angeblich noch unterschiedliche Auffassungen. Wäre es nach Zidane gegangen, wäre Cristiano Ronaldo wahrscheinlich geblieben und Gareth Bale verkauft worden. Real behielt Bale und verkaufte Ronaldo. Sagen wir es so: In der langen Geschichte des Fussballs gab es schon bessere Ideen.

Der Portugiese fehlt seinem Ex-Club an allen Ecken und Enden. «Die Erkenntnis, dass wir diesen Spieler, der aus dem Nichts Tore gemacht hat, nicht mehr haben», sagt Daniel Carvajal, «hat uns Angst eingeflösst und viele Punkte gekostet.» Das sieht Zidane ähnlich: «Man kann machen, was man will: Aber Cristiano kann nicht ersetzt werden. Er ist weg. Und wir können Spieler bringen, die aber nicht das tun, was er getan hat.» Ein freundlich verpackter Glattstrich für die Übriggebliebenen.

130 Millionen für Hazard?

Um Abhilfe zu schaffen, wird Zidane im Sommer voraussichtlich auf Shopping-Tour gehen, bis die Kreditkarte glüht. Der Transfer von Innenverteidiger Eder Militao (FC Porto) für 56 Millionen Franken ist schon fix. Aus Chelsea wird wohl Flügelflitzer Eden Hazard für 130 Millionen kommen. Und auch sonst wird über fast jeden Namen spekuliert, der im Weltfussball einen guten Klang hat.

Zidane jedoch weigert sich in der Öffentlichkeit bisher beharrlich, Substanzielles zu dieser Diskussion beizutragen. Sein Standardsatz zum Thema Zukunftsplanung lautet: «Das werden wir sehen.» In einem aber ist sich der 46-Jährige sicher: «Das Team wird in der kommenden Saison viel stärker und wieder wettbewerbsfähig sein.» Ins «Realmadrilenische» übersetzt bedeutet dies: Wir werden Titel gewinnen.

Etwas anderes würden auch weder Fans noch Florentino Pérez akzeptieren.

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