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Nur noch halb so viele Tennisprofis

Die ATP hat eine Revolution in Gang gesetzt. Die Challenger-Turniere werden aufgewertet, die Events darunter zählen nicht mehr für die Weltrangliste. Das muss auch in der Schweiz zu einem Umdenken führen.
Marcel Hauck (SDA)
Kann von den neuen Strukturen profitieren: der Schweizer Marc-Andrea Hüsler, der gestern in Gstaad ausschied. (Bild: Peter Schneider/Keystone)

Kann von den neuen Strukturen profitieren: der Schweizer Marc-Andrea Hüsler, der gestern in Gstaad ausschied. (Bild: Peter Schneider/Keystone)

Aktuell erscheinen in der ATP-Weltrangliste nicht weniger als 1966 Spieler. Für die ATP viel zu viele. Die Vereinigung der Profitennisspieler strebt eine Straffung der Strukturen und vor allem eine stärkere Separierung der ambitionierten Profis von den Mitläufern an. Deshalb stellten sie am Dienstag eine Reform der mittleren Turnierebene vor, die Auswirkungen auf die unteren Stufen hat. Wichtigste Neuerung: Unterhalb der Challenger-Stufe wird es ab 2020 keine Weltranglistenpunkte mehr zu gewinnen geben.

Auch sonst werden die Challenger-Turniere, der Unterbau der ATP, deutlich aufgewertet. Die Einzelfelder werden von 32 auf 48 Spieler erhöht, das Mindest-Preisgeld auf 70 000 Dollar angehoben, die Unterkunft neu vom Turnier übernommen und die medizinische Betreuung ausgebaut. Das Ziel ist klar: Es sollen mehr Tennisspieler – vor allem im Bereich zwischen 200 und 500 der Weltrangliste – von ihrem Sport leben können.

«Der Kuchen bleibt in etwa gleich gross, aber weniger Sportler teilen ihn unter sich auf», erklärt Alessandro Greco, Leiter Spitzensport bei Swiss Tennis, dazu. «Was vor allem auch für die im hinteren Bereich der reduzierten Weltrangliste klassierten Spieler grössere Stücke gibt.» Die ATP will weniger Pseudo-Profis. Wenn die Punkte aus den Future-Events wegfallen, werden wohl noch 700 bis 800 Akteure in der Weltrangliste Aufnahme finden.

Auch für den Schweizer Tennisnachwuchs könnte dies Auswirkungen haben. In den relevanten Regionen zwischen den Rängen 200 und 700 finden sich mit Marc-Andrea Hüsler, Adrian Bodmer und dem vom Spitzensport zurückgetretenen Adrien Bossel gerade mal drei Schweizer. Und hierzulande gibt es aktuell kein einziges Challenger-Turnier. Verliert damit der Schweizer Nachwuchs den Zugang zur grossen Tenniswelt?

Die Guten setzen sich immer durch

Klar ist, dass der Sprung vom Junioren- und Future-Niveau zu den Challenger-Turnieren grösser und schwieriger wird. Der Internationale Tennisverband (ITF) führt eine so genannte «Transition Tour» ein, zu der die bisherigen Future-Turniere gehören. Zudem gibt es neu ein ITF World Ranking. Spieler, die an der Schwelle zwischen den beiden Stufen stehen, werden dann in beiden Rankings geführt. Aufgewertet wird die Junioren-Weltrangliste, die ebenfalls von der ITF geführt wird. Jeweils fünf Plätze sind bei diesen Turnieren für Top-100-Spielerinnen des Junioren-Rankings reserviert.

«Das U18-Ranking der ITF erhält dadurch stärkeres Gewicht», erklärt Yves Allegro, Chefcoach bei Swiss Tennis und ehemaliger Profispieler. «Die Besten jeder Stufe erhalten vermehrt Möglichkeiten zum Einsteigen auf das nächste Level.» Dass von diesen Regelungen nicht alle profitieren würden, sei klar: «Athleten, die auf ihrer Stufe nicht zu den Besten der Welt gehören, müssen sich viel früher die Frage stellen, wohin sie mit dem Tennis wollen.» Das ist ganz im Sinn der ATP. «Ein guter Spieler, eine gute Spielerin wird sich immer durchsetzen», ist sich Greco sicher.

Ähnliche Überlegungen laufen auch bei den Frauen

Für Swiss Tennis wäre es aber wichtig, Challenger-Turniere in der Schweiz zu haben und Nachwuchsspielern Wildcards anbieten zu können. Ziel ist es deshalb, ab 2020 ein solches Turnier auf die Beine zu stellen. Im Moment steht das aargauische Oberentfelden im Fokus, die Anforderungen (mehr Preisgeld, Unterkünfte) sind aber gestiegen und müssen erst abgeklärt werden. Ob die Neustrukturierung auch bei den Frauen greift, ist noch unklar. Bei der WTA laufen aber Diskussionen in diese Richtung.

Denn es geht nicht nur um die Reduktion der Anzahl Spieler. Ein Dorn im Auge ist den Tennisverantwortlichen seit längerem das Wettproblem. Auf Future-Ebene werden mit Abstand am meisten Verdachtsfälle wegen auffälliger Wetteinsätze und dem Versuch von Spielmanipulationen registriert.

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