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OBERÄGERI: Sie trotzen dem heftigen Gewitterregen

Einen neuen Rekord an Teilnehmern gibt es zwar vom gestrigen Ägeriseelauf nicht zu vermelden. Doch alle, die später durchs Ziel laufen, sind auch Sieger.
Trotz Regenwetter gingen gestern rund 1300 Läufer an den Start. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Trotz Regenwetter gingen gestern rund 1300 Läufer an den Start. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Marco Morosoli

Als sich gestern Abend kurz vor 20.45 Uhr der letzte Läufer über die Ziellinie des 17. Ägeriseelaufs quält, ist Tadesse Abraham nach einer kurzen Dusche wohl schon wieder auf dem Weg zurück ins Engadin gewesen. Abraham hat das Rennen gestern mit einer Zeit von 41 Minuten und 38 Sekunden gewonnen und wird für die Schweiz am 22. August am WM-Marathon in Peking an den Start gehen. Doch die Zeiten der Spitzenläufer interessieren die fast 1300 Teilnehmer des Volkslaufes rund um den Ägerisee nur am Rande. Sie kämpfen vorwiegend gegen sich selber und gestern noch zusätzlich gegen die äusseren Bedingungen. Kurz vor dem Start öffnet Petrus die Schleusen, später lässt der Gewitterregen wohl etwas nach. Doch zu diesem Zeitpunkt sind alle Läufer längst durch und durch nass.

Wetter ist kein Thema

Das Wasser vom Himmel hat aber durchaus sein Gutes, wie der Ägeriseelauf-OK-Chef Bruno Schuler sagt: «Bei der Hitze, wie sie in den vergangenen Tagen geherrscht hat, hätte ich mehr Bedenken als jetzt, wenn es regnet.» Und auch kaum einer wettert gegen das Wetter. «Ich liebe die Herausforderung», sagt Thomas Keiser aus Zug. Für den 34-jährigen Hobbyläufer ist ein solcher Wettkampf eine willkommene Gelegenheit, um gegen die innere Stimme zu opponieren, die sagt: Lass es doch bleiben. Keiser verliert über das Wetter kein Wort.

1300 Läufer gehen an den Start

Doch ist es wohl unbestritten, dass der eine oder andere wegen des prognostizierten Gewitters von einem Start abgesehen hat. Dies vermutet jedenfalls Urs Kühne, der innerhalb des Organisationskomitees für die Medienarbeit zuständig ist. Deshalb können die Organisatoren auch keinen neuen Teilnehmerrekord vermelden. Aber mit 1294 verteilten Startnummern lässt sich der gestrige Zuspruch durchaus noch sehen, auch wenn er rund 200 Läufer unter dem Rekord vor zwei Jahren liegt. Zum Vergleich: Bei der Premiere im Jahr 1999 nahmen nur gerade 250 Läufer die 14,14 Kilometer lange Strecke um den Zugersee unter die Füsse.

Viele Paarläufer

Beliebt ist auch der Paarlauf, der in zwei Varianten gelaufen werden kann. Das Paar Patricia Morceli/Andy Bühler ist dabei das schnellste im Wettbewerb, bei dem 69 Teams an den Start gehen. Das verwundert nicht, sind doch beide starke Läufer. Für Morceli, die wegen einer Krankheit im ersten Halbjahr untendurch musste, ist der Start am Ägeriseelauf eine willkommene Bestätigung ihrer Fähigkeiten.

«Es war schön», sagt sie hinterher. Natürlich wäre sie gerne an der Leichtathletik-Schweizer-Meisterschaft in Zug am zweiten Augustwochenende gestartet. Der Trainingsrückstand lässt einen Start jedoch nicht zu. Jetzt hofft sie, im Herbst noch einen Marathon absolvieren zu können.

Eine Premiere erlebt dabei der Gol­dauer Herbert Süess. Er hat seine Frau endlich überzeugen können, an einem Ägeriseelauf teilzunehmen, und denkt auch beim starken Regen nicht daran, vor dem Start zu kneifen. Aus gutem Grund: «Meine Frau wartet am anderen Ende des Ägerisees auf mich.» Es reicht den Schwyzern zwar nicht für einen Spitzenplatz, aber sie kommen über die Ziellinie. Und diesem Willen der Teilnehmer, den Lauf zu beenden, zollt eine Frau im Informationszelt Respekt: «Ich bewundere alle, die bis zum Schluss durchhalten.»

Niemand geht verloren

Dass keiner auf der Strecke verloren geht, dafür sorgt kein Besenwagen, sondern ein Besenvelo. Dies, weil gewisse Passagen am Westufer des Ägerisees nur auf zwei Rädern und zwei Füssen zu durchqueren sind. Da ein gewisser Teil des Rennens über Stock und Stein verläuft, haben die Organisatoren viele Hindernisse grell markiert, um so Verletzungen vorbeugen zu können.

Die Zukunft ist gesichert

Klar ist jetzt schon, dass am 22. Juli 2016 der 18. Ägeriseelauf stattfinden wird. Und dabei kommt den Organisatoren etwas zupass, von dem andere Veranstalter nur träumen können. Die Leute fragen beim Organisationskomitee nach, ob sie sich im Rahmen des Ägeriseelaufes nützlich machen können. Da kann ja fürs nächste Jahr nur noch eines besser sein: das Wetter.

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