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Ohne Luft zum vierten WM-Gold im Slalom in Serie

Mikaela Shiffrin fühlte sich kraftlos. Schuld war ein leichter Infekt in der Lunge. Und doch war sie im WM-Slalom die Schnellste. Die erst 23-jährige Amerikanerin ist nun schon fünffache Weltmeisterin.
Martin Probst
Mikaela Shiffrin gewinnt den WM-Slalom in Are trotz einem leichten Lungeninfekt. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott, 16. Februar 2019)

Mikaela Shiffrin gewinnt den WM-Slalom in Are trotz einem leichten Lungeninfekt. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott, 16. Februar 2019)

Als sie ins Ziel kam, legte sich Mikaela Shiffrin auf den Boden. «Nach der Hälfte des Laufs hatte ich das Gefühl, ich bekomme keine Luft mehr. Dann habe ich nur noch gekämpft, um auf den Beinen zu bleiben», sagt die 23-Jährige. Ein leichter Infekt in der Lunge hinderte sie am befreiten Atmen. Den ganzen Tag fühlte sie sich schlapp und kraftlos. «Aber mein Team hat mich motiviert, mir immer wieder gesagt, dass ich nur für 60 Sekunden Kraft brauche. Und dafür habe ich alles gegeben.»

Völlig verausgabt: Mikaela Shiffrin fühlte sich bereits den ganzen Tag schlapp und kraftlos. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott, 16. Februar 2019)

Völlig verausgabt: Mikaela Shiffrin fühlte sich bereits den ganzen Tag schlapp und kraftlos. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott, 16. Februar 2019)

Nach Durchgang eins war Shiffrin nur auf Rang drei gelegen. Die Amerikanerin war, gemessen an ihrem Können, an ihren sonstigen Aufritten im Slalom, seltsam verhalten gefahren. Die Erklärung wieso, lieferte sie mit heisserer Stimme nach dem Rennen. «Ich fühlte mich schon den ganzen Tag nicht gut.» Doch dann packte sie alle Reserven in die 60 Sekunden am Nachmittag und sie war tatsächlich die einzige, die den zweiten Lauf unter einer Minute absolvierte. Es reichte locker zum Sieg. 58 Hundertstelsekunden betrug ihr Vorsprung auf Anna Swenn Larsson. Die Schwedin sorgte für die erste Medaille der Gastgeber. Bronze ging an die Slowakin Petra Vlhova, die nach Silber in der Kombination und Gold im Riesenslalom die dritte Medaille an diesen Weltmeisterschaften gewann.

Shiffrin wird erst 24 Jahre alt

Shiffrin wurde im Slalom zum vierten Mal in Serie Weltmeisterin. Das gab es in der Geschichte des Skisports noch nie. Die Amerikanerin wird am 13. März erst 24 Jahre alt. Doch schon jetzt ist sie auf dem Weg, sämtliche Rekorde im Skisport zu brechen. 56 Mal hat sie im Weltcup gewonnen. Sie ist nun fünffache Weltmeisterin (viermal im Slalom, einmal im Super-G) und zweifache Olympiasiegerin (einmal Slalom, einmal Riesenslalom). Es sind Zahlen, die verblüffen. Das Wort Wunderkind wird im Sport oft verwendet. Doch auf wen, wenn nicht sie, trifft es zu? Shiffrin ist ein Jahrtausendtalent.

Doch oft geht vergessen, wie viel Arbeit hinter den Erfolgen steckt. Kaum eine im Frauenzirkus arbeitet so akribisch wie Shiffrin. Selbst nach Siegen hinterfragt sie alles, überlegt sofort, was sie noch besser hätte machen können. Sie schaut sich die Videos ihrer Fahrten teils bis spät in der Nacht an. Immer wieder. Immer auf der Suche nach kleinen Optimierungspunkten. Sie ist fast besessen.

In Åre aber ist etwas mit ihr passiert. «Manchmal beim Frühstück, wenn die Sonne über dem See aufging, dachte ich, es ist schön, hier zu sein.» Das war ein neues Gefühl für sie. Erstmals genoss sie auch Mal den Moment. Das heisst nicht, dass sie weniger hart arbeitet. Aber sie tut es bewusster.

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