OK-Präsident bestimmt Pace

Der Solidaritätsgedanke ist auch am Luzerner Stadtlauf präsent auf 660 Metern für einen guten Zweck.

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Aufgestellte Stimmung kurz vor dem Solidaritätslauf 2014: Stadtpräsident Stefan Roth (links), Ehrenstarterin und Stadträtin Manuela Jost mit OK-Präsident Erwin Bachmann. (Bild: Philipp Schmidli  / Neue LZ)

Aufgestellte Stimmung kurz vor dem Solidaritätslauf 2014: Stadtpräsident Stefan Roth (links), Ehrenstarterin und Stadträtin Manuela Jost mit OK-Präsident Erwin Bachmann. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Marlis Jungo

OK-Präsident Erwin Bachmann überlegte seinerzeit, wie er seinen Gästen das Laufgefühl in der ­Luzerner Altstadt näherbringen ­könnte. Damit war die Idee des Solidaritätslaufs lanciert. In den vergangenen elf Jahren sind jeweils weit über 100 Gäste und Sympathisanten die extra kurze Etappe von 660 Metern gelaufen. Und jeder Einzelne hat dabei einen persönlichen Beitrag von je 100 Franken für wohltätige Organisationen gespendet. Keine Rolle spielen dabei die Zeit und der Rang einzig die Teilnahme zählt!

Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin amtet am Solidaritätslauf als Ehrenstarterin. (Bild: Keystone / Bott)

Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin amtet am Solidaritätslauf als Ehrenstarterin. (Bild: Keystone / Bott)

Wenn der Schnauf reicht ...

«Wir sind jeweils eine fidele Gesellschaft», sagt «Vortraber» Bachmann. Es werde viel gelacht und gescherzt immer vorausgesetzt, der Schnauf reicht. «Das ist in der Regel kein Problem, ich versuche jeweils, das Lauf­tempo so zu halten, dass auch weniger sportliche und ungeübte Läufer mithalten können. In aller Regel schliessen sich uns die Ehrenstarterinnen an, was durchaus zu einem zusätzlichen Motivationsschub führen kann.

Bis zu 14 000 Anrufe

Das dürfte in diesem Jahr speziell der Fall sein: Denn Olympiasiegerin Dominique Gisin, Botschafterin von Telefon 143, Zentralschweiz, wird um 16.23 Uhr den Solidaritätslauf starten. Zum ersten Mal rekrutiert damit die berücksichtigte Organisation gleichzeitig die Ehrenstarterin. Die Dargebotene Hand ist offen für alle Menschen, unabhängig von Religion, Kultur und Herkunft. Die Regionalstelle Zentralschweiz hat ihren Sitz in Luzern und bedient die Kantone Luzern, Zug, Obwalden, Nidwalden, Uri und Schwyz (ohne March und Höfe). Jährlich gehen rund 13 000 bis 14 000 Anrufe aus der Region Zentralschweiz in Luzern ein.

55 freiwillige Mitarbeiter

55 professionell ausgebildete freiwillig Mitarbeitende stehen den Anrufenden unterstützend zur ­Seite. Und dies an fünf Arbeitsplätzen, «die dringend auf Vordermann gebracht werden sollten», sagt Geschäftsführer Klaus Rütschi. Wenn die Spende ausreicht, ­möchte er es auch den Personen, welche die Nachtschicht bestreiten, etwas bequemer machen. Bei Ruhe­pausen könnten diese dann auf einem Bett relaxen, statt sich «auf einer Liege bananenförmig zu verbiegen». Ein neues Pult, eine funktionelle Lampe und auch ein passender Teppich sollen das Ambiente vervollständigen.

Spende für Weiterbildung

Anrufe von Menschen, die an psychischen Störungen leiden, nehmen jährlich um 5 bis 8 Prozent zu. «Der Aussendruck beispielsweise durch Arbeitgeber – hat stark abgenommen. Die Zuwachsrate ergibt sich hauptsächlich durch Ratsuchende, die unter einem Innendruck stehen», sagt Rütschi. Perfektionismus, «immer gut drauf sein, möglichst überall mitmachen», das sind die Hauptgründe. Deshalb soll der Erlös aus dem Solidaritätslauf in erster Linie der Weiterbildung der freiwilligen Helfer Telefonberatenden zugutekommen. Geplant ist ein Wochenende mit einer Koryphäe, die sich speziell dieses aktuellen Themas annimmt.

Alle Informationen zu Telefon 143 Zentralschweiz: www.luzern.143.ch