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Olympia-Aufgebot: Die Suche des Nationalcoachs nach der Zauberformel

Eishockey-Experte Klaus Zaugg über die Zusammensetzung des Schweizer Eishockey-Olympiateams.
Sportreporter Klaus Zaugg zur Schweizer Eishockey-Nati an der WM. (Bild: pd)

Sportreporter Klaus Zaugg zur Schweizer Eishockey-Nati an der WM. (Bild: pd)

1928 und 1948 hat die Schweiz beim olympischen Eishockey-Turnier Bronze herausgespielt. 2018 kann sie es zum dritten Mal schaffen. Der langjährige Nationaltrainer Ralph Krueger hat die Schweiz bei den olympischen Turnieren von 2002 (11.), 2006 (6.) und 2010 (8.) gecoacht. Er kennt die Herausforderung und sagt: «Eine Medaille muss das Ziel sein. Wir haben ja immer gejammert, die NHL-Spieler machen den Unterschied gegen uns. Jetzt sind sie nicht dabei.»

Für Krueger waren Systemtreue, Disziplin und Teamgeist stets wichtiger als pures Talent. Unter Krueger diente auch Patrick Fischer. Logisch also, dass Fischer als «Zauberlehrling» vom grossen Meister gelernt hat. Aber für ihn ist die Zusammenstellung eines olympischen Teams viel schwieriger. Krueger hatte keine andere Wahl, als auf System, Disziplin und Teamgeist zu setzen. Er verfügte nicht über die Spieler, die in der Offensive die Entscheidung erzwingen konnten. Heute sind wir spielerisch und offensiv besser.

Im Idealfall findet der Nationaltrainer die Zauberformel: die perfekte Balance zwischen Defensive und Offensive, zwischen Systemtreue und Kreativität wie bei der Silber-WM 2013. Seit 2013 suchen die Nationaltrainer vergeblich nach dieser Zauberformel. Auch Fischer hat sie bei seinen Aufgeboten für die WM 2016 und 2017 noch nicht gefunden.

Nun versucht er es für Südkorea mit seinem bisher konservativsten Aufgebot. Ganz im Geiste von Krueger. Deshalb fehlen mit Luca Fazzini, Tanner Richard und Gregory Hofmann drei der vier besten Schweizer Skorer aus dem laufenden Championat. Deshalb ist mit Damien Brunner der einzige Stürmer nicht dabei, der sich zeitweise in der NHL durchgesetzt hat. Deshalb hatte Lino Martschini nie den Hauch einer Chance. Deshalb muss mit Joël Genazzi der produktivste Verteidiger der Liga zu Hause bleiben. Er hat erst eine WM bestritten. Die Erfahrung von Raphael Diaz hat mehr Gewicht als Genazzis Talent. Zugs Captain wird in Südkorea sein 8. Titelturnier bestreiten. Zugs sicherster Olympia-Kandidat war bei der neuen, konservativen Linie des Nationaltrainers von allem Anfang an der verlässliche Dominik Schlumpf, diese Saison einer der meistunterschätzten Spieler der Liga.

Details werden in Südkorea die Differenz machen. Zu diesen Details gehören das Coaching und die Torhüterleistung. Das Aufgebot von Leonardo Genoni, Jonas Hiller und Tobias Stephan ist logisch und richtig – und ist für Fischer doch heikel. Es wird fast alles davon abhängen, ob er für die einzelnen Partien den richtigen Torhüter nominiert. Genoni ist noch nicht in Form; Hiller war bei den letzten Einsätzen (WM Paris, Karjala-Cup) kein Topgoalie; Stephan hat noch nie etwas gewonnen.

Für die richtige Torhüterwahl und die Zauberformel braucht der Banden-General etwas Glück. Schon Napoleon pflegte zu sagen, er brauche nicht nur tüchtige Generäle. Er brauche vor allem Generäle mit Fortune.

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