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Ex-Nationalspieler Kostas: «Olympiakos steht gegen den FCL enorm unter Druck»

Der FC Luzern spielt am Donnerstag (20 Uhr, SRF info) in der Qualifikation zur Europa League in Piräus gegen Olympiakos. Ex-Nationalspieler Kostas Konstantinidis sagt, warum der Underdog FCL eine Chance hat.
Daniel Wyrsch
In der letzten Saison schaffte Olympiakos Piräus die Qualifikation für die Champions-League-Qualifikation. (Bild: Srdjan Stevanovic/Getty (Belgrad, 25. Juli 2017))

In der letzten Saison schaffte Olympiakos Piräus die Qualifikation für die Champions-League-Qualifikation. (Bild: Srdjan Stevanovic/Getty (Belgrad, 25. Juli 2017))

Kostas Konstantinidis

Kostas Konstantinidis

Kostas Konstantinidis (45) bestritt in seiner Karriere als Abwehrspezialist 38 Länderspiele für Griechenland, er war Profi bei Panathinaikos Athen, spielte bei Hertha BSC, Hannover 96 und Köln. Heute ist Konstantinidis Spielerberater, er gilt als Kenner des griechischen Fussballs.

Kostas Konstantinidis, der FC Luzern bekommt es am Donnerstag mit Rekordmeister Olympiakos Piräus zu tun. Ein ungleiches Duell?

Olympiakos ist allein vom Namen her haushoher Favorit. Die Mannschaft steht allerdings enorm unter Druck – sie muss im ersten Pflichtspiel der Saison zwingend bestehen. Das ist ein fast komplett neues Team, sechs bis sieben neue Spieler dürften der aktuellen Startelf angehören. Darum weiss man nicht genau, wo das Team steht. Zu erwarten ist, dass Olympiakos im Hinspiel zu Hause nach vorne spielen wird. Die Last des grossen Drucks, der auf den Schultern der Olympiakos-Profis lastet, könnte vielleicht für Luzern sprechen.

Wurden Sie letzte Woche von PAOK Saloniki überrascht, als die Griechen den FC Basel in der Qualifikation zur Champions League deutlich eliminierten?

Weil Basel im europäischen Fussball einen hohen Stellenwert besitzt, bin ich natürlich überrascht gewesen vom klaren Verdikt. Wer PAOK beobachtet, hat schon letzte Saison ein sehr gefestigtes Team gesehen, das sehr unbequem zu bespielen ist. Basel hatte nach dem 1:2 auswärts zu Hause ein frühes 0:1 kassiert, dieses Tor spielte Saloniki in die Karten, weil das Team am liebsten auf Konter spielt. Ich erwartete von Basel mehr, tippte im Voraus auf die Schweizer, das Weiterkommen von PAOK ist aber gerecht.

Wobei die Meisterschaft in Griechenland im Gegensatz zur Schweiz noch immer ruht.

Man dachte, dass die Schweizer voraus sind und mehr Spielpraxis haben. Im Duell Saloniki gegen Basel war davon nichts zu sehen. Der FC Basel enttäuschte mich.

Zurück zum nächsten europäischen Duell zwischen Griechen und Schweizern: Im Gegensatz zu anderen Olympiakos-Spielern ist der Regisseur des griechischen Nationalteams, Konstantinos Fortounis, geblieben. Er hat mit 7 Millionen Euro einen Marktwert wie ein Drittel des gesamten Luzerner Kaders.

Fortounis spielt meist auf der Zehnerposition, aber wie Olympiakos gegen Luzern genau formiert sein wird, ist nicht bekannt. Die geschätzten Transfersummen, die Sie ansprechen, sind alles theoretische Werte. Der Fussball ist so schön, weil in einem oder zwei Spielen vieles passieren kann. Luzern ist auf dem Papier der klare Underdog, doch wenn sich den Schweizern eine Chance bietet, müssen sie diese packen.

Gibt es neben dem Internationalen Fortounis andere Olympiakos-Profis, die den Unterschied ausmachen können?

Aus meiner Sicht sind von den Neuzuzügen der spanische Mittelstürmer Miguel Angel Guerrero sowie der portugiesische Rechtsaussen Daniel Podence zu beachten. Guerrero kam von Leganés aus Spaniens La Liga, Podence von Sporting Lissabon.

Olympiakos belegt im Uefa-Ranking Platz 29, der Verein hat in den letzten Jahren zu den Stammgästen der Champions League gehört. Könnten die Innerschweizer als Nummer 169 Europas in Piräus unterschätzt werden?

Einen vermeintlich schwächeren Gegner unterschätzen, das geht immer schnell. Die Leute von Olympiakos müssen jetzt liefern, Platz 3 in der letzten Meisterschaft war eine Niederlage. Nicht Champions League zu spielen heisst, dass hier Alarmstufe rot herrscht. Sollte Olympiakos Gefahr laufen, den Kontrahenten zu unterschätzen, müssten die Luzerner die Gelegenheit packen.

Im Ausland sorgen die aussergewöhnlichen Vorkommnisse im griechischen Klubfussball für Diskussionsstoff. Was ist Ihre Meinung dazu?

Die Vereine besitzen gute Mannschaften und Spieler. Doch die Meisterschaft hat nicht die Qualität und die Rahmenbedingungen, die möglich wären. Da vieles passiert, das nicht sein dürfte, wird Griechenlands Super League unter Wert verkauft.

Sprechen Sie Saloniki-Präsident Ivan Savvidis an, der letzte Saison mit einer Pistole in der Hand über den Platz zum Schiedsrichter ging?

Savvidis ist das bekannteste Beispiel. Was in der griechischen Liga passiert, sieht nicht gut aus. Von aussen betrachtet dürften die Vorkommnisse mit den Präsidenten in Ländern wie der Schweiz nicht nachzuvollziehen sein.

Allerdings haben wir in der Schweizer Super League mit Christian Constantin auch einen Präsidenten, der letzte Saison den ehemaligen Nationalcoach und jetzigen TV-Experten Rolf Fringer tätlich angriff. Kennen Sie den Fall?

Ich weiss davon. Trotzdem hat die Schweiz ein anderes Standing, das Land ist zudem umgeben von grossen Fussballnationen. Für den hohen Stellenwert, den die Schweiz im Fussball geniesst, sorgt auch das Nationalteam. Es qualifiziert sich seit Jahren immer wieder für die WM und EM, das ist kein Zufall. Die griechische Auswahl schafft es viel seltener an grosse Turniere.

Zurück zum Klubfussball: Warum gebärden sich griechische Klubbesitzer immer wieder wie Alleinherrscher?

Weil sie es sind. Seit der Finanzkrise in Griechenland gehören die meisten Vereine einzelnen Personen. Die Klubs sind abhängig von den reichen Besitzern.

Auch Olympiakos-Boss Evangelos Marinakis soll toben, wenn der Erfolg ausbleibt. Hat der neue Trainer Pedro Martins einen extrem heiklen Job angetreten?

Marinakis wird manchmal übertrieben dargestellt, aber der Trainerposten bei Olympiakos ist in der Tat ein sehr diffiziler. Egal, ob der Name des Coaches gross oder klein ist. Falls es Olympiakos gegen Luzern schlecht läuft, würde es für Martins ganz schwierig.

Auf Besichtigungs-Tour: Dren Feka, Francisco Rodriguez und Lucas Alves. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Das Georgios-Karaiskaki-Stadion von Olympiakos. Hier wird am Donnerstag das Qualifikationsspiel stattfinden. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Warteraum im Georgios-Karaiskaki-Stadion von Olympiakos. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Trainer René Weiler spricht im Training am Mittwoch zur Mannschaft. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Filip Ugrinic tritt gegen Silvan Sidler an. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Stefan Wolf, Valeriane Gvilia und Christian Schwegler mit Körperkontakt. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Voller Einsatz von Simon Grether. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Blessing Eleke stürmt gegen Silvan Sidler. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Torhüter Mirko Salvi gibt aus. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Bei der Besprechung: Valeriane Gvilia, Assistenztrainer Thomas Binggeli, Christian Schneuwly, Trainer René Weiler und Torhütertrainer Lorenzo Bucchi. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Filip Ugrinic, Yannick Schmid, Idriz Voca und Francisco Rodriguez bahnen sich ihren Weg zum Ball. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Assistenztrainer Thomas Binggeli bei einer Aufwärmübung. Vorne: Lucas Alves, Silvan Sidler, Pascal Schürpf und Yannick Schmid. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Valeriane Gvilia gegen Ruben Vargas im Training am Mittwoch. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Christian Schwegler, Assistenztrainer Michael Silberbauer und Trainer René Weiler. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
FCL-Trainer René Weiler. Ob seine Mannschaft sich gegen die Griechen behaupten kann, wird sich am Donnerstagabend zeigen. (Bild: Martin Meienberger, Olympiakos, 8. August 2018)
Wann gehts endlich los? Marvin Schulz, Simon Grether, Valeriane Gvilia, Christian Schneuwly und Trainer René Weiler beim Training.
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Der FC Luzern in Piräus

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