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OLYMPISCHE SPIELE: In 20 Tagen von der Schweiz bis nach Rio de Janeiro

Die 107 Schweizer Athleten fliegen in diesen Tagen nach Rio. Für die Segel- und Ruderboote sowie die Pferde dauert die Reise etwas länger.
Raya Badraun
Susanne Böhlen, Swiss Olympic: «Wir haben im Vorfeld mehr abgeklärt als sonst.»

Susanne Böhlen, Swiss Olympic: «Wir haben im Vorfeld mehr abgeklärt als sonst.»

An den Olympischen Sommerspielen vor vier Jahren in London war die Anreise um vieles einfacher. Dabei war auch Spontaneität möglich. Im schlimmsten Fall war die Stadt für die Schweizer Athleten auch per Zug oder Auto erreichbar. Rio de Janeiro liegt nun jedoch über 9000 Kilometer von der Schweiz entfernt. Die Flugzeit dauert ungefähr zwölf Stunden. «Dadurch haben wir im Vorfeld noch mehr abgeklärt und vorbereitet als sonst», sagt Susanne Böhlen. Bei Swiss Olympic ist sie unter anderem für die Organisation der Transporte verantwortlich – eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn aufgrund der späten Selektionen steht erst kurz vor den Spielen fest, welche und wie viele Athleten in die brasilianische Metropole reisen werden. Der erste Flugplan für die Sportler muss jedoch bereits zwei Jahre vor Beginn der Spiele erstellt werden. Dazu kommt, dass die Athleten aufgrund ihrer Vorbereitung und Wettkampfplanung zu unterschiedlichen Zeiten anreisen. Für sie kann Swiss Olympic immerhin noch spontan ein Flugticket reservieren oder Umbuchungen vornehmen. Der Transport der Boote und Pferde ist hingegen deutlich unflexibler.

Spezialflugzeuge für Pferde

Nach London wurden die Pferde vor vier Jahren noch mit dem Pferdetransporter gebracht. Nun fliegen sie in Spezialflugzeugen von Lüttich nach Rio de Janeiro. Der belgische Flughafen ist auf diese Art von Passagieren spezialisiert. Begleitet werden die Pferde der Schweizer Reiter von einer Pflegerin und einem Tierarzt. In der Luft kontrollieren sie die Temperatur der Tiere, legen eine Decke um sie, falls sie kalt haben, und geben ihnen genug Futter und Wasser. An diese Art des Reisens sind sich die Pferde mittlerweile gewöhnt. Immerhin finden die grossen Turniere längst nicht nur in Europa statt. «Clooney ist schon ein paar Mal geflogen», sagt Springreiter Martin Fuchs. «Und danach hat er jedes Mal gute Leistungen gezeigt.» In Rio kommt den Reitern zudem entgegen, dass ihre Tiere nicht in die Quarantäne müssen, da sie von den brasilianischen Pferden strikt getrennt werden.

Das Problem von Nicole Büchler

Kleinere Gegenstände wie Rennvelos oder Tennisschläger kommen ganz normal mit dem Reisegepäck nach Rio. Komplizierter ist es für Stabhochspringerin Nicole Büchler. Ihr Gerät, das über 4 Meter lang ist, passt nicht in jeden Frachtraum. So muss der Stab in manchen Fällen in einem anderen Flugzeug als die Sportlerin transportiert werden. Ebenfalls zu gross sind die Segel- und Ruderboote. Diese werden auf einem Frachtschiff nach Brasilien transportiert. Die Segler trainierten in den vergangenen Jahren immer wieder in Rio, deshalb ist ein Teil ihrer Boote bereits seit zwei Jahren vor Ort. Seit Mai sind nun alle Boote in Brasilien. Der Transport der Ruderboote wurde vom Organisationskomitee der Olympischen Spiele angeboten. Bereits nach dem Weltcup in Luzern, der Ende Mai stattgefunden hat, wurden sie von Hamburg nach Rio verschifft. «Man muss immer genug Zeit einrechnen», sagt Böhlen. Die Reise von Hafen zu Hafen dauert etwa 15 bis 20 Tage.

Mit einberechnen muss man zudem mögliche Streiks beim Zoll. Ein Ersatzboot haben die Ruderer und Segler nicht dabei. Dass etwas auf der Reise verloren gehen könnte, darüber macht sich Böhlen jedoch keine Sorgen. Seit sie für Swiss Olympic arbeitet, kann sie sich nur an etwas erinnern, das nicht angekommen ist: ein Massagetisch bei den Olympischen Winterspielen vor zwei Jahren in Sotschi. «Dafür fanden wir jedoch rasch eine Lösung», sagt Susanne Böhlen. «Tische gibt es schliesslich überall.»

Raya Badraun

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