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Packende Rekordjagd an den Parathletics in Nottwil

Die Schweizer Vorzeige-Rollstuhlfahrer Marcel Hug und Manuela Schär sorgen an den Parathletics in Nottwil für Glanzergebnisse. Doch sie werden auch gefordert.
Jörg Greb
Marcel Hug während des Rennens über 1500 Meter, das er gewinnen konnte. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Nottwil, 25. Mai 2019))

Marcel Hug während des Rennens über 1500 Meter, das er gewinnen konnte. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Nottwil, 25. Mai 2019))

Einen Sieg wünschte sich Marcel Hug für die Parathletics auf seiner Heimanlage in Nottwil. Über 1500 m realisierte er diesen. Allerdings mass er seinem letzten Einsatz von gestern über 5000 m noch einen höheren Stellenwert bei: Platz 2 belegte er. Und weil er den Sieg um lediglich vier Hundertstel verpasste und dieser Sieg mit nicht weniger als dem Weltrekord verbunden war, schwang bei Hug auch eine gehörige Portion Missmut mit. «Vier Hundertstel sind nichts. Ich überlege, ob eine andere Taktik sinnvoll gewesen wäre.» Aber auch Aufbauendes erkannte er: «Ich habe in diesem Rennen gesehen, dass ich bereits in Weltrekordform bin.»

Die richtige Rennkonstellation braucht es dazu. In Nottwil passte das Rekordszenario. Der neue und alte Weltrekordhalter, Daniel Romanchuk aus den USA, Hug und der Kanadier Brent Lakatos setzten sich sofort vom restlichen Feld ab. Regelmässig wechselten sie sich sodann ab in der Führungsarbeit. Dies führte dazu, dass der Rhythmus auf höchstem Niveau gehalten wurde. Zwei Runden vor dem Ziel übernahm Romanchuk die Führung. Hug folgte – und attackierte seinerseits bei 4600 m. Auf den letzten Zentimetern schob sich Romanchuk um die Zufallsdifferenz wieder vor Hug. Dennoch hielt Hug fest: «Das war ein grossartiges Rennen und ich bin happy, den Wechsel vom Marathon so schnell geschafft zu haben.» Das Realisieren des Europarekordes spielte für ihn eine untergeordnete Rolle.

Die Aussicht, den im letzten Jahr verlorenen Weltrekord zurückzuerobern, sieht Hug gegeben: «Ich denke, dass Daniel und ich noch zusätzliche Energie einbringen können und nicht während der ganzen Renndauer am Limit fuhren.» Ein neuer Angriff auf den Rekord bietet sich bereits diese Woche bei einem weiteren Zusammentreffen mit Romanchuk. Beim Daniela Jutzeler Memorial und an den offenen Schweizer Meisterschaften.

Schär: «Gott sei Dank war es nicht ganz so schnell»

«Wie tempofest bin ich?», hatte sich vor dem Wochenende die Krienser Marathon-Überfliegerin Manuela Schär gefragt. Das «gute Gefühl» sah sie bestätigt nach ihren diversen Einsätzen. Sie sagte: «Ziehe ich Bilanz von diesem Wochenende, so fällt sie nur positiv aus.» Drei «unerwartete» Europarekorde realisierte sie über 200, 400 und 800 m. «Dass es auf den ganz schnellen Distanzen mit den impulsiven Bewegungen so grossartig läuft, überrascht mich.»

Und über 5000 m überzeugte sie sowieso. Erst zum zweiten Mal blieb sie mit 10:57 unter 11 Minuten. Von ihrem eigenen Weltrekord von 10:51 trennten sie lediglich sechs Sekunden. Als Siegerin überquerte sie allerdings die Ziellinie auch in dieser Prüfung nicht. «Gott sei Dank war es nicht ganz so schnell», schoss es ihr darum durch den Kopf, als sie den Sieg entschwinden sah. So hat ihr Weltrekord weiterhin ­Bestand.

Zuversicht für die kommenden Vergleiche hat Schär jedenfalls getankt: «Ich habe in der Tempohärte und in der Robustheit des Endspurtes Fortschritte gemacht, das zeigte sich hier», sagte sie. Das eröffnet ihr mehr Möglichkeiten. «Ich kann auch in einem Endspurt entgegenhalten», ist sie überzeugt. Diese Erkenntnis kann sie auch für ihre Paradedisziplin Marathon nutzen. Ausserdem nahm Schär die Gelegenheit wahr, am Regentag (Samstag) ihr spezielles Material für diese Bedingungen zu testen. «Auch das ist gelungen», resümierte sie.

Weltrekord von Rahmani

Einen Weltrekord stellte Abassia Rahmani (Winterthur) über 100 m bei den beidseitig amputierten Sprinterinnen auf: Bei 13,79 Sekunden wurde sie gestoppt, allerdings ohne Konkurrenz. Somit trug auch die letztjährige Europameisterin zur eindrücklichen Schlussbilanz der drei Wettkampftage in Nottwil und der sechsten Austragung der Parathletics bei: 9 Weltrekorde und 10 Europarekorde.

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