PARALYMPICS: Edith Hunkeler verursacht einen Massensturz

Statt der ersten Medaille an den Paralympics in Peking gab es für Edith Hunkeler am (gestrigen) Montag einen Sturz und Prellungen. Die Luzernerin verursachte im 5000-m-Rollstuhlrennen einen Massencrash.

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Die Schweizer Rollstuhl-Leichtathletin Edith Hunkeler (Mitte) wird mit schweren Prellungen am ganzen Körper abtransportiert. (Bild Keystone)

Die Schweizer Rollstuhl-Leichtathletin Edith Hunkeler (Mitte) wird mit schweren Prellungen am ganzen Körper abtransportiert. (Bild Keystone)

Haarsträubende Szenen spielten sich im mit 85 000 Zuschauern besetzten «Vogelnest» 500 m vor dem Ziel ab. Sandra Graf (Innenbahn) und Edith Hunkeler (Bahn 2) bereiteten sich auf den Endkampf vor. Ausgangs Kurve zog Edith Hunkeler nach innen, touchierte den Rennstuhl ihrer Teamkollegin und verursachte einen Massensturz, in den neben ihr fünf weitere der elf Fahrerinnen verwickelt wurden. Sandra Graf wurde dadurch aus der Entscheidung geworfen.

Entscheid am Mittwoch
Beim Zielsprint lagen Rollstühle und Fahrerinnen auf der Bahn, Funktionäre versuchten die Zielgerade zu räumen. Die Schweizer Delegation legte mit den Australiern und Amerikanern wegen Behinderung Protest gegen die Wertung ein. Edith Hunkeler wurde in der Polyklinik des Paralympic Village auf allfällige Verletzungen untersucht. Sie zog sich Prellungen am ganzen Körper zu und wird am Mittwoch entscheiden, ob sie weitere Rennen bestreiten kann.

Obwohl der Protest rechzeitig eingereicht wurde, führten die Organisatoren die Siegerehrung nach Protokoll durch und Bundesrat Samuel Schmid übergab die Medaillen. Nach einer weiteren Protestnote der Schweizer musste die Siegerehrung annulliert werden. Das Rennen wird wiederholt. «Ich erhalte eine zweite Chance und werde diese zu nützen versuchen», erklärte Sandra Graf, die direkt nach dem Rennen feststellte, der vierte Platz passe zu ihrer Paralympics-Karriere. 2004 verpasste sie eine Medaille durch einen Defekt an der Steuerung. Aus ihrer Sicht könnte Edith Hunkeler von hinten einen Schlag erwischt haben und nach innen gedrängt worden sein.

Marcel Hug noch im Rennen
Nach dem 5000-m-Zwischenfall qualifizierte sich der unterschenkelamputierte Sprinter Christoph Bausch (Pfäffikon) über 100 m für den Final, Rollstuhl-Allrounder Marcel Hug (Pfyn/Luzern) über 400 m und 5000 m für die Halbfinals. Bei den Tennisspielern überstand zuvor einzig Daniel Dalla Pellegrina die erste Runde. Die Schweiz wartet damit nach dem zweiten Tag weiterhin auf die erste Medaille.

ap

Peking. Paralympics. Leichtathletik. Männer. 5000 m. Klasse T54. Vorlauf 1: 1. Kurt Fearnley (Au) 10:13,21. – Ferner: 8. Maurice Amacher (Sz) 10:51,41 (Saisonbestleistung). – Vorlauf 2: 1. Marcel Hug (Sz) 10:51,19. – Vorlauf 3: 1. David Weir (Gb) 10:21,27. – Ferner: 4. Heinz Frei (Sz) 10:23,24. – Hug weiter, Amacher und Frei ausgeschieden.

400 m. T54. Vorlauf 1: 1. Lixin Zhang (China) 46,75. 2. Marcel Hug (Sz) 47,78 (Saisonbestleistung). – Vorlauf 2: 1. Saichon Konjen (Thai) 48,03. Ferner: 7. Maurice Amacher (Sz) 52,53 (Saisonbestleistung). – Hug weiter, Amacher ausgeschieden.

100 m. Männer. T44. Halbfinal: 1. Oscar Pistorius (SA) 11,16. – Ferner: 3. Christoph Bausch (Sz) 12,03. – Bausch für Final qualifiziert.

Tennis. Männer. Einzel. Open. 1. Runde: Daniel Dalla Pellegrina (Sz) s. Alvaro Illobre (Sp) 1:6, 6:2, 6:2. – Michael Dobbie (Au) s. Konstantin Schmaeh (Sz) 6:3, 6:4. – Frauen. Einzel. 1. Runde: Young-Suk Hong (SKor) s. Karin Suter-Ehrat (Sz) 6:1, 6:1.

Rad. Männer. Bahn. Verfolgung 4 km. Final. Klasse LC1: 1. Michael Gallagher (Au) 4:40,64. 2. Wolfgang Sacher (De) 4:44,37. 3. Fabio Triboli (It) 4:46,90. – Ferner: 9. Ivan Renggli (Sz) 5:06,91.