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Patrick Fischer gibt Neulingen eine reelle Chance – auch für die kommende WM

Die Resultate der November-Länderspiele sind bedeutungslos – aber gute Leistungen lohnen sich für die Spieler.
Klaus Zaugg
Patrick Fischer am Deutschland-Cup. (Bild: Andy Müller/freshfocus, Krefeld, 7. November 2019)

Patrick Fischer am Deutschland-Cup. (Bild: Andy Müller/freshfocus, Krefeld, 7. November 2019)

Eishockey-Länderspiele im November stören den Meisterschaftsbetrieb. Die Clubs würden überall in Europa die Nationalmannschaftspausen gerne abschaffen und die Termine für die nationalen Championats nützen. Aber Finnland, Schweden, Tschechien und Russland, die vier politisch mächtigen europäischen Verbände brauchen diese Termine für ihre lukrative, 1996 kreierte «Euro Hockey Tour». Im November wird in Finnland, im Dezember in Russland, im Februar in Schweden und im April in Tschechien um eine inoffizielle Europameisterschaft gespielt. TV- und Werbegelder machen diese Turnierserie neben der WM und Olympia zur einzigen Veranstaltung, die viel Geld direkt in ihre Verbandskassen spült.

Das ist der Grund, warum diese Länderspielpausen von den Verbänden gegen die Interessen der Clubs durchgesetzt werden und warum die Schweizer jedes Jahr im November, Dezember und Februar zu bedeutungslosen Länderspielen ausrücken. Im November in der Regel für den Deutschland Cup und im Dezember gibt es ein Turnier in der Schweiz. Diese Saison in Visp. Im Februar folgt eine Sichtung von Talenten, die noch nicht für die WM in Frage kommen. Die Gegner sind seit Jahren die gleichen: Deutschland, die Slowakei, Weissrussland, Österreich, Frankreich, Norwegen, Weissrussland, hin und wieder eine zweitklassige russische Auswahl oder ein kanadisches oder amerikanisches Operettennationalteam mit Profis aus europäischen Ligen. Beim Deutschland Cup haben die Schweizer am Donnerstag die Slowakei besiegt (5:2), heute treten sie gegen Deutschland an und am Sonntag gegen eine zweitklassige Formation aus Russland. Es ist ein interessanter Zufall, dass die Schweiz im November 2017 ausnahmsweise in Helsinki mit den Grossen spielen durfte und am Schluss der Saison 2018 bis in den WM-Final kam. Ein Hinweis immerhin, dass Spiele gegen die vier Grossen halt nützlicher wären.

Früher hatten Neulinge fast keine Chance

Die Resultate beim Deutschland Cup mögen bedeutungslos sein. Aber nicht die Leistungen der einzelnen Spieler. Als die Schweizer unter Ralph Krueger spielerisch noch nicht auf Augenhöhe der Grossen waren und nur mit «Betontaktik» mithalten konnten (1997 bis 2009) musste im November, Dezember und Februar wenn immer möglich das System mit den Besten eingeübt werden. Neulinge hatten kaum eine Chance. Inzwischen braucht es diesen langen taktischen Aufbau nicht mehr. Nationaltrainer Patrick Fischer hat eine grössere Auswahl und mehr Spielraum und bietet im November bei weitem nicht mehr die bestmögliche Mannschaft auf. Er kann den Termin zur Sichtung von WM-Kandidaten und Neulingen nützen. Jeder hat seine WM-Chance. Von den Spielern, die Patrick Fischer in seiner Amtszeit für die November-Länderspiele aufgeboten hat, waren jedes Mal mindestens fünf bei der WM im Mai dabei. Für einige war der gute Auftritt im November der erste Schritt zu einer überraschenden WM-Nomination. Ruhm im November kann unerwartete WM-Helden machen.

Wer an die WM ging

Spieler, die von Trainer Patrick Fischer im November aufgeboten wurden und im Mai dann auch an der WM dabei waren:
November 2016 (8): Raphael Diaz, Romain Loeffel, Joël Genazzi, Dominik Schlumpf, Vincent Praplan, Thomas Rüfenacht, Gaëtan Haas, Reto Schäppi.
November 2017 (12): Jonas Hiller, Michael Fora, Raphael Diaz, Joël Genazzi, Ramon Untersander, Reto Schäppi, Enzo Corvi, Grégory Hofmann, Gaëtan Haas, Simon Moser, Tristan Scherwey, Chris Baltisberger
November 2018 (5): Michael Fora, Lukas Frick, Christoph Bertschy, Lino Martschini, Noah Rod.

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