Pirmin Schwegler hat sich bis jetzt weder für noch gegen den FCL entschieden

Der Bruder von Luzern-Captain Christian Schwegler spielt in Sydney bei den Wanderers. In Australien erlebt er schwierige Bedingungen.

Daniel Wyrsch
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Ex-FCL-Profi Pirmin Schwegler hat sich seinen Lebenstraum in Australien erfüllt, seit Sommer spielt der Mittelfeldmann für die Western Sydney Wanderers.

Ex-FCL-Profi Pirmin Schwegler hat sich seinen Lebenstraum in Australien erfüllt, seit Sommer spielt der Mittelfeldmann für die Western Sydney Wanderers.

Bilder: Western Sydney Wanderers FC (Sydney, März 2020)

Pirmin Schwegler hat am Montag seinen 33. Geburtstag gefeiert. Der zentrale Mittelfeldspieler brachte Kuchen mit zum Training der Western Sydney Wanderers. Danach feierte er zu Hause in der Mietwohnung mit seiner Frau und «im kleinen Rahmen. Familie und Freunde sind halt sehr weit weg», sagt der Ettiswiler am Telefon.

Doch trotz der Distanz und dem Zeitunterschied von plus zehn Stunden zur Schweiz: Seinen Lebenstraum Australien habe er zusammen mit seiner Frau noch mitnehmen wollen, bevor die Karriere zu Ende geht.

Babbels Nachfolger hat dem Team frischen Elan gegeben

Seit der neue Coach Jean-Paul de Marigny übernommen hat, läuft es den Wanderers wieder. Aus den letzten fünf Spielen resultierten zehn Punkte. Dabei gewannen sie wie in der Vorrunde das prestigeträchtige Stadtderby gegen den Leader FC Sydney (1:0). «Wir sind der Arbeiterverein, der sein Stadion etwas ausserhalb von Sydney hat. 30000 Zuschauer kamen zum Heimspiel, es herrschte Stimmung wie in der Bundesliga», schwärmt der Ex-Profi von Leverkusen, Eintracht Frankfurt, Hoffenheim und Hannover 96.

Beim 5:2-Sieg über Adelaide schoss er sein erstes Tor und gab dazu einen Assist. Schwegler gewohnt bescheiden: «Toreschiessen ist nicht meine Hauptaufgabe, wichtiger ist, dass wir wieder erfolgreich sind und die jungen australischen Teamkollegen Selbstvertrauen getankt haben.» Die Wanderers sind zurück im Kampf um die Playoffs der besten sechs Teams. Zuvor hatte man unter Ex-FCL-Trainer Markus Babbel oft verloren. Zu dessen Entlassung sagt Schwegler: «Das ist das Gesetz des Fussballs, wir waren in einem Formtief. Ein Coachwechsel tut immer weh.»

Fünfstündiger Flug für ein Spiel in Perth

Schade sei gewesen, dass mit Alex Meier der neue Star des Vereins wieder gegangen ist. Nach zwölf Einsätzen (ein Tor) hatte er die A-League aus persönlichen Gründen verlassen. Schwegler zeigt Verständnis für den 37-jährigen Ex-Eintracht-Goalgetter: «Obwohl der Klub professionell geführt ist, wir tolle Fans haben, ist Fussballspielen in Australien ein Abenteuer!» Er denkt dabei beispielsweise an die längste Auswärtsreise seiner Karriere: Fünf Stunden dauerte allein der Hinflug zu einem Match in Perth. «Das ist verrückt», findet er.

Schwegler: «Als Spieler hat man mit den vielen Reisen, der Zeitumstellung und den klimatischen Bedingungen zu kämpfen.» Über 40 Grad Celsius seien keine Seltenheit. In Brisbane erlebte er ein Spiel zwar bei 30 Grad, «aber die Luftfeuchtigkeit betrug 90 Prozent. Da musst du fit sein.» Klar sei das Tempo nicht sehr hoch. «Das technische Niveau ist dafür beachtlich – und die Liga ist sehr ausgeglichen.»

Pirmin Schwegler im Outback: Auch Schlangen und Spinnen gehören zu Australiens Tierreich.

Pirmin Schwegler im Outback: Auch Schlangen und Spinnen gehören zu Australiens Tierreich. 

Bild: PD (März 2020)

Heimkehr nach 14 Jahren im Ausland?

Erleichtert ist der Bruder von FCL-Captain Christian Schwegler, dass nach den Buschbränden wieder Normalität herrscht. Der Rauch habe sich selbst in Sydney lange hartnäckig gehalten, Trainings wurden in den Kraftraum verlegt. Dafür ist die australische Meisterschaft mindestens zurzeit nicht vom Corona-Virus beeinträchtigt. Alle Spiele finden wie geplant statt.

Der 14-fache Internationale will nach 13 Jahren Bundesliga und einer Saison in Australien noch nicht sagen, ob er zurück in die Schweiz und zum FC Luzern kommt: «Zuerst will ich mit den Wanderers die Playoffs bestreiten, erst danach entscheide ich über die Zukunft.» Eine Absage an den FCL ist das nicht.

Pirmin Schwegler im Januar 2020 als Zuschauer beim Australian Open in Melbourne.

Pirmin Schwegler im Januar 2020 als Zuschauer beim Australian Open in Melbourne.

Bild: PD