Pius Kaspar ist für die Führung im FCL-Nachwuchs vorbereitet

Das Erbe von Genesio Colatrella hat ein nur wenig bekannter Mann angetreten. Er kennt die Luzerner Talente seit Jahren.

Daniel Wyrsch
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Der neue Technische Leiter Nachwuchs des FC Luzern, Pius Kaspar, in der Swisspor-Arena.

Der neue Technische Leiter Nachwuchs des FC Luzern, Pius Kaspar, in der Swisspor-Arena.

Bild: Daniel Wyrsch (Luzern, 12.Februar 2020)

Pius Kaspar (42) ist seit vergangener Woche Technischer Leiter Nachwuchs beim FC Luzern. Kaspar wer? Diese Frage hat sich manch einer gestellt, der sich für das Innerschweizer Fussball-Aushängeschild interessiert. Denn Kaspars Vorgänger sind in der Fussball-Szene weitaus bekannter, sie heissen Laurent Prince, Andy Egli und Genesio Colatrella.

Seit Anfang Januar und dem Amtsantritt des neuen FCL-Trainers Fabio Celestini ist Colatrella dessen Assistent. Viereinhalb Jahre führte dieser zuvor die Nachwuchsabteilung. Pius Kaspar war im ersten Moment auch «ein wenig überrascht, als mich Sportchef Remo Meyer angefragt hat», bestätigt der in Schüpfheim gross gewordene ehemalige regionale Fussballer. «Aber ich bin schon lange dabei und entsprechend gut vorbereitet auf den Job», sagt er.

Langjährige Erfahrung und fundierte Ausbildung

Zehn Jahre ist Pius Kaspar bereits für den FC Luzern tätig. Zuerst hatte der ausgebildete Turn- und Sportlehrer ein Praktikum im Nachwuchs gemacht. Später hat er die Löwenschule aufgebaut. «Ich hatte die Idee, die von Stevie Brunner stammt, umsetzen dürfen», erzählt Pius Kaspar. Die Löwenschule ist für den FCL eine Erfolgsgeschichte, dabei geht es vordringlich darum, dass der Kinderfussball an sieben Orten in der Innerschweiz dezentralisiert geführt wird.

Die vergangenen zwei Jahren hat sich Kaspar nicht mehr den jüngsten Fussballern, sondern den ältesten Juniorenteams U16 bis U21 gewidmet. Er war vor allem in diesem Bereich verantwortlich für die Spiel- und Videoanalyse. Dazu hatte sich der zweifache Vater, der mit seiner Familie in Horw wohnt, weitergebildet. An der deutschen Sporthochschule Köln machte er den Master of Arts der Universität Köln in Spielanalyse. «Ich habe enorm davon profitiert. Das Wissenschaftliche im Studium und die Umsetzung bei der Arbeit im Club», sagt Kaspar.

Bei der Spielanalyse- Koryphäe Memmert gelernt

Beeindruckt hat Pius Kaspar während seiner Studienzeit in Köln besonders Professor Daniel Memmert. Der 49-jährige Deutsche gilt international als Koryphäe der Spielanalyse. «Er ist ein Visionär, der unter anderem für die deutsche Nationalmannschaft tätig ist. Professor Memmert ist so anerkannt, dass er beispielsweise beim FC Barcelona für Vorträge eingeladen wird», erzählt Kaspar. «Der Kontakt mit ihm ist wertvoll.»

Beim FC Luzern hat Pius Kaspar seine Führungsarbeit per sofort übernommen. Nachdem die Nachwuchsabteilung die letzten fünf Wochen nach dem Abgang von Genesio Colatrella von mehreren Personen interimistisch geleitet wurde, «macht es sicher Sinn, wenn es wieder einen hauptverantwortlichen Leiter gibt». Die Hierarchie und die Dienstwege seien somit klar. Wie schon sein Vorgänger kann er sich auf die Unterstützung von Brigitte Steiner verlassen, sie ist die administrative Leiterin im Nachwuchs. In einem grossen Betrieb mit insgesamt über 100 Trainern, die überwiegend in einem Teilzeitpensum angestellt sind, ist der Technische Leiter natürlich darauf angewiesen. Verändert habe er in der kurzen Zeit noch nicht viel, sagt Kaspar. «Die Rückrunde ist aufgegleist. Meine Aufgabe ist es jetzt, die neue Saison mit den Trainern zu planen.» Erste Gelegenheit dazu gibt es in dem am Samstag beginnenden Trainingslager in der Nähe von Valencia. «Dort werde ich Gespräche mit den Trainern führen.»

Das Ziel ist, die erfolgreiche Arbeit weiterzuführen

Pius Kaspar setzt auf Kontinuität. Die Zeit von Nachwuchschef Genesio Colatrella geht als äusserst erfolgreiche in die Vereinsannalen ein. Dabei geht es nicht nur um zahlreiche Titelgewinne, sondern in erster Linie um die Débuts von Junioren in der Super League. 15 hat es seit 2015 gegeben, eine hohe Quote. So erklärt denn auch Pius Kaspar: «Ich will die sehr erfolgreiche Arbeit in unserem Nachwuchs weiterführen. Die jungen Spieler an die erste Mannschaft heranführen, sie entwickeln, damit sie den Durchbruch schaffen können.» Motivierend findet er, «dass diese Chance hier für willensstarke Jungprofis besteht.»