Playoff-Halbfinal
HC Kriens-Luzern verliert gegen Schaffhausen: «Zum x-ten Mal in dieser Saison haben wir uns selber geschlagen»

Am Samstag gab es für den HC Kriens-Luzern nichts zu holen. Die Zentralschweizer verloren das Spiel gegen Schaffhausen mit 22:29.

Stephan Santschi
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Hleb Harbuz, mitte rechts, und Filip Gavranovic, links, von Kriens im Spiel gegen Erik Schmidt, mitte links, von Schaffhausen.

Hleb Harbuz, mitte rechts, und Filip Gavranovic, links, von Kriens im Spiel gegen Erik Schmidt, mitte links, von Schaffhausen.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Kriens, 29. Mai 2021)

«Die Krienser haben uns hier zweimal zerstört. Das hat grosse Narben hinterlassen.» Nik Tominec, der Megger in Diensten der Kadetten Schaffhausen, erinnerte sich im Moment des Erfolgs an harte Zeiten zurück. Zweimal waren sie in dieser Saison aus der Krauerhalle geschossen worden – Ende September mit 24:32 und im April sogar mit 26:37.

Nun aber ist Mai, Playoff-Halbfinal, und dann lebt der Branchenkrösus aus der Munotstadt traditionsgemäss auf. Am Samstag jedenfalls gab es für die Zentralschweizer nichts zu holen, mit 22:29 wurden sie abgefertigt. Im sechsten Duell mit Schaffhausen waren sie erstmals chancenlos und dies obwohl dem Gegner mit den kranken Sebastian Frimmel und Gabor Csaszar die besten Torschützen fehlten. «Kriens nutzt Dummheiten aus, das ist ihre Stärke. Diesmal haben wir uns keine Dummheiten erlaubt, sondern das Tempo des Spiels selbst bestimmt», resümierte Flügelspieler Tominec.

Dummheiten erlaubte sich der HC Kriens-Luzern selber reichlich, nach einer ausgeglichenen Viertelstunde (8:8) erlitt sein Offensivspiel einen ersten Bruch. Hleb Harbuz und Janus Lapajne bauten nach einem furiosen Auftakt ab und wenn der weissrussische Topskorer und der slowenische Spielgestalter nicht ihr Potenzial abrufen, wird es für die ganze Mannschaft kompliziert. «Zum x-ten Mal in dieser Saison haben wir uns selber geschlagen, der Fokus und die Konzentration haben gefehlt, wir machten zu viele technische Fehler», monierte HCKL-Trainer Goran Perkovac.

Wieder bleiben die Krienser elf Minuten ohne Torerfolg

Zur Pause lag sein Team mit 12:16 zurück und die Hoffnung auf Besserung sollte nach dem Seitenwechsel rasch weggewischt werden. Schaffhausen deckte stark, antizipierte die Krienser Angriffe gut, den Rest erledigte Goalie Kristian Pilipovic. Wie schon im ersten Spiel in dieser Playoff-Halbfinalserie am letzten Mittwoch in Schaffhausen (22:25) blieb Kriens-Luzern während elf Minuten ohne Treffer, prallte immer wieder an der orangen Wand ab, sah den Rückstand diesmal von einem 15:20 (37.) auf ein aussichtsloses 15:25 (48.) anwachsen.

Lapajne versuchte vieles, das Meiste misslang, seine Unberechenbarkeit düpierte diesmal nicht den Gegner, sondern das eigene Team. Und die junge Garde im Aufbau mit Tomas Piroch (21), Moritz Oertli (20) und Tim Rellstab (19) zollt in der entscheidenden Phase der Saison dem Druck ihren Tribut, spielt nicht befreit auf. «Ich habe die positive Ausstrahlung vermisst, die Aggressivität», so Perkovac. Und Flügelspieler Ramon Schlumpf hielt fest: «Uns ist die Leichtigkeit etwas abhandengekommen.»

Donat Bartok, links, von Schaffhausen im Spiel gegen Ramon Schlumpf, rechts, von Kriens.

Donat Bartok, links, von Schaffhausen im Spiel gegen Ramon Schlumpf, rechts, von Kriens.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Kriens, 29. Mai 2021)

«Wir haben keine Lust, nur zu trainieren»

Somit liegt der HC Kriens-Luzern in der Best-of-5-Serie mit 0:2-Siegen zurück, am kommenden Mittwoch droht in Schaffhausen das Saisonende. «Wir wollen uns nicht mit 0:3 abfertigen lassen. Wir haben keine Lust, nur zu trainieren», sagt Schlumpf mit dem Hinweis, dass bei einem Ausscheiden der Trainingsbetrieb weitergeführt werde. Was aber spricht noch für Kriens-Luzern? Um den Energiehaushalt ist es nach dem kräfteraubenden Viertelfinal gegen Thun schlecht bestellt.

Mit Goalie Paul Bar, Rückraumspieler Jernej Papez und Abwehrchef Aljaz Lavric fehlen zudem die drei ältesten Akteure aus gesundheitlichen Gründen. Harbuz und Filip Gavranovic sind angeschlagen. Die Jungen tun sich schwer mit der Erwartungshaltung. Den Glauben habe man nicht verloren, versichert Perkovac zwar. Dummheiten vom Gegner darf er aber nicht mehr erwarten, wie Nik Tominec betont: «Wir werden so spielen, als ob es 0:0 steht. Und dann vor eigenem Publikum alles klarmachen.»

Kriens-LU - Schaffhausen 22:29 (12:16)

Krauerhalle. – 50 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 4-mal 2 Minuten gegen Schaffhausen.

Kriens-Luzern: Eicher (10 Paraden)/Stauber/Wenger (2); Idrizi, Piroch (1 Tor), Lapajne (2/1), Harbuz (7/4), Blättler (4), Gavranovic (2), Delchiappo (2); Oertli (1), Rellstab (1), Schlumpf (1), Wanner (1), Stadelmann.

Schaffhausen: Pilipovic (9 Paraden)/Biosca; Tominec (1 Tor), Bartok (6), Schelker (4), Maros (4), Zehnder (4/3), Schmidt (5), Novak (1); Gerbl, Herburger (2), Teubert (1), Montoro, Schopper (1), Langenick.

Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Papez (Rücktritt), Bar und Lavric (beide verletzt). Schaffhausen ohne Küttel, Csaszar und Frimmel (alle krank), Markovic, Sesum (beide verletzt). Lapajne wirft Penalty an den Pfosten (10./5:6). Wenger pariert Penalty von Langenick (58./20:28).

Halbfinal (best of 5). 2. Runde: HC Kriens-Luzern – Kadetten Schaffhausen 22:29 (12:16); Stand: 0:2. HSC Suhr Aarau - Pfadi Winterthur 26:29 (13:15); Stand: 0:2.

3. Runde. Mittwoch, 17.45 Uhr: Schaffhausen - Kriens-Luzern. Winterthur - Suhr Aarau.