Playoff-Viertelfinal
Zuger Leidenschaft bleibt unbelohnt: Aus im siebten Spiel

Die Zentralschweizer NLA-Unihockeyaner scheitern im Playoff-Viertelfinal an Titelverteidiger Wiler-Ersigen. Am Samstag hegt Zug United noch Hoffnung.

Ruedi Burkard
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Am Samstag erkämpft sich Zug mit Luca Graf (links) dank einem 6:5-Sieg das siebte Spiel.

Am Samstag erkämpft sich Zug mit Luca Graf (links) dank einem 6:5-Sieg das siebte Spiel.

Bild: Jakob Ineichen (Zug, 27. März 2021)

Sie kämpften, sie litten und sie boten dem Favoriten die Stirn. Und doch war es am Ende so wie immer. Nach einer abschliessenden 4:9-Auswärtsniederlage am Sonntagabend im siebten und entscheidenden Spiel schieden die Zuger gegen Rekordmeister Wiler-Ersigen aus. Auch im dritten Anlauf gelang es den Zugern also nicht, erstmals eine K.o.-Runde zu überstehen. 2018 und 2019 war Köniz besser, vor einem Jahr stoppte der Saisonabbruch wegen Corona das Unterfangen der Zuger. Und diesmal also Wiler-Ersigen.

Dabei wähnten sich die Zuger nach dem spektakulären 6:5-Sieg nach Verlängerung am Samstag – welcher in der Serie den Ausgleich zum 3:3 bedeutet hatte – noch in einer formidablen Lage. Teamcaptain Tim Mock sah vor der sonntäglichen «Finalissima» das Momentum jedenfalls auf Seiten seines Teams. Er sagt keck:

«Jetzt fahren wir zu Wiler und schaffen den Einzug in den Halbfinal.»

Doch dann war der Favorit aus dem Bernbiet zu clever, als dass die Zuger ihn hätten übertölpeln können. Kurz nach Start des zweiten Drittels schraubten Pylsy mit zwei Toren und Rentsch innert 128 Sekunden das Skore auf 4:1. Und als erneut Pylsy noch vor der Hälfte der Spielzeit per Penalty das 5:1 erzielte, war die Partie gelaufen. Wohl kämpften sich die Zuger in der Folge zum 3:5 (36.) und 4:6 (41.) heran. Doch im Schlussabschnitt schwanden die Kräfte der Zentralschweizer zusehends. Und so gewann Wiler-Ersigen schliesslich die Partie mit 9:4 und die Serie mit 4:3 nach Siegen.

Eine Saison wie eine Achterbahnfahrt

Die vierte NLA-Saison nach dem Wiederaufstieg ist für Zug United nicht ganz so verlaufen, wie es sich die Verantwortlichen der ambitionierten Zentralschweizer im vergangenen Sommer ausgemalt hatten. Nach dem sensationellen Cupsieg in der Vorsaison gegen Alligator Malans – notabene dem ersten Pokalgewinn in der 16-jährigen Vereinsgeschichte – wollte man auch bei der Vergabe des Meistertitels ein Wörtchen mitreden. So gab der neue Zuger Stürmer André Andersson noch vor dem ersten Meisterschaftsspiel bekannt, dass er NLA-Topskorer werden «und mit der Mannschaft den Playoff-Final erreichen» wolle. Die Zuger rumpelten nach einer 2:14-Ohrfeige im Supercup gegen Malans in die neue Saison. Richtig in Schwung kamen die Zentralschweizer während der 15 Spiele dauernden Qualifikation nie. Neben grossen Spielen – Sieg auswärts gegen Wiler-Ersigen, 12:4-Spektakel gegen Thun – setzte es auch bittere Niederlagen ab. In Erinnerung gerufen sei hier nur die 5:6-Pleite nach Verlängerung beim Tabellenletzten Ad Astra Sarnen.

Dass die Zuger im Playoff-Viertelfinal als Fünfte gegen den Rekordmeister antreten mussten, war auch ein wenig Pech. Nicht zupass kam den Zentralschweizern zudem, dass Wiler-Ersigen mit seinen finnischen Weltmeistern im Playoff gerade noch zur Normalform fand. Und so die Viertelfinal-Serie nach einem 1:2-Rückstand noch drehen und standesgemäss in den Halbfinal gegen die Grasshoppers einziehen konnte. Und was bleibt für die Zuger nach der Saison 2020/21? Das Wissen, dass sie in ihrer Entwicklung einen weiteren, grossen Schritt nach vorne gemacht haben. Fahren sie auch unter dem neuen Trainer Antti Ruokonen, einem 57-jährigen Finnen, damit fort, die eigenen jungen Spieler zu fördern und fordern, sind sie auf sehr gutem Weg in die Zukunft. Und treten die beiden potenziellen Scharfschützen vom Dienst – die Schweden Alexander Hallén und André Andersson – nächste Saison in den Playoffs ähnlich dominant auf wie heuer in der Qualifikation, ist Zug United ein ganz heisser Kandidat zumindest für den Einzug in den Halbfinal.

Unihockey, Männer

NLA. Playoffs. Viertelfinals (Best of 7). 6. Runde (Samstag): Rychenberg Winterthur (6.) – Malans (2.) 4:7 (0:1, 2:3, 1:2); Schlussstand 2:4. Langnau (7.) – Köniz (3.) 0:10 (0:2, 0:2, 0:6); Schlussstand 2:4. Zug United (5.) – Wiler Ersigen (4.) 6:5 (3:2, 1:0, 1:3, 1:0) nach Verlängerung.

Zug – Wiler-Ersigen 6:5 (3:2, 1:0, 1:3, 1:0) n. V.
Kantonsschule. – 0 Zuschauer. – SR Preisig/Schädler. – Tore: 11. Dudovic 0:1. 13. Mutter (Louis) 0:2. 18. Staub (Furger) 1:2. 19. Bachmann (Rubi) 2:2. 20. Furger (Hallén) 3:2. 38. Andersson (Julkunen) 4:2. 44. Rentsch (Louis) 4:3. 46. Persici (Pylsy) 4:4. 56. Furger (Graf/Ausschuss Rentsch) 5:4. 60. (59:47) Rentsch (Pylsy/Wiler ohne Torhüter) 5:5. 66. Julkunen (Graf) 6:5. – Strafen: Je 1-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Pfostenschüsse: Julkunen (38), Dudovic (58.).

7. Runde (Sonntag):Wiler Ersigen – Zug United 9:4 (1:1, 5:2, 3:1); Schlussstand 4:3.
Halbfinals (Best of 7): Grasshoppers (1.) – Wiler Ersigen (4.), Malans (2.) – Köniz (3.).

Wiler-Ersigen – Zug United 9:4 (1:1, 5:2, 3:1)
Grossmatt, Kirchberg BE. – 0 Zuschauer. – SR Fässler/Schläpfer. – Tore: 2. Dudovic (Sikora) 1:0. 8. Uhr (Furger) 1:1. 21. Pylsy (Bürki) 2:1. 23. Pylsy (Penalty) 3:1. 23. Rentsch (Louis) 4:1. 27. Pylsy (Hollenstein) 5:1. 32. Furger (Julkunen/Ausschluss Pylsy) 5:2. 36. Hallén (Staub) 5:3. 40. Mutter (Louis) 6:3. 41. Andersson (Penalty) 6:4. 43. Louis (Mutter) 7:4. 48. Ziehli (Mutter) 8:4. 57. Pylsy (Affolter) 9:4. – Strafen: Je 1-mal 2 Minuten. – Bemerkungen: 23. Time-out Zug.