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Frauenfussball-WM: Stürmerin Popp telefoniert nach Hause

Kurz vor ihrem 100. Spiel im Dress der deutschen Nationalmannschaft erzielt Stürmerin Alexandra Popp ihren ersten WM-Treffer – in typischer Manier.
Jana Lange und Nikolas Schmitz (SID)
Alexandra Popp im Training während der WM-Vorbereitung. (Bild: Getty; Grassau, 25. Mai 2019)

Alexandra Popp im Training während der WM-Vorbereitung. (Bild: Getty; Grassau, 25. Mai 2019)

Alexandra Popp ging auch nach dem WM-Gruppensieg energisch voran. Als die deutschen Fussballerinnen am Montagabend mit Karnevalsmusik im Crowne Plaza Hotel von Montpellier einmarschierten, sang die Kapitänin an der Spitze inbrünstig den Klassiker «Wenn et Trömmelche jeht» mit. Ihr erstes WM-Tor in Frankreich beim 4:0 (3:0) zum Vorrundenabschluss gegen Südafrika war für die 28-Jährige vom VfL Wolfsburg offensichtlich eine Erlösung. Nach dem wuchtigen Kopfball Marke Popp (40.) nach Flanke von Giulia Gwinn zeigte sie mit Links eine Telefongeste und den rechten Zeigefinger gen Himmel. «Das war ein Zeichen für meine Familie und Freunde – wie E.T. nach Hause telefonieren», erzählte die Angreiferin später.

Dass Popp vor ihrem 47. Treffer im 99. Länderspiel mit ihrer fehlenden Durchschlagskraft gehadert hatte, liess die Bundestrainerin durchblicken. «Poppi ist eine Spielerin, die permanent alles für dieses Team probiert», sagte Martina Voss-Tecklenburg, die Popp in der Schlussphase beim 1:0 gegen Spanien auch mal ins defensive Mittelfeld beordert hatte. Die langjährige Trainerin der Schweizer Nationalmannschaft sagte weiter: «Sie kämpft auch um ihre Tore, sieht sich als Stürmerin in dieser Verantwortung.» Das Trainerteam habe ihr zur Aufbauarbeit «Szenen gezeigt, in denen sie entscheidend an Toren beteiligt ist». Umso schöner, dass der Knoten noch vor den K.-o.-Spielen geplatzt ist: «Wir brauchen diese Box-Präsenz und Kopfballstärke von ihr. Es ist eine Waffe, und die ist schwer zu verteidigen.»

Neue Rolle als Kapitänin erfüllt Popp mit
Stolz und Demut

«MVT» und ihre Spielfüh­rerin – das ist eine enge Verbindung. Unter ihr reifte Popp einst beim FCR Duisburg (heute MSV) zur National­spielerin. «Sie ist die beste Trainerin, die ich hatte – und jetzt wieder habe», sagte Popp der «Süddeutschen Zeitung». Die neue Rolle als Kapitänin möchte «Poppi» mit «Stolz und Demut» erfüllen, wie sie selbst sagt. Ihre Reaktion nach dem 3:0 gegen die Südafrikanerinnen zeigt, wie ernst sie auch Themen wie das Binnenklima beim zweimaligen Weltmeister nimmt. Denn im Stade de la Mosson drehte «E.T.» ab und lief zur Ersatzbank, um dort demonstrativ mit den Spieler­innen in den lila-farbenen Leibchen zu jubeln. «Ich wollte das Zeichen setzen, dass wir ein Team sind, dass wir zusammengehören und die Spieler­innen auf der Bank unheimlich wichtig für uns sind», erklärte sie bei der Abreise nach Gre­noble.

Dass sie ihr 100. Länderspiel am Samstag ausgerechnet im Achtelfinale einer WM (Gegner noch offen) erleben wird, empfindet die Gevelsbergerin als schöne Momentaufnahme: «Wir haben darüber tatsächlich mal gesprochen. Ich freue mich, wenn ich dann auch zum 100er-Klub gehöre.» In der ruhmreichen deutschen Fussballhistorie ist sie die 26. Spielerin, die diese Marke knackt. Im aktuellen WM-Kader hat nur Mittelfeldspielerin Lena Goessling mit 106 Länderspielen mehr Einsätze vorzuweisen. Dass sie mittlerweile über dem Altersdurchschnitt liegt, macht einem «Feierbiest» wie Popp aber nichts aus: «Es macht einfach unheimlich Spass, mit dieser jungen, verrückten Mannschaft zu spielen.»

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