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PORTRÄT DER WOCHE: Luka Sliskovic ist zurück und stärker als je zuvor

Luka Sliskovic gestern Montag bei der Arbeit in der FCL-Geschäftsstelle, die sich in der Swissporarena befindet. (Bild Pius Amrein)

Luka Sliskovic gestern Montag bei der Arbeit in der FCL-Geschäftsstelle, die sich in der Swissporarena befindet. (Bild Pius Amrein)

Roland Bucher

Einmal, vor knapp zwei Jahren, war Luka Sliskovic schon ganz nahe dran. Der Surseer schnupperte im Kader der ersten Mannschaft, durfte im Winter mit ins Trainingscamp, erhielt Einsatzminuten in mehreren Freundschaftspartien – und nach einem Zweikampf eine niederschmetternde Diagnose: komplizierte Fraktur des Mittelfussknochens. Aufgeben, resignieren? Nein, das ist nicht die Art des Luka Sliskovic: «Im ersten Augenblick war es arg. Aber ich habe nie daran gezweifelt, dass ich zurückkehre. Und zwar stärker als je zuvor.»

Es waren keine leeren Worte, mit denen sich der junge Surseer in der langen, harten Zeit der Rehabilitation tröstete. Jetzt, da es gilt, sich erneut für höhere Aufgaben – sprich eine Selektion für den Profibetrieb – zu empfehlen, blüht Luka Sliskovic wieder auf. Wenn der pfeilschnelle Linksflügel von der Flanke aus in Richtung Strafraum stürmt, herrscht beim Gegner höchste Alarmstufe. Zehn Meisterschaftstreffer und einige Assists hatte er als Zielvorgabe für diese 1.-Liga-Vorrunde als persönlichen Anspruch deklariert – 14 Tore und 4 Vorlagen sind es geworden. «Doch», sagt der Rückkehrer, «ich bin zufrieden mit meiner persönlichen Ausbeute, meine Form stimmt. Aber viel wichtiger ist, dass wir als Mannschaft momentan auf Rang 1 stehen.»

Cristiano Ronaldo ist sein Vorbild

Und genau so wichtig ist, spürt der Torjäger in seiner persönlichen Perspektive, dass er sich jetzt nicht zurücklehne. «Ich weiss, dass ich weiterhin hart an mir arbeiten muss, viel härter noch als die anderen. Ich weiss, dass ich alles dem Fussball unterordnen muss, wenn ich meine hohen Ziele erreichen will. Ja, ich bin ein Arbeitstier, ich kann mich plagen, wenn ich mir etwas vorgenommen habe.» Und damit wäre der virtuelle Kontakt zu Cristiano Ronaldo hergestellt. Luka Sliskovic führt keinen Geringeren als den amtierenden Weltfussballer als sein Vorbild auf, und damit er nicht hochnäsig wirkt, sei beigefügt: «In erster Linie beeindruckt mich an ihm, wie er sich seinen Erfolg erarbeitet.» Ronaldo sei der Inbegriff für die sportliche Standardformel «ohne Fleiss keinen Preis»: «Er ackert zwei Stunden vor dem offiziellen Training bereits im Kraftraum. Nach der Einheit mit der Mannschaft geht es für ihn weiter mit individuellen Übungen – er tut einfach alles dafür, um aus seinen Talenten das Bestmögliche herauszukitzeln. Es lohnt sich unter allen Umständen, ihm in dieser Beziehung nachzueifern.»

Auch Luka Sliskovic, der nach Junioren-, Lehr- und Wanderjahren bei Sursee und Kriens in der U-18-Selektion des FC Luzern Aufnahme fand, verbringt nach den offiziellen Trainingseinheiten viel Zeit im Kraftraum. «Ich stärke jeden Tag eine spezielle Körperpartie. Am Montag zum Beispiel die Brust, am Dienstag die Schultern. Meine Trumpfkarte als Stürmer ist die Schnelligkeit. Aber nur, wenn ich noch schneller werde, noch athletischer – nur dann darf ich mir eine Option ausrechnen, als Fussballer von einer Profikarriere zu träumen.»

Gerardo Seoane, der Mentor

Wie man den (Fuss-)Ball sanft streichelt, aber auch kräftig im Netz versenkt, das erlernte Klein-Luka in innerbetrieblicher familiärer Ausbildung: «Mein Vater, meine beiden Brüder und ich waren fast jeden Tag auf dem Pausenplatz anzutreffen. Dort haben wir Strassenfussball gespielt.» Dragan, der Papa, und Lidija, die Mama, sind auch heute noch Lukas grösste Fans: «Sie sind an jedem Spiel dabei. Ihre Unterstützung ist für mich enorm wertvoll.» Genau so wertvoll wie der Glücksfall, dass die Stürmer-Angriffshoffnung seit zwei Jahren in der Obhut des früheren FCL-Fanionspielers Gerardo Seoane steht: «Als U-18- und U-21-Trainer hat er mich dorthin gebracht, wo ich heute stehe. Ich verdanke ihm viel, von ihm kann ich viel lernen. Abschauen, lernen, kopieren.»

Nun, ob es Luka Sliskovic beim FC Luzern zu höheren Meriten reicht, das steht im Augenblick noch in den November-Sternen geschrieben. Bald wird sich die Chefetage entscheiden, wer im Januar mit ins Trainingslager nach Spanien darf: «Wenn sie mich mitnehmen», gesteht das Torjäger-Juwel, der seine KV-Ausbildung bald abschliesst und dieser Monate das nötige Praktikum auf der Geschäftsstelle des FC Luzern absolviert, «falls ich mitdarf – dann bin ich einfach glücklich.» Und falls nicht? «Dann kämpfe ich weiter», betont Luka Sliskovic, dessen Vertrag beim FC Luzern im Sommer 2016 ausläuft, «denn Fussball ist mein Leben.» Zweimal hatte das Stürmerjuwel bereits Auftritte mit der Schweizer U-20-Nationalmannschaft, gegen Deutschland und Island. Und bald wird er, der seine Wurzeln in Kroatien hat, aber in Zofingen geboren wurde und den österreichischen Pass vorweist, auch formell die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten. Für alle Fälle: «Falls mir der ganz grosse Sprung gelingt», gesteht er, «und ich weitere internationale Aufgebote bekäme, dann würde ich mich wohl für die Schweiz entscheiden.»

Gut zu wissen für die Selektionäre, allenfalls einen solch jungen Torfabrikanten in der Hinterhand zu haben ...

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