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Pro & Contra

Ist Vladimir Petkovic noch der richtige Nationaltrainer?

Nach dem Eklat um Valon Behrami – wie soll es mit der Schweizer Nationalmannschaft weitergehen? Soll der Schweizerische Fussballverband weiterhin auf Trainer Vladimir Petkovic setzen? Ein Pro und Contra.
Nationalcoach Vladimir Petkovic steht für seine Kommunikation in der Kritik. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Nationalcoach Vladimir Petkovic steht für seine Kommunikation in der Kritik. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Ja - sagt Sportredaktor Ralf Streule

Valon Behrami war so etwas wie der einzige Gewinner der Schweizer WM-Tage. Da war sein überzeugender Auftritt gegen Brasilien. Da war seine Rolle als (selbst ernannter?) Vermittler im Team, mitten im kommunikativen Chaos im Schweizerischen Fussballverband (SFV). Trainer Vladimir Petkovic stand auf der Verliererseite: Er fiel meist durch Schweigen in heiklen Phasen auf. Der Rückenwind scheint Behrami aber nicht gut bekommen zu sein.

Dass er nach einem Telefongespräch mit Petkovic die Öffentlichkeit sucht, direkt auf den Trainer spielt und sich als Opfer darstellt, hat einen sehr faden Beigeschmack. Der 33-Jährige sagt, er sei aus politischen Gründen von Petkovic aus dem Team geworfen worden. Petkovic beschwichtigt, er wolle in den kommenden Partien Jüngeren eine Chance geben. Das ist plausibel: Team-Verjüngungen nach Turnieren sind nichts Aussergewöhnliches. Behrami wird an der EM 2020 bereits 35 Jahre alt sein. Bei einem Spieler, der eher mit physischen Qualitäten denn mit filigraner Technik überzeugt, ein hohes Fussballalter.

Natürlich: Kommunikativ gibt es bei Petkovic Luft nach oben. Doch dass er Behrami am Telefon und nicht im direkten Treffen auf die neue Situation vorbereitet, ist nicht derart abwegig. Dem Trainer aus der «Behrami-Affäre» den Strick zu drehen, wäre deshalb falsch. Eine Chance bis 2020 hat Petkovic verdient, seine Bilanz spricht weiterhin für ihn.

Nein - sagt Sportredaktor Etienne Wuillemin

Nationaltrainer Vladimir Petkovic ist angezählt, seine Chefs ebenfalls – das kann nicht gut gehen. Bester Punkteschnitt eines Trainers der Schweizer Geschichte. Zweimal für ein grosses Turnier qualifiziert. Zweimal souverän den Achtelfinal erreicht. Es spricht einiges für Petkovic. Doch mittlerweile überwiegen die Probleme.

Als sich Ende 2015 der Balkangraben auftat, hat es Petkovic geschafft, den Konflikt zu moderieren. Er wurde sicht- und greifbarer. Nun ist Petkovic ins alte Muster zurückgefallen. Er ist schnell nervös, kommuniziert schlecht – und scheint das Team in entscheidenden Momenten wie im WM-Achtelfinal nicht zu erreichen. Petkovics Ansehen schwindet auch im Team. Die Diskussionen über Doppeladler und Doppelbürger sind am Trainer vorbeigezogen. Dabei wäre es an ihm gelegen, zu vermitteln zwischen Team und Verbandsführung. Nun hat er es sogar geschafft, einen Umbruch, der sportlich zu rechtfertigen ist, per Telefon so unbedarft anzugehen, dass das Vertrauen der Spieler und der Öffentlichkeit in ihn schwindet.

Es ist fraglich, ob Petkovic das Steuer noch einmal herumreissen kann. Auch seine Vorgesetzten sind angezählt nach den jüngsten Wochen des Versagens. Vielleicht würde ein Blick in die Politik oder Wirtschaft helfen. Und die Erkenntnis reifen: In der Krise braucht es für einen gelungenen Neustart auch frische personelle Kräfte.

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