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Boxer Zino Meuli: «So gut vorbereitet
war ich noch nie»

Zino Meuli vom Boxclub Sportring St. Gallen ist morgen die Hauptattraktion am Meeting in der Bodensee-Arena. Für seinen zwölften Profikampf ging der Athlet im Training an seine Grenzen.
Ives Bruggmann
Zino Meuli (links) und Trainer Christian Würgler im letzten Training vor dem Profikampf. (Bild: Benjamin Manser)

Zino Meuli (links) und Trainer Christian Würgler im letzten Training vor dem Profikampf. (Bild: Benjamin Manser)

Zino Meuli ist im Tunnel. Es läuft das letzte Training vor seinem zwölften Profikampf im Boxkeller seines Clubs Sportring St. Gallen in Wittenbach. Der Schweiss tropft. Nicht nur bei ihm, auch bei seinem Trainer. Christian Würgler gibt seinem Schützling mit seinen Pratzen den Takt und die Schlagfolge vor, genaustens abgestimmt auf den Gegner. «Schnell rein, schnell raus» lautet das Motto. «Pha, pha pha», schreit Meuli, während er schlägt. Er ist der Erschöpfung nahe, denn auch dieses Training ist wie so oft genau auf die Kampfdistanz von zehn Runden angelegt. An diesem Tag hat er schon drei Runden à drei Minuten im Schattenboxen absolviert. Nun läuft die letzte von neun Runden Schlagtraining. «Vor allem, wenn ich nicht mehr mag, stelle ich mir oftmals den Gegner bildlich vor», sagt Meuli nach der Einheit. Er ist müde, weiss aber, dass er alles aus seinem Körper herausgeholt hat. «So gut vorbereitet war ich noch nie», sagt der 25-jährige Boxer, um gleich anzufügen: «Das ist gegen diesen Gegner aber auch notwendig.»

Die Ausgangslage vor Meulis zwölftem Profikampf ist anders als bisher: Erstmals geht der Horner als Aussenseiter in ein Meeting. Gegner ist der erfahrene Südafrikaner Tsiko Mulovhedzi, der bereits 23-mal als Profi im Ring stand und Träger interkontinentaler Titel war. In der Weltrangliste im Weltergewicht bis 66 Kilogramm steht Mulovhedzi an Position 60, Meuli ist 198.

Ferien für das Boxen geopfert

Meuli gibt zu, dass ihn auch die Angst vor der Niederlage in der Vorbereitung von Zeit zu Zeit beschäftigt hatte. Im Boxsport sei dies aber normal. Dieser Umstand führe auch dazu, dass man sich im Training voll verausgaben könne. «Der Kampf ist wichtiger als alles andere», sagt Meuli, der zwar als Profiboxer antritt, jedoch hauptberuflich als Kommunikationsbeauftragter an der Fachhochschule in St. Gallen arbeitet und daneben ein Wirtschaftsstudium absolviert.

Die Ferien, sowohl in der Schule als auch im Beruf, erlaubten es Meuli in den vergangenen Wochen, sich voll auf das Boxen zu konzentrieren. «Ich habe wie ein Vollprofi trainiert.» Genau an diesem Punkt kommt der Trainer ins Spiel. Der St. Galler Würgler arbeitet seit zwei Jahren mit Meuli zusammen, bereitet alle Einheiten minutiös vor und bildet sich auch selber immer wieder weiter. So verbrachte er unter anderem eine Woche am Olympiastützpunkt der deutschen Boxer in Frankfurt an der Oder.

Hunderte Runden Schlagtraining

Mit neuen Methoden schafft es Würgler immer wieder, seinen Schützling zu fordern. «Ich vertraue ihm blind», sagt Meuli. Beide haben in den vergangenen Wochen viel Zeit miteinander verbracht, Hunderte von Runden Schlagtraining absolviert. Pro Woche standen sie viermal zweieinhalb Stunden gemeinsam im Boxkeller. Meuli absolvierte daneben noch drei bis vier Konditionseinheiten. Und dennoch sagt Trainer Würgler: «Ich hätte gerne noch mehr Zeit gehabt.»

Wenn Meuli morgen um etwa 22.30 Uhr in der Kreuzlinger Bodensee-Arena den Ring betritt, ist er bestens vorbereitet. Vier Tage lang wird er dann nur wenig gemacht haben, «um vollständig erholt und hungrig» zu sein. Gewinnt er den Profikampf um einen WBF-Titel, öffnet ihm dies Türen im internationalen Boxmarkt. Er stiege schlagartig in die Top 100 der Weltrangliste auf. «Das war immer mein Ziel.» Und was, wenn Meuli verliert? «Wenn ich ehrlich bin, könnte dies das vorzeitige Ende meiner Boxkarriere bedeuten.»

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