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PROFISPORT: Ein schmerzhafter Teufelskreis

Weil die Zeit bis zum nächsten Wettkampf drängt, kurieren viele Athleten kleinere Verletzungen nicht richtig aus. Das Gleichgewicht zwischen Ehrgeiz, Erfolgsaussicht und notwendigen Pausen ist gestört. Max Heinzer kennt das Problem.
Stefan Klinger
Max Heinzer wird immer wieder von den Schmerzen im linken Fuss eingeholt: Im Juli musste er sich in Kasan während des Wettkampfs behandeln lassen. (Bild: Keystone/Waleri Melnikow)

Max Heinzer wird immer wieder von den Schmerzen im linken Fuss eingeholt: Im Juli musste er sich in Kasan während des Wettkampfs behandeln lassen. (Bild: Keystone/Waleri Melnikow)

Die Leidensgeschichte von Degenfechter Max Heinzer beginnt im Januar 2011 mit einem harmlosen Trainingsunfall. Kurz vor dem ersten Weltcupturnier der Saison knickt er bei einem Angriff, wie er ihn pro Saison ein paar tausend Mal ausführt, mit dem linken Fuss um. Die Bänder am Sprunggelenk, das realisiert der heute 26-Jährige aus Immensee recht schnell, sind nicht gerissen. Doch so erfreulich das für ihn ist, so fatal wird es sich später auswirken.

Weil lediglich alles ein wenig überstrapaziert und nicht weiter schlimm ist, misst Heinzer dem Vorfall keine grosse Bedeutung bei. Statt seinem Fuss ein wenig Ruhe zu gönnen und den Auftakt um ein paar Tage zu verschieben, brennt der ehrgeizige Athlet am Ende der monatelangen Vorbereitung auf den Saisonstart. Alles geht seinen gewohnten Gang. Vorerst. Denn die Belastungen durch die täglichen Trainingseinheiten und die intensiven Wettkämpfe in kurzem Abstand hinterlassen Spuren. In den folgenden Wochen werden die Schmerzen immer grösser. Und so beginnt für den Schwyzer Degenfechter eine Odyssee.

Eine Odyssee von Arzt zu Arzt. Bis heute haben sich acht Ärzte um Heinzers linken Fuss gekümmert. Alle haben ihn versucht zu therapieren. Einer operierte ihn sogar, um einer ständig gereizten Sehne im Sprunggelenk mehr Platz zu verschaffen. Wirklich verbessert hat sich jedoch nichts. «Ich hatte nach der Operation fast mehr Probleme als davor», sagt Heinzer, «in meinem linken Fuss bin ich nicht mehr so beweglich, wie ich es früher einmal war.»

Eine längere Pause muss mal sein

Trotz aller Probleme gibt es für Max Heinzer in den vergangenen drei Saisons aber auch immer die lichten Momente. Tage, an denen die Schmerzen verschwindend gering sind. Wettkämpfe, an denen er sich so fit fühlt, dass er insgesamt fünf Weltcupturniere gewinnt, zweimal EM-Dritter wird und mit dem Team zweimal EM-Gold, einmal WM-Bronze und drei Weltcupsiege holt.

Momente, die ihn für all die Schmerzen entschädigen – und ihn gierig nach den in Reichweite liegenden weiteren wichtigen Erfolgen machen. Und so fällt es dem so ehrgeizigen Sportler stets schwer, mal eine grössere Pause einzulegen. «Du schaust immer, dass du möglichst wenig verpasst, um nicht den Anschluss zu verlieren», sagt er.

Doch die Rechnung geht langfristig nicht auf, wie er kürzlich an der WM in Budapest einsehen musste. Dort war die Aussicht auf Medaillen im Einzel und Team so verlockend, das Pflichtgefühl gegenüber den Mannschaftskollegen so gross, dass ein Startverzicht für Heinzer nicht in Frage kam. Obwohl sein linker Fuss und nun auch noch sein rechtes Handgelenk wegen einer Prellung so sehr schmerzten, dass er ab zehn Tage vor WM-Beginn täglich Schmerzmittel einnehmen musste. Genutzt hat das wenig. Heinzer war beim Saisonhöhepunkt trotzdem körperlich nicht parat und schied früh aus.

Es ist eine Erfahrung, die ihn nun zum Umdenken bringt. So will er künftig sein Trainingsprogramm umstellen, indem er vermehrt ein Alternativtraining einbaut. Vor allem aber will er bei Problemen auch mal einen Weltcup auslassen, um seinem Körper die nötige Erholung zu geben – und damit den Teufelskreis zu durchbrechen.

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