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RAD: Auf der Jagd nach der Zahl 50

Grégory Rast befindet sich in seiner 18. Profisaison. Der 38-jährige Chamer kämpft im Team Trek-Segafredo um einen neuen Vertrag – und um den Beitritt zu einem kleinen Kreis von Klassiker-Fahrern.
Raphael Biermayr
Bestreitet 2018 seine 18. Profisaison: der 38-jährige Chamer Grégory Rast (Mitte). (Bild: Imago/Sirotti (Cote De Saint-Roche, 10. August 2017))

Bestreitet 2018 seine 18. Profisaison: der 38-jährige Chamer Grégory Rast (Mitte). (Bild: Imago/Sirotti (Cote De Saint-Roche, 10. August 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Oft zu Hause in Cham war Grégory Rast im Jahr 2018 noch nicht. Mallorca (zweimal), Dubai, Portugal, Belgien und aktuell Frankreich heissen die Destinationen seines Reiseprogramms seit dem Jahreswechsel. «Es ist eigentlich verrückt, dass man als Radprofi im Winter mehr unterwegs ist als im Sommer», stellt Rast amüsiert fest. Er ist gut drauf, hörbar frisch – auch wenn er erst vor wenigen Minuten nach 187 Kilometern durch das Ziel der zweiten Etappe von Paris–Nizza gefahren ist. Seine Form stimme, sagt er, um lachend hinzuzufügen, «für mein Alter».

Mitte Januar ist Rast 38 Jahre alt geworden. Er befindet sich in seiner 18. Profisaison, vielleicht wird es seine letzte sein. Sein Vertrag mit dem Team Trek-Sega­fredo läuft Ende Saison aus. Er würde gern noch ein Jahr anhängen, hofft auf eine Vertragsverlängerung. «In meinem Alter ist es schwierig, auf dem Markt ein neues Team zu finden», weiss Rast. Ein Teamwechsel kommt deshalb «kaum in Frage – ausser, ein Team will mich unbedingt». Gespräche mit Trek über seine Zukunft hätten noch nicht stattgefunden. «Man fragt nicht jetzt schon nach einem neuen Vertrag. Damit würde man zeigen, dass man Angst um seinen Platz im Team hätte. Erst muss man liefern, erst dann sieht man weiter», zeigt Rast die Gepflogenheiten im Profigeschäft auf.

Von schweren Verletzungen verschont

Liefern heisst in seinem Fall, sich für die Teamleader aufopfern. Als er U23-Fahrer gewesen war, hatte man ihm selbst eine Karriere als Teamleader beschieden. Aber Rast ist gross und verhältnismässig schwer, so fand er sich im Profibereich sehr bald in der Helferrolle wieder. Er begehrte nie dagegen auf, sondern machte das Beste daraus. Unter anderen verhalf er Lance Armstrong (Astana, RadioShack), Fabio Cancellara und Alberto Contador (beide Trek) zu grossen Erfolgen. Gegenwärtig sind der Holländer Bauke Mollema in den Rundfahrten und John Degenkolb in den Klassikern die Leader.

Rasts Momente im Scheinwerferlicht liegen schon einige Zeit zurück. Er gewann die Luxemburg-Rundfahrt (2007), eine Etappe an der Tour de Suisse (2013) und zwei Schweizer-Meister-Titel (2004/06). Doch der Zuger könnte in dieser Saison einem kleinen, erlauchten Kreis beitreten: den Fahrern mit 50 und mehr Starts bei Klassikern. Gegenwärtig steht er bei 48. Rast kennt diese Zahlen, ein Statistiker habe ihn darauf aufmerksam gemacht. Der Chamer macht sich wenig aus der reinen Zahl, aber viel aus dem, was dahintersteckt: «Ich war nie schwer verletzt, hatte also Riesenglück», sagt Rast.

Als Beispiel für einen, der im Gegensatz zu ihm Pech hatte, erwähnt er Martin Elmiger. Sein Freund seit Jugendtagen ist nach der Saison 2017 zurückgetreten. Und so werden Rast und Michael Albasini die letzten Vertreter ihrer Generation von Schweizer Fahrern sein.

Klassiker wie Mailand–San Remo, die Flandern-Rundfahrt sowie Paris–Roubaix stehen im Saisonprogramm des Zugers. Das ist keine Garantie für einen Start, zumal seit dieser Saison sieben statt acht Fahrer pro Mannschaft zu einem Klassiker starten dürfen. Aber es ist ein Grund zur Zuversicht. Und eben diese Zuversicht hat den unbekümmerten Grégory Rast weit gebracht.

Paris–Nizza (Word Tour)

7. Etappe, Nizza–Valdeblore (175 km): 1. Yates (GBR) 5:02:54. 2. Teuns (BEL) 0:08 zurück. 3. Jon Izaguirre (ESP). 4. Gorka Izaguirre (ESP), beide 0:13. 5. Wellens (BEL). 6. Konrad (AUT), beide 0:20. – Ferner: 26. Sanchez (ESP) 4:22. 72. Rast (SUI) 22:19. – Aufgegeben: u. a. Martin (IRL), Kristoff (NOR). – Nicht am Start: u. a. Démare (FRA).

Gesamtklassement: 1. Yates 27:29:02. 2. Ion Izagirre 0:11 zurück. 3. Gorka Izagirre 0:12. – Ferner: 17. Sanchez 3:47. 79. Rast 48:24.

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