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RAD: Bereits vor dem Start resigniert

Stefan Küng und Reto Hollenstein nehmen beim WM-Zeitfahren nur Nebenrollen ein und belegen die Plätze 25 und 40. Der Niederländer Tom Dumoulin siegt hoch überlegen.
Sandro Mühlebach (sda), Bergen
Stefan Küng (Bild) verlor 2:45 Minuten auf Sieger Tom Dumoulin. (Bild: Marit Hommedal/EPA (Bergen, 20. September 2017))

Stefan Küng (Bild) verlor 2:45 Minuten auf Sieger Tom Dumoulin. (Bild: Marit Hommedal/EPA (Bergen, 20. September 2017))

Sandro Mühlebach (SDA), Bergen

sport@luzernerzeitung.ch

Die Szenerie erinnerte an die legendäre Bergankunft der Tour de France auf Alpe d’Huez. Zehntausende begeisterte Zuschauer säumten die Strecke und vor allem den 3,4 km langen Schlussanstieg zum Mount Flöyen. Während Dumoulin, der bereits am Sonntag mit seinem Team Sunweb das Teamzeitfahren gewonnen hatte, den Berg regelrecht hin­aufflog, quälten sich Küng und Hollenstein mehr schlecht als recht die Serpentinen hoch. Küng, der «an einem guten Tag» mit einem Platz in den Top 10 geliebäugelt hatte, kam überhaupt nicht auf Touren. Die Voraussetzungen mit der ersten Bergankunft in der WM-Geschichte hatten zwar nicht für den 23-jährigen Thurgauer gesprochen, etwas mehr als den 25. Rang mit einem Rückstand von 2:45 Minuten hätte man vom Thurgauer aber dennoch erwarten dürfen.

Bereits in der Fläche vor dem Anstieg hatte Küng 1:12 Minuten auf Dumoulin verloren. Es passte zum missglückten Tag, dass Küng in der anschliessenden Steigung stürzte. «Ich fing in der Kurve zu früh mit Treten an und fiel aus den Pedalen», beschrieb Küng seinen Sturz. Der Sturz ging für Küng glimpflich aus. Er zeigte aber auch, dass der Schweizer Meister im Zeitfahren nicht mit der letzten Konsequenz ans Werk gegangen war. Denn die Form hätte eigentlich gepasst, wie er am Sonntag im Teamzeitfahren mit BMC bewiesen hatte. Küng sprach gestern von einem Tag, der «von A bis Z zum Abhaken und Vergessen» sei. Von fehlender Motivation wollte er nichts wissen. Offensichtlich hatte er bereits vor dem Start resigniert. «Es ist speziell, wenn du die ganze Saison in jedem Zeitfahren um den Sieg mitfahren kannst, dann hierher kommst und weisst, dass du im besten Fall in die Top 10 fahren kannst», so Küng.

Letztmals 2008 so schlecht

Nach den Plätzen 19 (2015 in den USA) und 17 (2016 in Katar) verlief auch Küngs drittes WM-Zeitfahren nicht nach Wunsch. Anders als letztes Jahr (9. Rang) konnte Reto Hollenstein (40.) nicht in die Bresche springen. So resultierte für die Vertreter von Swiss Cycling das schlechteste Resultat in einem WM-Zeitfahren seit 2008. Damals in Varese war Rubens Bertogliati 30. geworden.

Ein ähnlich starkes Resultat wie in Katar lag für Hollenstein dieses Mal ausser Reichweite, auch weil der Thurgauer im Vorfeld an den Folgen eines Sturzes und zudem mit Magenproblemen zu kämpfen hatte. «Es ging definitiv besser als im Teamzeitfahren am Sonntag. Mehr ging aber nicht», resümierte er. Während für Hollenstein die WM beendet ist, startet Küng am Sonntag zum Strassenrennen.

Beide Schweizer hatten vor dem Anstieg ihr Zeitfahrrad gegen ein normales Rennrad eingetauscht – anders als die grosse Mehrheit der Fahrer. Auch Sieger Tom Dumoulin rollte mit dem Spezialrad den Berg hoch. Und er tat dies in überzeugender Manier. «Es ist Wahnsinn. Ich hatte einen perfekten Tag», freute sich der Gewinner des diesjährigen Giro d’Italia. Der favorisierte Dumoulin, der vor einem Jahr an den Olympischen Spielen hinter Fabian Cancellara Silber gewonnen hatte, avancierte zum ersten ­niederländischen Zeitfahr-Weltmeister überhaupt. Am Vortag hatten die niederländischen Frauen einen Doppelerfolg gefeiert.

Bergen (NOR). Strassen-WM. Einzelzeitfahren. Männer (31 km): 1. Dumoulin (NED) 44:41 (41,626 km/h). 2. Roglic (SLO) 0:57 zurück. 3. Froome (GBR) 1:21. 4. Oliveira (POR) 1:28. 5. Kirijenka (BLR), gleiche Zeit. 6. Moscon (ITA) 1:29. – Ferner: 8. Dennis (AUS) 1:37. 9. Martin (GER) 1:39. 25. Küng (SUI) 2:45. 40. Hollenstein (SUI) 3:34. – 64 gestartet, 64 klassiert.

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