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RAD: Das Feld hat sich gelichtet

Im Spurt einer sechsköpfigen Spitzengruppe gewinnt der Kolumbianer Rigoberto Uran an der Tour de France die 9. Etappe, die über drei schwere Pässe führt und einige prominente Sturzopfer fordert.
Tom Mustroph, Chambéry
Etappensieger Rigoberto Uran aus Kolumbien «fliegt» aufs Podest. (Bild: Yoan Valat/EPA (Chambéry, 9. Juli 2017))

Etappensieger Rigoberto Uran aus Kolumbien «fliegt» aufs Podest. (Bild: Yoan Valat/EPA (Chambéry, 9. Juli 2017))

Tom Mustroph, Chambéry

sport@luzernerzeitung.ch

Team Sky wackelt, einer der Helfer von Chris Froome fällt aus, aber die Stellung halten die Briten noch. In einer der spektakulärsten Bergetappen der letzten Jahre holte der Kolumbianer Rigoberto Uran den Tagessieg, während Froome Gelb verteidigte. Mitfavorit Richie Porte fiel durch einen Sturz auf der letzten Abfahrt aus (Becken- und Schlüsselbeinbruch, Hirnerschütterung). Die grossen Protagonisten des Tages aber kamen vom französischen Team AG2R. Die Männer in den weiss-blauen Trikots hatten das Rennen schnell gemacht auf den Anstiegen und vor allem in der Abfahrt.

Chris Froome war erschöpft. «Es war ein brutales Rennen», sagte der Brite. «Wir haben leider Geraint Thomas verloren. Und es ist auch schade, dass Richie Porte ausgeschieden ist», dachte Froome an die prominentesten Opfer des Tages. Beide hatte es in der Abfahrt erwischt, den Waliser am Col de la Biche, den Australier am Mont du Chat, etwa 20 Kilometer vor dem Ziel. Beide Male hatte AG2R das Tempo verschärft. «Unser Hauptquartier ist in der Gegend. Wir kennen diese Berge gut. Wir wissen, dass die Abfahrten nicht einfach sind, und haben unsere Strategie danach ausgerichtet», erzählte AG2R-Manager Vincent Lavenu im Ziel.

Lavenu bedauerte die Stürze. «Wir wollen niemals, dass Rivalen stürzen. Aber Abfahrten gehören zum modernen Radsport. Es ist ein Teil davon. Und Romain Bardet hat eine exzellente Abfahrtstechnik», sagte er.

Die Verfolger arbeiteten gut zusammen

Die bewies der Gesamtzweite der letzten Tour am Mont du Chat. In atemberaubender Linie schnitt er durch die Kurven und fuhr an Chris Froome vorbei. Bardet hatte den Tagessieg bereits vor Augen. Aber auf dem 10 Kilometer langen Flachstück bis ins Ziel arbeiteten seine Verfolger – neben Froome noch die Astana-Profis Fabio Aru und Jakob Fugl­sang, der spätere Tagessieger Uran sowie der in die Gruppe zurückgefallene Barguil – so gut zusammen, dass sie ihn etwa 5 Kilometer vor dem Ziel stellten.

Übrigens: Als in der Verfolgung Froome einen Defekt hatte, trat Aru an. Es sah so aus, als attackierte Aru genau in dem Moment, in dem Froome um Hilfe bat. «Nein, ich habe das gar nicht mitbekommen», sagte der Sarde hinterher, während er seine Rennhandschuhe einem kleinen Jungen überstreifte. «Ich hatte eine Attacke an dieser Stelle vorbereitet und sah gar nicht, was Froome machte», bekräftigte er.

Recht glaubhaft war dies nicht. Aru wurde dann aber von seinem Teamfahrzeug und auch den Rivalen zurückgerufen. Ein «Chaingate» wie 2010, als Alberto Contador bei einem Kettenschaden Andy Schlecks attackierte und Kontroversen auslöste, gab es dieses Mal nicht. Auch Froome bemühte sich um Entspannung: «Ich habe Arus Attacke gar nicht bemerkt, weil ich so beschäftigt war, zu meinem Materialwagen zu kommen.»

Das Klassement ist jetzt übersichtlicher geworden. Nur noch vier Männer liegen innerhalb einer Minute – Froome, Aru, Bardet und Uran. Wohl nur noch sie kommen für den Toursieg in Frage.

104. Tour de France

9. Etappe, Nantua–Chambéry (181,5 km): 1. Uran (COL) 5:07:22. 2. Barguil (FRA). 3. Froome (GBR). 4. Bardet (FRA). 5. Aru (ITA). 6. Fuglsang (DEN), alle gleiche Zeit. 7. Bennett (Neuseeland) 1:15 zurück. 8. Landa (ESP). 9. Martin (IRL). 10. Quintana (COL). 11. Yates (GBR), alle gleiche Zeit.

Ferner: 20. Contador (ESP) 4:19. 52. Frank (SUI) 27:10. 73. Danilo Wyss (SUI). 78. Schär (SUI), gleiche Zeit. 116. Küng (SUI) 29:15. 117. Albasini (SUI), gleiche Zeit. 123. Hollenstein (SUI) 31:23. – 193 Fahrer gestartet, 181 klassiert. – Aufgegeben: Porte (AUS), Thomas (GBR), Gesink (NED) und Mori (ITA). – Nach Kontrollschluss eingetroffen u. a.: Démare (FRA), Renshaw (AUS), Trentin (ITA) und Van Emden (NED).

Gesamtklassement: 1. Froome 38:26:28. 2. Aru 0:18. 3. Bardet 0:51. 4. Uran 0:55. 5. Fuglsang 1:37. 6. Martin 1:44. 7. Yates 2:02. 8. Quintana 2:13. 9. Landa 3:06. 10. Bennett 3:53.

Ferner: 12. Contador 5:15. 21. Barguil 14:11. 45. Frank 38:34. 90. Wyss 1:01:37. 92. Albasini 1:02:55. 101. Küng 1:05:56. 107. Schär 1:09:03. 175. Hollenstein 1:39:27.

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