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RAD: Das war die Tour de France 2017

Heute geht in Paris die 104. Frankreich-Rundfahrt zu Ende. Die letzte Etappe wird zu einer Triumphfahrt für Chris Froome. Der Brite fuhr aber nicht mehr so stark wie früher. Und auch sonst war vieles neu. Ein Rückblick.
Tom Mustroph
Nur kurze Zeit Leader: Fabio Aru (rechts). (Bild: Christophe Ena/AP (Foix, 14. Juli))

Nur kurze Zeit Leader: Fabio Aru (rechts). (Bild: Christophe Ena/AP (Foix, 14. Juli))

Tom Mustroph

Wer später in die Statistikbücher schaut, dürfte eine Dominanz von Team Sky herauslesen: Das gelbe Trikot bereits am ersten Tag, geholt von Geraint Thomas. Dann übernommen von Chris Froome. Und bis auf ein kurzes Intermezzo durch Fabio Aru trug der Titelverteidiger es auch bis zum Ende. Ein fast maximaler Erfolg. Die Strasse jedoch erzählt etwas anderes als die trockenen Bücher und die gespeicherten Daten. Sie könnte, wenn man sie in der Zukunft befragt, von einem Chris Froome erzählen, der weniger dominant war als in den Jahren zuvor. Von einem Chris Froome, der sich ganz gegen seine Gewohnheit zurückhielt am ersten Berg der Tour. Der italienische Meister Aru gewann dort und eröffnete einen heissen Kampf um die Gesamtwertung.

Der 32-Jährige gewann auch nicht in den Pyrenäen, seinem Lieblingsgebirge. Er verlor dort das Maillot jaune. «Wir kennen diese Erfahrung gar nicht, Gelb zu verlieren in den Bergen», staunte Teamchef Dave Brailsford. Das hatte Neuigkeitswert, wie Aru erneut Froome attackierte und schliesslich Etappensieger Romain Bardet dem Briten endgültig den Zahn zog. Nun gut, diese Endgültigkeit hatte die Dauer von ein, zwei Tagen. Dann fing sich Sky. Der Rennstall transformierte sich. Von einem Catenaccio-Team des Radsports ins Grande Milan des Fussballtrainers Arrigo Sacchi. Offensive total. Die Helfer wurden vorgeschickt, Mikel Landa, Michal Kwiatkowski. Sie sprangen in die Bresche, als der Captain schwächelte. Von «blassgelb» schrieb die «l’Equipe», wenn es um Froome ging. Von einem «strahlenden Weiss», wenn sie die Helfer in den weissen Normaltrikots von Team Sky vorstellte. Blassgelb vs. strahlend weiss – auch das war neu für Sky.

Viele Stürze und Debatten

Neu war des Weiteren, dass der britischen Truppe mit AG2R ein ebenbürtiges Team gegenüberstand. Freischärlertruppe gegen reguläre Armee, Angreifer gegen Wagenburgbauer lauteten die dem militärischen Feld entliehenen Analogien; die defensiven Begriffe waren für Sky reserviert, die offensiven für die Truppe um Bardet.

Die Tour de France 2017 war eine Tour im Übergang. Es zeichnet sich das Ende der Ära Froome ab. Seine Überlegenheit war geringer, basierte vor allem auf der Stärke des Teams. Andere Rennfahrer haben aufgeschlossen. Froome ist aber immer noch da. Die Tour 2017 war zugleich eine Tour der Stürze und der Debatten. Marcel Kittel, fünffacher Etappensieger, musste nach einem Sturz in den Mannschaftswagen steigen. Mark Cavendish, vor Kittel mit dem Ehrentitel «schnellster Mann des Pelotons» bedacht, musste vom Asphalt weg gleich in die Röntgenstation. Peter Sagan, der in der Sturzdynamik den Ellenbogen ausfuhr, wurde von der Jury nach Hause geschickt. Der Weltmeister disqualifiziert vom wichtigsten Rennen – auch das ein Novum.

Was bei der Tour 2017 gar kein Thema war: Doping. Gut, ein Fahrer wurde wegen positiver Epo-Probe noch vor dem Start aus der Teilnehmerliste herausgenommen. Ansonsten kein Dopingfall, nicht einmal Dopingfragen an den Sieger Chris Froome. Entweder ist der Radsport sauberer geworden, oder die Frager wurden der Fragen müde. Wahrscheinlich trifft beides zu. Aus zehn Jahren Abstand betrachtet ist das vielleicht der grösste Wandel, der sich bei der Tour 2017 ereignete.

Hinweis

Seite 37: das Zeitfahren von gestern.

Musste aufgeben: Marcel Kittel (Bild: Getty)

Musste aufgeben: Marcel Kittel (Bild: Getty)

Feierte Etappensieg: Romain Bardet (Bild:)

Feierte Etappensieg: Romain Bardet (Bild:)

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