RAD: Formaufbau für den Bike-Weltcup

Vor dem ersten Weltcup-Rennen in Tschechien startet Lukas Flückiger morgen beim GP Luzern in Pfaffnau. Das Strassenrennen ist für den 33-jährigen Mountainbiker auch ein wichtiges Training.

Daniel Gerber
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Hat Podest im Visier: Mountainbiker Lukas Flückiger (vorne). (Bild: Elisa Haumesser (Pfaffnau, 14. Mai 2016))

Hat Podest im Visier: Mountainbiker Lukas Flückiger (vorne). (Bild: Elisa Haumesser (Pfaffnau, 14. Mai 2016))

Daniel Gerber

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Er fährt schnell den Berg rauf und runter und geht damit hoch hinaus: Lukas Flückiger gehört zur Weltspitze bei den Mountainbikern. Beim sechs Rennen umfassenden Weltcup will er unter die Top 5, an der Weltmeisterschaft in Australien ein gutes Resultat herausfahren.

Den Anlauf zu diesen geplanten Efforts nimmt er morgen Samstag beim GP von Luzern, der auf einer Rundstrecke über 121,8 Kilometer (21 Runden) im Nordwesten des Kantons Luzern durch Pfaffnau und Roggliswil führt. Das Kerngebiet von Lukas Flückiger sind die Abfahrten mit dem Mountainbike, dennoch ist das morgige Strassenrennen wichtig: Es geht um den Formaufbau vor dem ersten Weltcup-Rennen in Tschechien (21. Mai), das für den Oberaargauer als erster Saisonhöhepunkt gilt.

Strassenrennen sind Zentimeterarbeit

Er spricht von einem guten Training. Auf das Podest zu fahren, sei immer gut. Einmal konnte er bislang den GP von Luzern gewinnen, weitere Male eine Medaille in Empfang nehmen.

Völlig anders als bei den Rennen im Gelände gestalten sich jene auf der Strasse: «Man fährt in einem Pulk bei Tempi bis zu 80 km/h, Lenker an Lenker», erzählt Flückiger. Das sei Zentimeterarbeit, und die Sturzgefahr sei damit stets an Bord. Mit dem Mountainbike sei man dagegen allein unterwegs – könne aber gegen einen Baum krachen. «Aber das kann ich selber beeinflussen, das ist anders, als wenn einer im Feld stürzt und dich mit zu Boden reisst.»

Mit Strategie auf das Podest

Um auf das Podest zu fahren, brauche es Glück – und richtige Entscheidungen, bilanziert der Mountainbike-Profi. «Wenn man pro Jahr nur ein oder zwei Strassenrennen bestreitet, ist es schwierig, die richtige Taktik zu finden. Auch, weil man allein unterwegs ist, während ein Team beispielsweise einen Fahrer in eine Fluchtgruppe beordern kann.» Das Rennen von morgen sei für ihn auch ein bisschen ein Heimrennen, sagt Flückiger, der im bernischen Ochlenberg – nur drei Ortschaften vom Kanton Luzern entfernt – aufgewachsen ist und mittlerweile in Wynigen in der Nähe von Burgdorf lebt. «Ein Teil dieser Strecke entspricht auch meiner früheren Trainingsstrecke.»

Richtig los geht es für den 33-jährigen Flückiger acht Tage später in Tschechien mit dem ersten von sechs Weltcup-Rennen. Die weiteren fünf Schauplätze bis Ende August liegen in Deutschland, Andorra, Schweiz (Lenzerheide), Kanada und Italien. Im September folgt dann die Weltmeisterschaft in Australien. «Ich habe nicht mehr viele Jahre, um Rennen zu bestreiten», sagt Lukas Flückiger, der gelernter Landmaschinenmechaniker ist. Doch das eine und andere Highlight will er als Sportler noch miterleben: 2018 die Heim-WM in der Lenzerheide und 2020 die Olympischen Spiele in Tokio.

Zeit für Hobbys bleiben dem Profisportler kaum. «Ich bin gern zu Hause. Weil ich viel unterwegs bin, wirkt die Zeit, die ich daheim verbringe, fast wie Ferien. Mein Hobby ist Velofahren, und das konnte ich zum Beruf machen.»

GP von Luzern in Paffnau

Samstag. 7.30: Männer U17. – 9.30: Männer U19, Amateure, Masters. – 12.20: Pföderirennen. – 12.20: Kids-Bikerennen. – 13.00: Männer. – Ab 16.30: Schülerrennen. – 18.15: Frauen Elite, U19, U17.

Infos unter: www.gp-luzern.ch