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RAD: Froome zeigt sich verwundbar

Chris Froome verliert in den Pyrenäen das Maillot jaune. In der Königsetappe bestätigt sich der Eindruck dieser Saison: Der Brite ist weniger souverän als in den Vorjahren.
Tom Mustroph
Muss das gelbe Trikot an Fabio Aru (ganz rechts) abgeben: Chris Froome. (Bild: Bernard Papon/Keystone (13. Juli 2017))

Muss das gelbe Trikot an Fabio Aru (ganz rechts) abgeben: Chris Froome. (Bild: Bernard Papon/Keystone (13. Juli 2017))

Tom Mustroph

sport@luzernerzeitung.ch

Die 12. Etappe der Tour de France sorgte für eine Wachablösung, Chris Froome verlor das gelbe Trikot. Grund dafür war eine wilde Attacke des Italieners Fabio Aru auf den letzten 500 Metern der Rampe nach Peyragudes. Der Brite hatte in dieser von Zehntausenden Zuschauern gefüllten Bergarena grosse Mühe zu folgen. 300 Meter weiter trat dann auch noch Romain Bardet an. Der Franzose zog an Aru vorbei, und Froome war endgültig geschlagen. Er verlor 22 Sekunden auf Bardet, 20 Sekunden auf Aru und musste das gelbe Trikot an den Italiener abgeben.

Die schwarze Farbe des Sky-Busses passte zur Stimmung bei den Briten. Unerwartet zeigte Teamleader Froome Schwäche und verlor die Führung im Klassement. Der Bergzug von Sky hatte zwar über fast die komplette Distanz der 214,5 km langen Etappe die übliche Souveränität ausgestrahlt. «Sie haben ein Tempo vorgelegt, das enorm war und das es uns unmöglich machte, zu attackieren», zollte Aru dieser Kollektivleistung der Rivalen Respekt. Dann aber konnte der Kapitän die Vorarbeit nicht beenden. «Es ist ganz einfach. Ich hatte heute nicht die Kraft. Die Schlussrampe war einfach zu steil für mich», gab Froome umringt von Reportern die eigene Schwäche zu. Voller Schmerz lächelte er, als einer der Journalisten ihn auch noch fragte, wie es ihm ohne gelbes Trikot ginge. «Unser weisses ist doch auch ganz schön», sagte er sarkastisch und wies auf das Teamleibchen, in das er sich bereits gezwängt hatte. An seine Tage in Gelb erinnerten nur noch das gelbe Lenkerband auf dem Rad, die gelbe Umrandung des Powermeters, über das er sich auch beim Auslockern auf der Rolle beugte, und der gelbe Strich auf dem Rand der Sonnenbrille. Ansonsten war Froome auch farblich wieder in den Kreis der gewöhnlichen Rennfahrer zurückgekehrt.

Bardet: «Wir werden kämpfen bis Paris»

Froome wirkte in dieser Saison nicht so souverän wie in den Jahren zuvor. Er hat es bei dieser Tour allerdings auch mit Gegnern zu tun, die ihn herausfordern. Aru attackierte ihn schon an der Planche des Belles Filles. Bardet setzte ihn im Jura unter Druck, als er erst einige seiner Männer in die Fluchtgruppe beorderte und den Rest dann auf der Abfahrt wie auch bergauf für Tempo sorgen liess. Das gleiche Szenario hatte seine AG2R-Truppe auch für den Donnerstag vorbereitet. Wieder war ein Mann unter den Ausreissern. An der Spitze des Pelotons liess Sky den Franzosen aber keine Chance. Die Briten dominierten. Aber nur bis 500 m vor dem Ziel. Dann schlug die junge Generation zu. Aru machte, wie schon auf der Planche des Belles Filles, den Anfang. Den ultimativen Schlag setzte dann Bardet. «Ich bin glücklich über diesen Sieg. Jetzt ist die Tour richtig offen. Wir werden kämpfen bis Paris», kündigte Bardet an.

Bei Team Sky sah man schon kleine strategische Veränderungen: Adjutant Mikel Landa spannte sich auf den letzten Metern nicht mehr vor seinen Captain, sondern fuhr 17 Sekunden vor ihm über den Zielstrich. Er ist jetzt Siebenter im Klassement. Wird hier bereits eine zweite Option vorbereitet?

Tour de France

104. Tour de France. 12. Etappe, Pau–Peyragudes (214,5 km): 1. Bardet (FRA) 5:49:38. 2. Uran (COL) 0:02 zurück. 3. Aru (ITA), gleiche Zeit. 4. Landa (ESP) 0:05. 5. Meintjes (RSA) 0:07. 6. Martin (IRL) 0:13. 7. Froome (GBR) 0:22. 8. Bennett (NZL) 0:27. 9. Yates (GBR), gleiche Zeit. 10. Nieve (ESP) 1:28. 11. Quintana (COL) 2:04. Ferner: 14. Contador (ESP) 2:15. 48. Frank (SUI) 13:43. 50. Küng (SUI) 15:17. 55. Danilo Wyss (SUI) 16:35. 56. Schär (SUI), gleiche Zeit. 99. Hollenstein (SUI) 24:05. 131. Fuglsang (DEN) 27:42. 156. Albasini (SUI) 34:18. – 179 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement: 1. Aru 52:51:49. 2. Froome 0:06. 3. Bardet 0:25. 4. Uran 0:55. 5. Martin 1:41. 6. Yates 2:13. 7. Landa 2:55. 8. Quintana 4:01. 9. Bennett 4:24. 10. Meintjes 4:51. 11. Contador 7:14. Ferner: 23. Fuglsang 29:03. 43. Frank 52:01. 72. Wyss 1:17:56. 82. Küng 1:22:23. 91. Schär 1:25:22. 112. Albasini 1:36:57. 162. Hollenstein 2:04:18.

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