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RAD: Küngs Privileg

Der Schweizer Stefan Küng stellt sich am Sonntag zum zweiten Mal den Tücken der Flandern-Rundfahrt. Der 23-Jährige gehört zum Team des Topfavoriten Greg van Avermaet.
Daniel Good
Führte bei Gent–Wevelgem seinen Captain Greg van Avermaet zum Sieg: Stefan Küng. (Bild: Tim de Waele/Freshfocus (Wevelgem, 26. März 2017))

Führte bei Gent–Wevelgem seinen Captain Greg van Avermaet zum Sieg: Stefan Küng. (Bild: Tim de Waele/Freshfocus (Wevelgem, 26. März 2017))

Daniel Good

sport@luzernerzeitung.ch

Stefan Küng fährt in der besten Mannschaft der Welt. Mit Olympiasieger Greg van Avermaet stellt BMC am Sonntag in der Flandern-Rundfahrt den haus­hohen Favoriten. Der 23-Jährige ist einer der wichtigsten Helfer des Belgiers. Er kann an der Seite des Champions reichlich profitieren. Denn dereinst soll auch Küng zu jener Handvoll Rennfahrer zählen, welche die Flandern-Rundfahrt gewinnen können. «Greg in der Entscheidung eines Rennens zu unterstützen, ist eine Herausforderung und bringt mich einen grossen Schritt weiter in meiner Karriere als ­Radprofi», sagt Küng. «Es ist ein ­Privileg, in einem solch starken Team fahren zu dürfen.»

Küng bestritt die Flandern-Rundfahrt schon im vergangenen Jahr. «Es war das erwartet harte Rennen», sagt der Thurgauer aus Wilen bei Wil. Die 260 Kilometer lange Prüfung in Belgien gehört zu den anforderungsreichsten im internationalen Kalender. Küng landete 2016 auf dem 60. Platz. Das Resultat war nebensächlich. Es ging dem jungen Profi um Erfahrungswerte.

«Nach 200 Kilometern Fahrt tun die Beine sehr weh. Und die härtesten Passagen folgen erst noch. Du siehst jedoch, dass der Rest ebenfalls leidet. Gerade in solchen Momenten musst du dich überwinden und noch einmal zusetzen», erinnert sich der Schweizer. Die Schmerzen machen Küng nichts aus. «Ich freue mich sehr auf das Rennen», sagt er.

Anschauungsunterricht für den Hoffnungsträger

Küng ist 1,93 Meter gross und stark. Die körperlichen Voraussetzungen sind in der Flandern-Rundfahrt besonders wichtig. Denn nur, wer sich in den Positionskämpfen an den Schlüsselstellen behauptet, kann bestehen. Fabian Cancellara war ein ­Meister der Positionskämpfe und ­gehört zu den Rekordsiegern. So weit wie Cancellara in seinen besten Jahren ist Küng noch nicht. «Ich betrachte diese Saison als ein weiteres Lehrjahr», sagt der junge Ostschweizer. «Es wäre vermessen, zu denken, ich gehörte schon in diesem Jahr zu den Favoriten.» Küngs Formstand ist zwar in Ordnung, aber optimal ist die Verfassung nicht. Eine Bronchitis schränkte vor zwei Wochen die Lungenfunktion ein.

Wichtig ist Küng, dass er am Sonntag einen guten Job für den Teamleader van Avermaet macht. «Greg hat zweifellos die Klasse und die Form, um zu ­gewinnen», sagt der Helfer. «Ich will ihm die bestmögliche Unterstützung zukommen lassen.» Der mittlerweile 31-jährige van Avermaet galt lange Zeit als «ewiger Zweiter». Seit dem Gewinn des olympischen Strassenrennens 2016 in Rio de Janeiro ist der ­Flame aber ein Siegfahrer. Auch in wichtigen Rennen wie am Sonntag bei Gent–Wevelgem, das er auch dank der Unterstützung Küngs für sich entschied. «An der positiven Entwicklung van Avermaets sieht man, wie viel das Selbstvertrauen im Spitzensport ausmacht», sagt Küng.

Der Druck auf van Avermaet ist im radsportverrückten Belgien zwar riesig, zumal seit fünf Jahren kein Einheimischer triumphierte. Aber Küng sagt, dass van Avermaet mit der Erwartungshaltung seiner Landsleute und dem Medienrummel umgehen könne. «Er ist ein ruhiger Typ. Greg geht seinen Weg und macht keine polemischen Aussagen», so der Schweizer.

Der künftige Champion Stefan Küng geniesst in Flandern also besten Anschauungsunterricht. «Die Erfahrungen, die ich hier sammeln kann, sind unbezahlbar», sagt er.

Flandern-Rundfahrt

Sonntag, 14.00 Uhr (SRF zwei). Schweizer Aufgebot: Stefan Küng, Martin Elmiger, Silvan Dillier, Reto Hollenstein, Gregory Rast.

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