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RAD: Mathias Frank: «Ich will die Tour de Suisse gewinnen»

Für den Roggliswiler Mathias Frank (29) geht die Saison in die entscheidende Phase. Ziele hat sich der IAM-Teamleader einige gesetzt. Und auch privat steht Grosses bevor.
Bergig wie auf dem Bild hinter Mathias Frank wird es auch an der Tour de Suisse werden: Der Roggliswiler steht kurz vor den Saisonhöhepunkten. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Bergig wie auf dem Bild hinter Mathias Frank wird es auch an der Tour de Suisse werden: Der Roggliswiler steht kurz vor den Saisonhöhepunkten. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Interview Claudio Zanini

Seit Ende des letzten Jahres wohnt der gebürtige Roggliswiler Mathias Frank mit seiner Frau und der zweijährigen Tochter in Nottwil. Sozusagen vor seiner Haustüre wird am Montag, 13. Juni, die dritte Etappe der Tour de Suisse beginnen – nämlich in Grosswangen. Der Teamleader der Schweizer Equipe IAM Cycling hat schon mehrfach betont: Die Tour de Suisse zu gewinnen, sei sein grosser Traum. Vor zwei Jahren war Frank nahe dran. Nur 33 Sekunden trennten ihn vom portugiesischen Gesamtsieger Rui Costa.

Vor der diesjährigen Tour de Suisse (Start 11./12. Juni in Baar) nimmt sich der Luzerner seines persönlichen ersten Höhepunkts an: der Tour de Romandie. Am nächsten Dienstag geht es los mit dem Prolog in La Chaux-de-Fonds. Fünf Etappen folgen, total sind gut 705 Kilometer und 10 120 Höhenmeter zu bewältigen. Und dann fällt noch just auf diese Tage der Geburtstermin von Franks zweitem Kind. Im Interview spricht er über die bevorstehenden Etappenrennen, die Zukunft seines Teams und das Paradoxon, nach der Tour de France fit zu sein.

Mathias Frank, Ihre Saison-Highlights nahen. Wie steht es um Ihre Form?

Mathias Frank: Dem Gefühl nach kommt die Form langsam. Ich habe sehr gut gearbeitet im Winter. Die Trainingslager in Mallorca und Gran Canaria sind ideal gelaufen, und ich war nie krank. Insofern bin ich zufrieden.

Richtig ernst wird es für Sie am kommenden Dienstag, wenn die Tour de Romandie beginnt. Was erwarten Sie für ein Rennen?

Frank: Das ist auf jeden Fall mein erstes grosses Saisonziel. Die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass die Tour de Romandie eine wetterabhängige Sache ist. Oder sagen wir es so: Schlechtes Wetter ist sicherlich möglich. Es werden schwere Tage mit zwei Bergankünften und einem Zeitfahren. Zweifellos eine grosse Herausforderung – genau wie im letzten Jahr.

Hinzu kommt, dass der Geburtstermin ihres zweiten Kindes ausgerechnet während der Tour de Romandie angesetzt ist.

Frank: Aber ich bin ja nicht fernab der Welt. Meine zweijährige Tochter kam während der Tour de Suisse zur Welt. Also ist das nichts Neues für mich. Es wäre natürlich schöner, wenn das Kind nach der Saison im Oktober käme. Dann hätte ich mehr Zeit und wäre vor allem zu Hause.

Nach der Katalonien-Rundfahrt besichtigten Sie einige Etappen der diesjährigen Tour de France. Was haben Sie für Schlüsse daraus gezogen?

Frank: Sicher ist, dass die Etappen 7 bis 9 in den Pyrenäen sehr hart werden. Aus meiner Sicht ist die 9. Etappe wohl die Königsetappe.

Auf welche Aspekte konzentrieren Sie sich bei einer solchen Streckenbesichtigung genau?

Frank: Ich habe mich jeweils auf das Finale der Etappen fokussiert und auf Streckenabschnitte, die mir unbekannt waren. Teilweise sind wir die Strecke mit dem Auto abgefahren, teilweise mit dem Rad. Und natürlich haben wir auch Videoanalysen gemacht. Es ging im Allgemeinen um Details wie etwa die Beschaffenheit des Belages oder mögliche heikle Stellen. Man muss bei einer solchen Besichtigung versuchen, ein Gefühl für die Strecke zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr wurden Sie in Frankreich Achter im Gesamtklassement. Geht es denn überhaupt noch besser?

Frank: Physisch war ich vor der letzten Tour de France nicht in Topform. Deshalb denke ich, dass noch vieles möglich ist. Das muss nicht heissen, dass ich deswegen im Gesamtklassement besser dastehen werde. Im letzten Jahr waren meine körperlichen Werte nach der Tour am besten. Das klingt vielleicht paradox. Aber das war tatsächlich so, ich bin mit den Strapazen sehr gut zurechtgekommen. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele im August will ich das in diesem Jahr wieder schaffen.

Nach der vergangenen Saison sagten Sie, dass Sie die diesjährige Vorbereitung lockerer angehen wollen. Wie gut ist Ihnen das gelungen?

Frank: Locker kann eine Saisonvorbereitung in dem Sinne werden, wenn sie gut geplant ist. Und das habe ich auf jeden Fall versucht. Ich habe fixe Tage eingeplant, die ich zu Hause mit der Familie verbrachte. Im letzten Jahr war ich oftmals schnell gestresst. Jetzt habe ich mehr Selbstvertrauen und forciere nicht mehr im falschen Moment.

Der erste Teil der 3. Etappe der Tour de Suisse führt durch die Region am Sempachersee – an Ihrem jetzigen Wohnort Nottwil vorbei. Ist das eine besondere Motivation?

Frank: Als Schweizer misst man der Tour de Suisse ohnehin einen grossen Stellenwert bei. Es ist ein extrem schweres Rennen. Einerseits wird es bergig, andererseits erwarten uns einige längere Transfers. Keine Frage: Die diesjährige Tour wird mir sehr viel abverlangen. 2014 war ich nahe am Gesamtsieg dran. Und ich habe immer gesagt, ich will die Tour de Suisse einmal gewinnen. An dieser Zielsetzung ändert sich auch in diesem Jahr nichts.

Ihr Vertrag mit IAM Cycling läuft bis Ende dieses Jahres, bis dann ist auch offiziell gesichert, dass es das Team noch geben wird. Wie sieht der aktuelle Stand aus?

Frank: Bis Ende Mai soll meines Wissens ein Entscheid erfolgen. Die Aussichten sind durchaus positiv. Aber dieses Thema darf für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Vordergrund stehen.

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