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RAD: Respektable Leistung von Neff

Jolanda Neff holt mit dem 8. Rang das erste Diplom der Schweizer Delegation. Das olympische Strassenrennen wird vom brutalen Sturz der Niederländerin Annemiek van Vleuten überschattet.
Erschöpft, aber zufrieden: Jolanda Neff im Zielraum nach dem Strassenrennen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Erschöpft, aber zufrieden: Jolanda Neff im Zielraum nach dem Strassenrennen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

sda. Neff, die am zweitletzten Tag der Spiele von Rio de Janeiro im Mountainbike als Favoritin antreten wird, verpasste den durchaus möglichen Medaillengewinn nur knapp. Sie überquerte die Ziellinie nach 136,9 km in einer ersten Verfolgergruppe, 20 Sekunden nach der niederländischen Siegerin Anna van der Breggen, die sich im Spurt gegen die Schwedin Emma Johansson und die Italienerin Elisa Longo Borghini durchsetzte.

Nach dem Rennen nervte sich Neff darüber, dass sie im Zielsprint der Vierergruppe Letzte wurde. «Das ist halt nicht meine Stärke», so die Ostschweizerin. Eine bessere Klassierung vergab die 23-jährige Rheintalerin bei ihrer Olympia-Premiere indes in der letzten harten Steigung, in der sie nicht ganz mit den Besten mithalten konnte. Neff: «Meine Stärke ist der Aufstieg, und da habe ich alles gegeben, was ich konnte. Deshalb kann ich ganz zufrieden sein. Schade, holten wir die ganz vorne nicht mehr ein.»

Rennen lief lange für Neff

Das Rennen hatte sich für die Einzelkämpferin Neff zunächst ideal entwickelt. Es gab zwar mehrere Angriffe, bis 60 km vor dem Ziel der Zusammenschluss erfolgte. Und auch als sich sieben Fahrerinnen 38 km vor dem Ziel absetzten, war die Situation zu Beginn der harten, knapp 9 Kilometer langen Steigung schnell korrigiert. Als es aber in die Entscheidung ging, musste Neff eine Siebnergruppe ziehen lassen.

In der Abfahrt kam sie in einer zweiten Verfolgergruppe nochmals in den Bereich der Medaillenränge, doch auf der Fläche schaffte ihre Gruppe den Anschluss nicht mehr. «Lange hatte es danach ausgesehen, als würde es reichen. Leider war dies nicht der Fall», so Neff, deren Rücken keine Probleme machte. Neff klinkt sich nun für zehn Tage von den Olympischen Spielen aus und bereitet sich mit dem Mountainbike-Nationalteam zwei Stunden von Rio entfernt auf die Cross-Country-Rennen vor. Kurz vor ihrem zweiten Wettkampf, dem für sie wichtigeren, kehrt die St. Gallerin dann ins olympische Dorf zurück. Im Einzelzeitfahren am Mittwoch steht keine Schweizerin am Start.

Der brutale Sturz

Wie bereits am Samstag bei den Männern (Vincenzo Nibali, siehe Kasten unten) wurde das Finale des Frauenrennens von einem brutalen Sturz in der gefährlichen Abfahrt von der Vista Chinesa überschattet. Van der Breggens niederländische Teamkollegin Annemiek van Vleuten fiel in Führung liegend, den Sieg vor Augen, auf den Kopf und blieb regungslos liegen. Sie wurde sofort ins Spital gebracht. «Sie ist bei Bewusstsein und mit unserem Teamarzt im Krankenwagen», liess die niederländische Delegation verlauten.

Auch Jolanda Neff nahm den Sturz von van Vleuten sichtlich mit: «Sie ist eine meiner besten Kolleginnen im Feld. Wir trainieren manchmal auch zusammen, so zum Beispiel letzten Winter auf Gran Canaria. Ich hoffe einfach nur, dass es ihr gut geht.» Nach dem Unfall von van Vleuten schien die Amerikanerin Mara Abbott, die sich im Aufstieg zusammen mit van Vleuten abgesetzt hatte und später in der Abfahrt von der Niederländerin distanziert worden war, auf dem Weg zu Gold. Doch auf den zehn flachen Kilometern bis ins Ziel hielt Abbott – wie tags zuvor Rafal Majka bei den Männern – nicht durch. Die Amerikanerin wurde 150 m vor dem Ziel von den drei Medaillengewinnerinnen eingeholt. Für Abbott blieb nur Platz 4.

Grösster Erfolg

Die 26-jährige van der Breggen schloss Anfang Juli den Giro d’Italia im 3. Gesamtrang ab und hatte dem Kreis der Favoritinnen angehört. Sie ist nach Monique Knol (1988), Leontien Zijlaard-van Moorsel (2000) und Marianne Vos (2012) die vierte Strassen-Olympiasiegerin aus den Niederlanden. Die Goldmedaille ist der grösste Triumph für die zuletzt zweifache Siegerin der Flèche Wallonne.

Cancellara konnte seinen Körper «durchputzen»

Männer Es war fast eine Duplizität der Ereignisse von London 2012. Der italienische Topfavorit Vicenzo Nibali, der auf den ersten 220 km am Samstag im Strassenrennen alles richtig gemacht hatte, stürzte auf dem Weg zur sicheren Medaille. Selbiges war vor vier Jahren auch Fabian Cancellara passiert – mit dem Unterschied, dass sich Nibali deutlich schwerwiegender (Schlüsselbeinbruch) verletzte als Cancellara damals.

Weit weg von der Medaille

Nibali hatte den Olympischen Spielen in diesem Jahr alles untergeordnet. Und im Finale fuhr er zusammen mit zwei Konkurrenten tatsächlich an der Spitze. Nibali erklomm nach der hervorragenden Vorarbeit seines Teams den letzten Anstieg als Erster und fuhr, weil er auch zu den weltweit besten Abfahrern zählt, als Favorit auf die letzten 15 Kilometer. Der verhängnisvolle Sturz in der technisch anspruchsvollen Abfahrt liess die goldigen Träume des Tour-de-France-Siegers von 2014 platzen.

Greg van Avermaet erbte und wurde als zweiter Belgier nach André Noyelle 1952 Olympiasieger.
Von seiner dritten Olympiamedaille nach Gold (Zeitfahren) und Silber (Strasse) im Jahr 2008 war Cancellara weit weg. Fast zwölf Minuten nach van Avermaet trudelte der 35-jährige Berner an der Copacabana über die Ziellinie. Edelmetall hatte man von Cancellara in diesem Rennen allerdings auch nicht erwarten dürfen. Zu schwierig war die Strecke für ihn, auch wenn mit van Avermaet am Ende überraschend einer der Klassiker-Spezialisten und nicht ein Bergfahrer triumphierte.

Medaillenanwärter am Mittwoch

«Schwierig und hart» sei es gewesen, resümierte Cancellara nach seinem ersten von zwei Auftritten in Rio, aber mit Blick auf das Zeitfahren am Mittwoch auch wertvoll. «Ich konnte den Körper so richtig ‹durchputzen› und reinigen», so Cancellara. «Klar bin ich müde und muss mich erholen, aber physisch geht es mir eigentlich fast besser als vor dem Rennen. Jetzt gilt es, sich akribisch auf den Mittwoch vorzubereiten.»

In der Prüfung gegen die Uhr zählt Cancellara als vierfacher Weltmeister zu den Medaillenanwärtern, allerdings nicht als Topfavorit. Diese Rolle nimmt der Brite Chris Froome ein.

Dass sich im Strassenrennen mit van Avermaet ein Fahrer durchsetzte, der in den letzten Jahren im Frühling mit ihm um die Siege in den Klassikern gefahren ist, überraschte Cancellara nicht sonderlich. «Als er in der Steigung vor mir angriff, überlegte ich kurz, ob ich mitgehen soll», erzählte Cancellara. «Aber es hätte keinen Sinn gehabt. Er ist in den Bergen einfach etwas besser und zudem deutlich leichter. Ich bin halt einfach 80 kg schwer.»

Aussichtsloses Unterfangen

Auch die anderen drei Schweizer, die zusammen mit Cancellara an den Start gegangen waren, blieben ohne echte Medaillenchance. Michael Albasini kam wie geplant in der frühen Fluchtgruppe unter. «Es war die einzige Chance, die ich hatte», so der Thurgauer. Das Unterfangen von Albasini und seinen fünf Ausreisser-Kollegen war aber aussichtslos. Steve Morabito kämpfte mit mechanischen Problemen in dummen Momenten. Und Sébastien Reichenbach fiel im letzten Anstieg endgültig aus der Entscheidung, nachdem er zuvor von Cancellara noch einmal nach vorne geführt worden war. Über seinen 19. Rang, 3:31 Minuten hinter van Avermaet, zeigte er sich enttäuscht und frustriert. Der Walliser hatte von sich selbst mehr erwartet.

Sandro Mühlebach (sda), Rio de Janeiro

Anna Van De Breggen aus den Niederlanden gewinnt das Strassenrennen am Sonntag. (Bild: Vi(AP Photo/Victor R. Caivano)
Anna van der Breggen gewinnt vor Emma Johansson (rechts) aus Schweden. Die Italienerin Elisa Longo Borghini holt Bronze. (Bild: EPA/YOAN VALAT)
Die Schweizerin Jolanda Neff, Zweite von Rechts, konnte sich den 8. Platz sichern. (Bild: PETER KLAUNZER (KEYSTONE))
Eine Frau feuert die Fahrerinnen vom Strassenrand aus an. (Bild: EPA/LUKAS COCH)
Trixi Worrack aus Deutschland hat Durst. (Bild: Eric Gaillard/Pool Photo via AP)
Die Route führt die Fahrerinnen entlang der Küste. (Bild: AP Photo/Patrick Semansky)
Pauline Ferrand-Prevot aus Frankreich führt die Ausreissergruppe an. (Bild: (Eric Gaillard/Pool Photo via AP)
7 Bilder

Strassenrennen der Frauen in Rio

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