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RAD: Star wird nach Hause geschickt

Weltmeister Peter Sagan muss nach seinem Foul im Schlusssprint der 4. Etappe die Tour de France definitiv verlassen – der Protest seines Teams läuft ins Leere. Der Slowake kriegt Rückendeckung von Fahrerkollegen.
Valentin Oetterli (sda), Vittel
Kameras begleiteten Peter Sagan gestern Morgen vor seiner Abreise. (Bild: Dirk Waem/Imago (Vittel, 5. Juli 2017))

Kameras begleiteten Peter Sagan gestern Morgen vor seiner Abreise. (Bild: Dirk Waem/Imago (Vittel, 5. Juli 2017))

Valentin Oetterli (SDA), Vittel

sport@luzernerzeitung.ch

Das deutsche Team Bora-Hansgrohe hatte am Dienstagabend nach der Disqualifikation seines Topstars Peter Sagan bald einmal einen Protest formuliert und diesen bei der internationalen Jury um den Belgier Philippe Marien hinterlegt. Diesem blieb jedoch erwartungsgemäss kein Erfolg beschieden, da gemäss Reglement des Weltverbands UCI gar keine Möglichkeit zum Protest besteht, da die Entscheide der Rennjury endgültig sind.

Sagan musste sich deshalb gestern von seiner persönlich sechsten Tour de France verabschieden. Er tat dies vor dem Start der fünften Etappe in Vittel mit offenem Haar und bereits in Freizeitkleidung. Der 27-jährige Slowake sagte, er sei gegen die Entscheidung der Jury: «Aber ich akzeptiere sie.» Etwas anderes blieb dem enttäuschten Weltmeister auch gar nicht übrig.

Greipel findet den Entscheid «zu hart»

Am Vortag unmittelbar nach der Etappe hatte sich Sagan zum Bus von Cavendishs Team Dimension Data begeben, um sich zu entschuldigen. Auch gestern betonte er, dass es ihm leidtue, dass der Brite zu Fall gekommen sei und sich verletzt habe. «Ich hoffe, dass Mark schnell gesund wird.» Der von der Tour Ausgeschlossene insistierte aber nochmals, dass er «nichts falsch gemacht» habe. «Das war zwar ein verrückter Sprint. Doch solche gab es früher und wird es auch weiter geben. Ich habe Mark nicht gesehen. Dann hat er zuerst mich berührt und dann die Absperrung. Ich musste irgendwie mein Gleichgewicht halten.»

Unterstützung erhielt Sagan, bei der Tour fünffacher Sieger der Punktewertung (grünes Trikot) und achtmal Tagessieger, von vielen seiner Berufskollegen. Stellvertretend dafür ist die Aussage von André Greipel, der den Entscheid der Jury als «zu hart» empfand, nachdem er sich die TV-Bilder angesehen hatte. Dies ist insofern bemerkenswert, da der deutsche Topsprinter unmittelbar nach der Etappe in Vittel zunächst heftige Kritik an Sagan geübt hatte.

Bitter war das verletzungsbedingte Verdikt für Mark Cavendish, der einen Bruch des rechten Schulterblatts erlitt. Des Briten Jagd nach seinem 31. Etappensieg bei der Tour fand ein so abruptes wie schmerzhaftes Ende: «Ich bin natürlich völlig enttäuscht. Ich sah mich in einer guten Position, um zu gewinnen. Traurig, dass ich nun die Tour verlassen muss. Ein Rennen, um das ich meine gesamte Karriere gebaut habe.» Zur Disqualifikation von Sagan sagte Cavendish: «Den Weltmeister von der Tour de France auszuschliessen, dazu braucht es viel Mut.»

Eine Operation ist beim 32-Jährigen von der Isle of Man zumindest vorerst nicht nötig. Auch Nerven sind gemäss dem Teamarzt keine beschädigt. Cavendish hatte sich nach einer langen Krankheitspause wegen pfeifferschen Drüsenfiebers erst kurzfristig für die Tour-Teilnahme bereit erklärt. Bei der ersten Sprintankunft am Sonntag in Lüttich hatte er den vierten Platz belegt.

Froome wird neuer Leader

Die erste Bergankunft gewann gestern der 27-jährige Italiener Fabio Aru. Die fünfte Etappe von Vittel nach La Planche des Belles Filles führte im Gesamtklassement erwartungsgemäss zu Verschiebungen. Vom Waliser Geraint Thomas, der seit seinem Sieg im Auftaktzeitfahren am Samstag Leader gewesen war, wechselte das Maillot jaune zu dessen Teamcaptain Chris Froome. In der Gesamtwertung führt der dreifache Tour-de-France-Sieger (2013, 2015 und 2016) nun 12 Sekunden vor Thomas.

104. Tour de France. 5. Etappe, Vittel–La Planche des Belles Filles (160,5 km): 1. Aru (ITA) 3:44:06. 2. Martin (IRL) 0:16 zurück. 3. Froome (GBR) 0:20. 4. Porte (AUS), gleiche Zeit. 5. Bardet (FRA) 0:24. 6. Yates (GBR) 0:26. 7. Uran (COL). 8. Contador (ESP), beide gleiche Zeit. 9. Quintana (COL) 0:34. 10. Thomas (GBR) 0:40. – Ferner: 27. Frank (SUI) 1:47. 128. Albasini (SUI) 11:58. 132. Danilo Wyss (SUI), gleiche Zeit. 139. Hollenstein (SUI) 13:51. 174. Schär (SUI) 16:21. 175. Küng (SUI), gleiche Zeit. – 193 Fahrer gestartet und klassiert. – Nicht am Start: Cavendish (GBR).

Gesamtklassement: 1. Froome 18:38:59. 2. Thomas 0:12. 3. Aru 0:14. 4. Martin 0:25. 5. Porte 0:39. 6. Yates 0:43. 7. Bardet 0:47. 8. Contador 0:52. 9. Quintana 0:54. 10. Majka (POL) 1:01. – Ferner: 27. Frank 2:36. 84. Albasini 12:38. 107. Wyss 14:17. 121. Küng 16:31. 174. Schär 25:24. 188. Hollenstein 35:04.

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