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RAD: «Wissbegierig alles aufgesogen»

Der Ende Saison abtretende Fabian Cancellara (35) ist nicht nur einer der erfolgreichsten Fahrer, er wird auch von seinen Konkurrenten respektiert. Teil 2 der Würdigung des grossen Berner Sportlers.
Sandro Mühlebach
Sieg an Sieg gereiht: Fabian Cancellara – hier 2009 in Mendrisio, als er Weltmeister im Zeitfahren wurde. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Sieg an Sieg gereiht: Fabian Cancellara – hier 2009 in Mendrisio, als er Weltmeister im Zeitfahren wurde. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Sandro Mühlebach

Es gab Zeiten, da wünschten sich zahlreiche Fahrer den sofortigen Rücktritt von Fabian Cancellara. Nicht weil er ihnen unsympathisch war, sondern weil er ihnen die Siege wegschnappte. «Wann hörst du auf?», fragte etwa der Belgier Sep Vanmarcke den Berner unmittelbar nach der Flandern-Rundfahrt 2014 halb im Spass und halb im Ernst. Eben hatte Cancellara den Frühjahrsklassiker zum dritten Mal gewonnen, für einmal nicht solo «à la Cancellara», sondern im Sprint einer Vierergruppe.

Nach demselben Rennen, das Cancellara dank neu angeeigneten Sprinterqualitäten für sich entschieden hatte, zeigte sich auch dessen langjähriger Trainer Luca Guercilena von seinem Schützling beeindruckt: «Grosse Athleten versuchen immer, ihre Ideen und Herangehensweise aufzufrischen. Fabian ist immer offen für solche Sachen. Er sagt nie Nein zu neuen Ideen, und genau dies zeichnet ihn aus.»

Ein grosser tritt ab: Der Schweizer Radfahrer Fabian Cancellara, hier mit seiner Goldmedaille der Weltmeisterschaft in Salzburg 2006. (Bild: KEYSTONE/EPA/ROLAND SCHLAGER)
Eine von vielen Zieleinfahrten mit hochgestreckten Armen: Fabian Cancellara an der 108. Paris-Roubaix Klassik im Jahr 2010, … (Bild: KEYSTONE/AP Photo/Michel Spingler)
… an der Strassen-Weltmeisterschaft 2009 in Mendrisio, … (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
… beim Radrennen in San Remo 2008, … (Bild: KEYSTONE/AP Photo/Alberto Pellaschiar)
… beim Zeitrennen an den Olympischen Spielen in Peking 2008, … (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
… als Leader 2007 der Tourde France in der dritten Etappe in Compiegne, … (Bild: KEYSTONE/AP Photo/Christophe Ena)
… beim "Strade Bianche"-Rennen in Siena 2012 … (Bild: KEYSTONE/AP Photo/Gian Mattia D'Alberto, LaPresse)
… oder – und danach lassen wir es sein – als Gewinner der Flander-Rundfahrt 2014. (Bild: KEYSTONE/EPA/JULIEN WARNAND)
Jubel gabs auch an der Tour de Suisse, etwa nach der Schlussetappe 2009 beim Gesamtsieg. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Für den Sieg an der Flandernrundfahrt gibts am Schluss eine Eisenplastik zu stemmen. (Bild: KEYSTONE/EPA/ERIC LALMAND)
Beim Paris-Roubaix-Rennen ist die Siegertrophäe ein Stein. (Bild: KEYSTONE/EPA/NICOLAS BOUVY)
Sieben Finger in die Höhe: Nach sieben Etappen ist Fabian Cancellara 2007 nach wie vor Leader an der Tour de France. (Bild: KEYSTONE/AP Photo/Bas Czerwinski)
Wieder in Gelb: Fabian Cancellara vor dem Start zur 6. Etappe an der Tour de France im Jahr 2009. (Bild: CKEYSTONE/AP Photo/Christophe Ena)
Radfahren – ein Krampf, auch für Champoins. Fabian Cancellara ausgepumpt nach dem Zeitfahren an der Tour des Suisse 2007. (Bild: KEYSTONE/EDDY RISCH)
«Ächz!» oder ähnlich: Fabian Cancellara, 2009 an der Tour de France in Nyon. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
2008: Cancellara, Olympiasieger, ausser Puste. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
2008: Cancellara, Olympiasieger, in sich gekehrt. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Fabian Cancellara und sein Rennrad ruhen sich aus. Olympische Spiele in London, 2012. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Gelassen in die Zukunft: Fabian Cancellara, hier in der Radrennbahn in Zürich-Oerlikon. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)
Das ist kein Hochzeitsfoto: Fabian Cancellara und seine Frau Stefanie bei der Verleihung der Credit Suisse Sports Awards 2008. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
20 Bilder

Momente mit Fabian Cancellara

Mit akribischer Perfektion

Cancellara hatte im Vorfeld beobachtet, dass nach dem schönen Wetter im Frühling alle Fahrer auf einem hohen Niveau fahren und sich das Feld wohl nicht mit einer einzigen Attacke auseinanderreissen lässt. Entsprechend trainierte Cancellara vor der Flandern-Rundfahrt gezielt an der Explosivität.

Episoden wie diese zeigen auf, mit welcher Perfektion Cancellara ein Ziel akribisch in Angriff nimmt. Das sei bereits in den Anfängen der Karriere so gewesen, erinnert sich Sven Montgomery. Der ehemalige Radprofi, der seit vielen Jahren als Experte und Co-Kommentator für das Schweizer Fernsehen tätig ist, war 2003 eine Saison lang Teamkollege von Cancellara bei Fassa Bortolo. Es war jene Saison, in der sich Fabian Cancellara als Sieger der Prologe bei der Tour de Romandie und der Tour de Suisse erstmals so richtig in den Fokus der Öffentlichkeit fuhr.

Die Bereitschaft, zu lernen

«Er war sehr wissbegierig und hat alles um sich herum aufgesogen, um sich weiterzuentwickeln», erzählt Montgomery. «Diese Bereitschaft, zu lernen, hat ihn schliesslich so weit gebracht, nebst dem enormen Talent, das er natürlich hatte.» Man habe schon sehr früh gesehen, dass er ein ganz Grosser werden könne, so Montgomery weiter.

Montgomery nennt als Beispiel das Joseph-Voegeli-Memorial, ein Paarzeitfahren in Rheinfelden, im Jahr 2000. «Als Junioren-Weltmeister durfte Fabian im Alter von 19 Jahren zusammen mit dem Italiener Daniele Nardello bei der Elite antreten. Sie wurden Vierte, mitten unter den damals besten Zeitfahrern, und liessen zahlreiche Profis hinter sich.» Man habe damals gesagt, Nardello habe einen super Tag erwischt. Dem sei natürlich nicht so gewesen.

Sein Wort hat Gewicht

Auch Gregory Rast (36), seit 2012 einer der wichtigsten Helfer von Cancellara im Team Trek-Segafredo, ist über seinen «Chef» des Lobes voll. «Es gibt nicht viele Fahrer in der Geschichte des Radsports, die ein solches Palmarès haben», so der Zentralschweizer. Es sei nicht immer ganz einfach mit ihm. Aber Cancellara sei alles andere als egoistisch. «Er versucht stets, auch das Beste für das Team herauszuholen, und schaut, dass wir alle optimale Voraussetzungen haben.» Rast beschreibt Cancellara als «dankbaren Leader», als einen, der die Arbeit der Teamkollegen zu schätzen wisse. Rast, der an der laufenden Tour de France fast immer an der Seite seines Captains zu sehen ist, wird auch nächste Saison in den Diensten von Trek-Segafredo stehen, wenn Cancellara seine Karriere beendet hat.

Apropos Tour de France: Dass Cancellaras Worte im Peloton noch immer Gewicht haben, zeigte auch eine Szene in der 1. Etappe, als Alberto Contador stürzte. Damit der spanische Mitfavorit, der die Rundfahrt mittlerweile aufgegeben hat, wieder aufschliessen konnte, fuhr Cancellara an die Spitze und bremste das Feld ab. Die Fahrer gehorchten.

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