RADQUER: Rekordverdächtig rasantes Rennen

Nach seiner Verletzungspause meldet sich der Schweizer Meister Lars Forster mit einem Sieg in Dagmersellen zurück. Damit endet die Serie des achtfachen französischen Siegers Francis Mourey.

Drucken
Teilen
Das Rennen in Dagmersellen gewann Schweizer Meister Lars Forster aus Jona. (Bild: Christian Roos/chrisroosfotografie.ch)

Das Rennen in Dagmersellen gewann Schweizer Meister Lars Forster aus Jona. (Bild: Christian Roos/chrisroosfotografie.ch)

Das 41. Dagmerseller Radquer ähnelte eher einem Strassenrennen als einem Wettkampf im Gelände. Der feste Boden, das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen sorgten für sehr schnelle Rennen am Stephanstag in Dagmersellen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 29 Stundenkilometern im Rennen der Herren Elite dürfte somit rekordverdächtig sein. Auch bei den Zuschauerzahlen wurden in Dagmersellen mit etwa 3500 Personen hohe Werte erzielt. Kurz gesagt war es so ziemlich das Gegenteil des Rennens zu Jahresbeginn, als bei miserablen Bedingungen und einer regelrechten Schlammschlacht die Schweizer Meisterschaften ausgetragen wurde.

Den aktuellen Schweizer Meister der Elite, Lars Forster (23), schien dies kaum zu stören. Im Gegenteil: Der Ostschweizer bewies, dass er sowohl bei morastigen als auch bei trockenen Bedingungen schnell ist, und feierte so nach seinem Sieg an der Schweizer Meisterschaft im Januar seinen zweiten Erfolg in Dagmersellen innerhalb eines Jahres.

Spannung bis zum Schluss

Besonders bemerkenswert ist dieser erneute Sieg vor allem deshalb, weil es Forsters Comeback nach einer Verletzungspause und somit der erste Einsatz als Schweizer Meister in dieser Saison war. Das olympische Mountainbike-Rennen von Rio musste er mit einer Knieverletzung aufgeben und unterzog sich in der folgenden Zwangspause gleich noch einer Schulteroperation. «Auf diese Weise zurückzukehren, ist natürlich besonders schön», freute sich der Sieger nach dem Rennen. Forster zeigte sich bereits vor dem Start optimistisch. «Ich hatte mit dem SM-Titel ja super Erinnerungen an Dagmersellen und wusste, dass mir diese Strecke liegt. Von daher war es sicher der ideale Ort für ein Comeback.»

Dennoch blieb das Elite-Rennen bis zum Schluss spannend. Die Bedingungen sorgten für schnelle Rennen und so waren es bis zur zweitletzten Runde noch 15 Fahrer, die um den Sieg kämpften. Darunter auch die Zentralschweizer Nicola Rohrbach, Lukas Winterberg und Reto Indergand. Mit einem satten Antritt im letzten Anstieg konnte Schweizer Meister Forster dann aber die entscheidenden Meter zwischen sich und seine Verfolger legen.

Dahinter war Rohrbach (Edlibach) bis kurz vor dem Ziel noch auf Podestkurs, musste sich am Ende dann aber mit Rang 5 zufrieden geben. Schlechter erging es dem gebürtigen Roggliswiler und Lokalmatador Lukas Winterberg (Dallenwil). Ein Kettendefekt kurz vor dem Ende der zweitletzten Runde zwang ihn vom Velo, und so verpasste er genau im entscheidenden Moment den Anschluss an die Spitze. Der achtfache Rekordsieger von Dagmersellen, der Franzose Francis Mourey, ging diesmal leer aus und wurde Sechster.

Egger-Achermann weiterhin top

Die Gunzwilerin Jasmin Egger-Achermann feierte nach 2008 und 2009 ihren dritten Sieg in Dagmersellen. In der laufenden Saison war es ebenfalls der dritte Sieg und zudem die achte Podestplatzierung in Serie. Bereits in der ersten von sieben Runden liess die 27-Jährige ihre Gegnerinnen stehen und feierte am Ende einen souveränen Solosieg mit mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung.

Ganz so locker, wie es zunächst schien, war es für Egger-Achermann nicht. «Mir war es eindeutig zu warm heute. Ich hätte lieber noch 10 oder 20 Grad kälter gehabt. Aber das Wetter ist nun mal, wie es ist. Wichtig ist, dass ich aus den gegebenen Umständen das Beste rausgeholt habe.» Am 8. Januar bestreitet Egger-Achermann die Schweizer Meisterschaften. Die Chancen für Meistertitel Nummer sieben sind also intakt.

Radquer

Dagmersellen. 41. Internationales Radquer. Männer, Elite. 12 Runden (30,24 km): 1. Forster (Jona) 01:02:36. 2. Merlier (Bel) 0:02 zurück; 2. Flückiger (Wynigen) 0:03. 4. Stirnemann (Gränichen) 0:04. 5. Rohrbach (Edlibach) 0:05. 6. Mourey (Fra) 0:08. 7. Sägesser (Niedergösgen) 0:09. 8. Van Tichelt (Bel) 0:10. 9. Hekele (Cze) 0:10. 10. Frischknecht (Feldbach) 0:11. Ferner: 14. Indergand (Schönenwerd) 0:35. 15. Winterberg (Dallenwil) 0:37.

Frauen. Elite. 7 Runden (17,64 km): 1. Egger-Achmermann (Gunzwil) 42:58. 2. Hottinger (Esslingen) 01:34 zurück. 3. Gariboldi (ITA) 01:46. 4. Züger (Rieden) 02:27. 5. Stumpf (Fra) 03:10.

U19. Amateure/Masters. 8 Runden (20,16 km): 1. Thoma (Walenstadt) 45:26. 2. Muri (Dagmersellen) 0:04 zurück. 3. Achermann (Gunzwil) 0:08. Ferner: 15. Schnider (Zofingen) 02:10. 16. Eichenberger (Pfaffnau) 02:10. 17. Lütolf (Sempach) 02:13. 32. Meiser (Langnau bei Reiden) 04:58.

Thomas Winterberg