Das steht in der neuen Chronik des IFV

Turi Bucher
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Der IFV präsentiert zum 100. Jahr seines Bestehens eine eindrucksvolle, 360-seitige Chronik, wobei jeder der 89 IFV-Vereine mit einer Doppelseite gewürdigt wird. Zu jedem Club gibt’s die wichtigsten Kennzahlen sowie geschichtliche wie sportliche Facts. Ausserdem wird jeweils eine Vereinslegende vorgestellt sowie eine legendäre Anekdote erzählt. Des Weiteren sind in der IFV-Chronik ein Interview mit Paul Wolfisberg, dem bisher einzigen Innerschweizer Nationaltrainer und Storys über die Luzerner Nationalspieler Kudi Müller und Stephan Lichtsteiner zu finden.

Klar, dass der IFV auch seine eigene Historie von der Vergangenheit in die Moderne aufarbeitet; aber auch der Frauenfussball, das Schiedsrichterwesen, die legendären Innerschweizer Torhüter und viele Zahlen, Listen und Tabellen wurden nicht vergessen. Fifa-Präsident Gianni Infantino sowie Bundesrat Guy Parmelain leiten das IFV-Buch – ein richtiger Wälzer für den Nachttisch – mit je einem Vorwort ein.

Hier exklusiv einige Anekdoten aus 100 IFV-Jahren beziehungsweise aus dem heute erscheinenden IFV-Buch:

Walchwiler Superstar. Beim FC Walchwil meldete sich seinerzeit ein gewisser Sebastian Vettel zum Training an. Werni Häusler, der Walchwiler Trainer, fragte den Neuzugang, was er denn sonst noch so mache. Vettel antwortete: «Ich bin Autorennfahrer», damals noch relativ unbekannt als Sauber-Testfahrer. Einige Zeit später, als sich TV und Presse zu melden begannen, realisierte Häusler, wer da genau beim FCW mittrainierte.

Schwyzer Beinbruch. Wussten Sie, dass es vor dem SC Schwyz einen FC Schwyz gab? Er wurde 1915 gegründet und existierte nur ein paar Jahre lang, da sich ein Spieler in einem Match ein Bein brach: Weil das Geld für die Unfallversicherung fehlte, musste der Club Konkurs anmelden.

Reidener Festschmuck. Als 1967 die IFV-Delegierten zur DV in Reiden eintrafen, staunten sie nicht schlecht: Blumen, Fahnen- und noch viel mehr Empfangsschmuck zierte das ganze Dorf. Das war schon beeindruckend, was die Johanniter-Gemeinde da organisierte hatte. Karl Bläsi, damaliger Präsident des FC Reiden, musste dann allerdings aufklären: Der Festschmuck war für den Reidener Kardinal Benno Gut, der tags darauf aus Rom anreisen und seine Heimatgemeinde besuchen sollte.

Giswiler Kasse. Der FC Giswil wurde 1957 gegründet, aber schon in den 30-er-Jahren gab es einen FCG. Leider lief der damalige Kassier mit den Einnahmen davon, daraufhin wurde der Club aufgelöst. Die Nachfolger, so heisst es, hatten dieses Problem dann nicht mehr, weil die Kasse sowieso immer leer gewesen sei.

Buttisholzer Unglückszahl. Im Jahr 1974 durften 12 von 13 Viertligisten in die 3. Liga aufsteigen. Der FC Buttisholz legte vor den Aufstiegsspielen eine souveräne Saison ohne auch nur eine einzige Niederlage hin. In den entscheidenden Aufstiegsspielen reichte es dann trotzdem nur zu Rang 13.

Olympischer Scherz. Olympique Lucerne meldete im Winter 2013 einen Sensationstransfer: «Der brasilianische Star Ailton kommt, ein russischer Multimillionär bezahlt den Transfer.» Blick beispielsweise und Medienvertreter aus Brasilien und Italien fielen auf dem Scherz mit dem «Kugelblitz» herein. Unsere Zeitung aber nicht: Ein kurzes Kontrolltelefonat entlarvte den Fake-Transfer.

Obergeissensteiner Farbe. Manch einer fragt sich immer noch, was es mit der orangenen Clubfarbe des Luzerner Stadtvereins SC Obergeissenstein auf sich hat. Es existieren zwei Varianten: OG war ein Eisenbahner-Club und die SBB-Arbeiter trugen halt ein orangenes Arbeitsgewand. Die zweite Vermutung: Die bereits gegründeten Stadtclubs wie der FCL, der LSC oder Kickers hatten sich schon die Farben Blau, Grün oder Rot aufs Vereinslogo- und Dress geschrieben.