Die Frauen des FC Luzern sind den Baslerinnen in die Falle getappt

Die NLA-Fussballerinnen des FC Luzern verlieren ihr Startspiel mit 0:3 (0:2).

René Barmettler
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Die Baslerinnen Vanesa Hoti (links) und Melanie Huber versuchen, die Luzerner Stürmerin Julia Höltschi zu stoppen.

Die Baslerinnen Vanesa Hoti (links) und Melanie Huber versuchen, die Luzerner Stürmerin Julia Höltschi zu stoppen.

Dominik Wunderli (Luzern, 15 August 2020)

Die Teams in der obersten Frauenliga dürfen endlich wieder das machen, was sie am liebsten tun: Ernstkämpfe austragen. Die NLA, die nun Women's Super League heisst, greift wieder ins Wettkampfgeschehen ein, auch der FC Luzern. Am heissen und sonnigen Samstagnachmittag hatten immerhin rund 250 Fans Lust auf das Spiel gegen den FC Basel, es bildete sich eine Schlange vor den Eingängen, wo man seine Kontaktdaten einzutragen hatte.

Auch der FCL war heiss auf diese Startpartie, wollte die Baslerinnen in den Startminuten auf dem falschen Fuss erwischen. Doch schon bald zeigte sich: Durchschlagskraft in der Offensive hatte nur Basel, das sich ab der 20. Minute vermehrt im Luzerner Strafraum aufhielt. Und Camille Surdez, die 22-jährige Nationalspielerin, erwies sich als besonders abgebrüht. In der 25. Minute nutzte sie das Durcheinander in der Luzerner Hintermannschaft eiskalt aus und spitzelte den Ball an Goalie Lourdes Romero vorbei zum 1:0. Nur sechs Minuten später wieder ein heilloses Durcheinander: Der Ball konnte nicht aus dem Strafraum spediert werden, wieder stand Surdez goldrichtig – 2:0. Die Luzernerinnen sind nach ihrer Startoffensive den Baslerinnen in die Falle getappt. Danach ging im Spiel nach vorne wenig auf Luzerner Seite. Die weiten Zuspiele auf Rahel Sager gerieten entweder zu lang, oder der hohe Ball auf die eher kleingewachsene Julia Höltschi erwies sich als das falsche Mittel.

Topstürmerin kämpft für zwei, aber wirkungslos

Und Irina Pando, Luzerns Topskorerin der letzten, abgebrochenen Saison (16 Tore)? Sie rackerte für zwei, war hinten anzutreffen, jagte der Basler Hintermannschaft Bälle ab, aufopfernd, aber schliesslich wirkungslos. «Ich spürte bereits in der Pause, wie die Kräfte allmählich nachliessen», sagte sie nach Spielschluss, ohne ihr Lachen verloren zu haben.

Nach dem Seitenwechsel fiel dann sofort die Vorentscheidung, als die eingewechselte Annika Rothen zum 3:0 einschieben konnte. Zwar wehrte sich das Heimteam weiterhin nach Kräften, liess keine Kanterniederlage zu, die gegen Spielende sehr wohl möglich gewesen wäre. Zu Fünft wehrten sich die Luzernerinnen gegen Surdez und Rothen in der 84. Minute. In der Nachspielzeit wehrte der neue FCL-Goalie Lourdes Carmen Romero mirakulös ab und verhinderte das 0:4.

Es war eine akzeptable Leistung gegen einen Meister-Mitfavoriten. Die verletzungsbedingten Ausfälle auf Luzerner Seite waren spürbar, auch wenn Pando dies nicht als Ausrede gelten lassen wollte. «Man spürte, dass wir lange keinen Ernstkampf bestreiten konnten, in Trainings lässt sich das nicht simulieren. Einige Details stimmen noch nicht, aber immerhin sind wir gut ins Spiel gekommen. Leider fiel dann der erste Gegentreffer entgegen dem Spielverlauf.» Und das weitere Unheil nahm seinen Lauf...

Luzern – Basel 0:3 (0:2)
Leichtathletik-Stadion. – 250 Zuschauer. – SR Riva. – Tore: 25. Surdez 0:1. 31. Surdez 0:2. 48. Rothen 0:3. – Luzern: Romero; Hadorn (89. Klotz), Graf, Ruf, Sager; Vogl, Bienz, Remund (68. Wyser), Schnider; Höltschi, Pando. – Basel: Tschudin; Huber, Xhemaili (76. Bunter), Fockers; Mayr (91. Schmid), Sundov, Hoti, Ferrara; Sturgess, Surdez, Rey (46. Rothen).