Fussball: Schötz bittet zur Gala

Schötz deklassiert den U21-Nachwuchs des FC Luzern gleich mit 5:1. Auch der bald 40-jährige Trainer André Grüter mischt sich wiederum unter die Torschützen.

Stephan Santschi
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«89. Minute – 5:1. Torschütze: unsere Legende, Andi Grüter!» Der Speaker auf dem Schötzer Sportplatz Wissenhusen konnte sichwie viele der 400 Zuschauer ein Schmunzeln nicht verkneifen, als der bald 40-jährige (Spieler-) Trainer der Heimmannschaft in Richtung gegnerisches Tor sprintete und den Ball unter der Latte zum Schlussergebnis versenkte.

Bereits am letzten Wochenende beim Auswärtsspiel gegen die Grasshoppers hatte sich Grüter in der zweiten Halbzeit selber eingewechselt. «In Zürich hatte ich die Tasche nach einem Spiel mit den Veteranen, das zwei Tage vorher stattgefunden hatte, noch im Auto. Als sich bei uns während des Spiels zwei weitere Spieler verletzten, hatte ich keine andere Wahl: Ich musste rein.»

André Grüter besser als Dortmunds Topskorer?

Grüter, der viele Jahre in Schötz gespielt und Ende 2016 ein letztes Mal aushilfsweise im Einsatz gestanden hatte, war bei seinem Comeback nicht nur ein Notnagel. Gegen GC U21 führte er sein Team mit zwei Toren zum 4:1- Sieg. Und nun war er also auch gegen die U21-Junioren des FC Luzern wieder erfolgreich, womit er in insgesamt 72 Spielminuten dreimal getroffen hat. Das macht im Schnitt alle 24 Minuten ein Tor. «Deine Quote ist besser als jene von Alcácer», scherzte Stürmer Michael Koch in Anlehnung an den Torjäger von Borussia Dortmund.

Koch hatte dabei allen Grund, auf seine eigene Leistung stolz zu sein. Zwei herrliche Tore hatte er gestern erzielt, ein weiteres bereitete er vor, womit er zum eigentlichen Matchwinner avancierte. In der 35.Minute bediente er Nahuel Allou mit einem zügigen Steilpass, den sein Teamkollege zur 2:1-Führung verwertete. In der 44. Minute zirkelte Koch aus etwa 22 Metern einen Freistoss sehenswert über die Mauer zum 3:1 ins Netz. Und nach 84 Minuten zog er nach der Balleroberung sogar von der Mittellinie ab und erwischte den FCL-Goalie mit einer präzisen Bogenlampe. Zusammen mit Agron Skerajs 1:1-Ausgleich in der 11. Minute und dem eingangs erwähnten Schlusspunkt von Trainer Grüter war die Schötzer Gala komplett.

«In der zweiten Halbzeit mussten wir unten durch, wir gingen auf dem Zahnfleisch. Doch wir haben leidenschaftlich gekämpft», freute sich Grüter. Zu seinen eigenen Goalgetterqualitäten meinte er etwas gerührt: «Ich fühle mich wie ein 15- oder 16-Jähriger, dem etwas gelingt, von dem man aber nicht viel erwartet. Das erlebte ich vor vielen Jahren und jetzt wieder, das ist schon speziell. In der Rückrunde aber will ich nicht mehr spielen.» Dann hofft er auf eine Entspannung der Personalsituation und möchte sich wieder ganz seiner Aufgabe an der Seitenlinie widmen. Diese hatte er erst am 24. September von René Erlachner übernommen.

Bei den FCL-Junioren «läuft alles schief»

Erlachner war damals eine 1:5-Niederlage gegen Langenthal zum Verhängnis geworden. Die gleiche Schlappe musste nun Ivan Dal Santo, der Trainer der FCLU21-Junioren, hinnehmen. Mittlerweile warten sie seit acht Partien auf einen Sieg.«Im Moment läuft alles schief», stellte Dal Santo konsterniert fest. Erreicht er die Mannschaft noch? «Wenn ich sehe, wie wir unter der Woche trainieren,dann ist unser Vernehmen gut. Im Spiel fehlt uns aber das Selbstvertrauen.» Sein Team tut sich schwer mit den defensiv eingestellten und konterstarken Gegnern, im Angriff fehlt es dem FCL-Nachwuchs an Durchschlagskraft – daran änderte auch der Einsatz des georgischen Nationalspielers Valeriane Gvilia nichts. «Wir müssen den Ernst der Lage erkennen und uns noch mehr füreinander einsetzen.»