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«Ist das Sursees erste Mannschaft?»

Hergiswil schlägt Sursee im Kellerduell der 2. Liga inter mit 3:1. Beim Luzerner Schlusslicht herrscht Ratlosigkeit.
Stephan Santschi
Der Hergiswiler Frederik Achermann (am Ball) setzt sich kraftvoll gegen Chris Kaufmann durch. (Bild: Pius Amrein, Hergiswil, 18. September 2019)

Der Hergiswiler Frederik Achermann (am Ball) setzt sich kraftvoll gegen Chris Kaufmann durch. (Bild: Pius Amrein, Hergiswil, 18. September 2019)

Kurz nach Spielschluss standen die Surseer im Kreis und wirkten wie begossene Pudel. Später diskutierten Trainer Pascal Bader und Linksverteidiger Tobias Wyder, um erste Erklärungen für den schwachen Auftritt zu finden. 1:3 verloren sie gestern in Hergiswil, nach fünf Runden und mit nur einem Punkt auf dem Konto liegen sie auf dem letzten Platz der Gruppe 4 in der 2. Liga inter. «Wir haben nicht nur ein Problem, bei uns fehlt es an allen Ecken und Enden», sagte Wyder.

Der Ur-Surseer, seit zehn Jahren steht er im Fanionteam, machte einen nachdenklichen Eindruck. Die aktuellen Auftritte entsprechen so gar nicht dem Rendement eines Vereins, der in der Saison 2017/2018 noch in der 1. Liga gespielt hatte. Auf der Tribüne der Hergiswiler Grossmatt fragte sich mehr als ein Zuschauer laut, ob dies tatsächlich die 1. Mannschaft des FC Sursee sei, die sich da präsentiere. Es war nicht spöttisch gemeint, sondern schlichtweg Ausdruck des Erstaunens über den blutleeren Auftritt. «Das bereitet mir natürlich Kopfzerbrechen», erklärte Wyder und fügte an: «Wir sind in einer Scheisssituation und sind uns dessen noch nicht bewusst.»

Hergiswil erzwingt nach Fehlstart die Trendwende

Dabei hätte sich gestern eine gute Gelegenheit geboten, um sich etwas aus dem Tabellenkeller emporzuarbeiten. Der Gegner hatte nämlich ebenfalls einen Kaltstart in die Saison erwischt, verlor die ersten fünf Partien und erzwang erst am letzten Wochenende mit dem 2:1-Sieg in Ibach die ersten Punkte. Die Nidwaldner waren aber von Beginn weg präsenter und hätten nach der ersten Hälfte höher als nur mit 1:0 führen müssen – Livio Kauer hatte nach einer halben Stunde mit einem platzierten Flachschuss getroffen. Die Surseer blieben so im Spiel und als Hergiswil in Halbzeit zwei vorübergehend die Aufmerksamkeit in der Defensive verlor, glichen sie nach einer Stunde durch Marco Mangold aus. «Wir hatten einen Hänger drin, uns drohte das Spiel sogar zu entgleiten», stellte Luca Mombelli fest.

Dass es nicht so weit kam, lag zu grossen Teilen auch an ihm, dem Captain der Hergiswiler, der wie sein Antipode Tobias Wyder ein Inventarstück seines Vereins ist. Mombelli bestreitet aktuell die 13. Saison für die Nidwaldner. Im zentralen Mittelfeld sorgte er mit seinen läuferischen und kämpferischen Qualitäten für jene Tugenden, die es in dieser ungemütlichen Ranglistengegend braucht. Und als Michel Goncalves in der 74. Minute eine schöne Hereingabe von Devin Arnold zum 2:1 abschloss, stimmte für die Gastgeber auch das Resultat wieder. In der 86. Minute schliesslich sicherte Arnold den zweiten Sieg in Serie mit dem 3:1 – die Trendwende ist damit eingeläutet.

Sursee am Freitag mit Teamevent statt Training

Die Surseer, die auch physisch überfordert schienen, hatten derweil noch die rote Karte von Sascha Kokanovic (89.) wegen einer Tätlichkeit zu beklagen. Was nun? «Es braucht harte Arbeit», betonte Tobias Wyder, hielt aber auch fest: «Am Freitag werden wir das Training streichen und gemeinsam etwas unternehmen. Wir müssen uns gegenseitig wieder unterstützen.» Was die Surseer derzeit zeigen, ist dieses Vereins nämlich nicht würdig.

Hergiswil – Sursee 3:1
(1:0) Grossmatt. – 150 Zuschauer. – SR Cassiani. – Tore: 30. Kauer 1:0. 60. Mangold 1:1. 74. Goncalves 2:1. 86. Devin Arnold 3:1.
Hergiswil: Strohhammer; Meyer, Andrin Arnold, Wieland, Walker; Devin Arnold (90. Joller), Lohberger, Mombelli, Kauer; Achermann (63. Goncalves), Blättler (69. Kehrer).
Sursee: D’Ovidio; Kevin Arnold (82. Theiler), Elshani, Kokanovic, Wyder; Graf, Mangold; Saliji (46. Steinmann), Kaufmann, Hasani (79. Pinto Teixeira); Sager (88. Frey).
Bemerkung: 89. Platzverweis Kokanovic (Tätlichkeit).

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