Kriens besiegt den FC Wil mit 2:1

Der SC Kriens gewinnt das Challenge-League-Spiel gegen den FC Wil 2:1. Bis zum Schlusspfiff mussten die drei Punkte jedoch erzittert werden.

Simon Wespi
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Der Krienser Burim Kukeli im Spiel gegen den FC Wil.

Der Krienser Burim Kukeli im Spiel gegen den FC Wil.  

Dominik Wunderli, Kriens
7. Dezember 2019

Der SC Kriens überzeugte zuletzt. Nach zwei Siegen gegen Stade-Lausanne und Winterthur musste die Berner-Elf am letzten Spieltag jedoch als Verlierer vom Platz. Eine ärgerliche 1:2-Heimniderlage in den Schlussminuten gegen Leader Lausanne resultierte. Der heutige Gegner aus Wil spielte letztes Wochenende ein Unentschieden gegen Schaffhausen. Ein Punkt nach zuvor drei Niederlagen in Serie. Eine vielversprechende Ausgangslage. Trainer Bruno Berner sagte vor der Partie: «Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.»

Am Ergebnis gemessen war es dies dann auch. Doch Kriens war über weite Strecken das bessere Team. Zur Pause führte Grün-Weiss bereits mit 2:0. Doch nicht zum ersten Mal wurde es zum Ende des Spiels nochmals spannend.

Nico Siegrist und Philipp Muntwiler in einer Diskussion.

Nico Siegrist und Philipp Muntwiler in einer Diskussion.

Dominik Wunderli, Kriens
7. Dezember 2019

Siegrist und Abubakar bringen Kriens in Front

Die Partie begann nervös. Viele Ungenauigkeiten auf beiden Seiten und an der Grenze geführte Zweikämpfe bestimmten die ersten Minuten. Wil verzeichnete ein leichtes Chancenplus in der ersten Halbzeit. Doch die Tore fielen auf Krienser Seite. In der 23. Minute wird Omer Dzonlagic angespielt, er läuft zur Grundlinie und passt zur Mitte. Dort löst sich Nico Siegrist aus der Verteidigung und kann ungehindert ins linke Eck einschieben. Zehn Minuten später erhöht Asumah Abubakar auf 2:0. Albin Sadrijaj spielt den Ball dem Ghanaer zu, der Wil-Torhüter Anthony Mossi keine Chance liess.

Das Heimteam startete aggressiver als der Gegner aus der Ostschweiz in die zweite Halbzeit. Abubakar hatte gleich zwei Möglichkeiten (55. und 56.) für Grün-Weiss die Entscheidung herbeizuführen. Beim ersten Versuch schoss er den Ball knapp übers Tor, beim zweiten fand er seinen Meister in Torhüter Mossi. Es schien eine Frage der Zeit, bis das dritte Krienser Tor fällt. Ciriaco Sforza musste reagieren – er tat dies mit einem Doppelwechsel. Fuad Rahimi und Carlos Silvio kamen ins Spiel. Sogleich kippte die Partie. Wil war fortan spielbestimmend. Der eingewechselte Silvio sorgte mehrmals für Gefahr im Krienser Strafraum. In der 75. Minute war der Bann dann gebrochen. Silvio legte den Ball perfekt für Valon Fizliu auf, der zog am 16-er ab. Liridon Berisha lenkte den Ball unhaltbar ab, so dass Torhüter Pascal Brügger keine Abwehrchance hatte.

Berner mit vielen Wechseln

Brügger spielte für den kurzfristig erkrankten Sebastian Osigwe. Trainer Bruno Berner musste gleich auf mehreren Positionen umstellen. Neben den gesperrten Elvedi und Tadic fiel auch Diogo Costa im Abschlusstraining aus. Für ihn spielte Marian Urtic.

Der FC Wil verpasste in der Schlussphase mehrmals den Ausgleich, die Krienser ihrerseits konnten mehrere Kontermöglichkeiten nicht mit dem entscheidenden Tor krönen. Doch Kriens brachte den Sieg schliesslich über die Zeit. Sehr zur Freude von Torschütze Nico Siegrist: «Die Erleichterung ist riesig und die Freude sehr gross. Aber wir müssen die Dinge beim Namen nennen. Letztes Jahr hätten wir dieses Spiel noch verloren. Fussballerisch war es nicht die beste Leistung von uns heute.»

Vor dem Spiel gibt es eine Schweigeminute für den ehemaligen Fussball-Profi Thiago Ribeiro, der mit 39 Jahren verstorben ist.

Vor dem Spiel gibt es eine Schweigeminute für den ehemaligen Fussball-Profi Thiago Ribeiro, der mit 39 Jahren verstorben ist.

Dominik Wunderli, Kriens
7. Dezember 2019

Sforza: «Kriens war bissiger»

Auch beim Trainer herrschte nach dem Spiel grosse Erleichterung: «Am Schluss sind wir in eine Druckwelle geraten. Sie operierten mit hohen Bällen, bei denen unsere kleingewachsene Verteidigung Mühe hatte. Am Schluss war es ein hart umkämpfter Sieg.» Für Wil, die einen guten Saisonstart hinlegten, ist es nun bereits die vierte Niederlage im fünften Spiel. Trainer Ciriaco Sforza bilanzierte die Niederlage sachlich: «Um das Glück zu erzwingen muss man an die Grenzen gehen, das haben wir heute nicht getan. Der SC Kriens war bissiger im Zweikampfverhalten, das hat am Schluss den Unterschied ausgemacht.»

Mit diesem Sieg springt der SCK, wenn womöglich auch nur für eine Nacht, auf den 3. Platz. Zum Abschluss der Hinrunde reisen die Krienser nach Liechtenstein. Am nächsten Sonntag bietet sich für Kriens die Möglichkeit, mit weiteren drei Punkten eine tolle Hinrunde abzuschliessen.

Kriens – Wil 2:1 (2:0) Kleinfeld. – 1050 Zuschauer. – SR Gianforte

Tore: 23. Siegrist 1:0. 33. Abubakar 2:0. 75. Fazliu 2:1.
Kriens: Brügger; Urtic, Fäh, Berisha, Mijatovic; Kukeli, Sadrijaj, Bürgisser (46. Ulrich), Dzonlagic (65. Yesilcayir); Abubakar (77. Teixeira), Siegrist (90. Hoxha).
Wil: Mossi; Celant, Kamberi, Schmied, von Niederhäusern (66. Rahimi); Muntwiler (10. Ndau), Abedini, Brahimi, Fazliu, Duah (66. Silvio); Stojilkovic (88. Krasniqi).
Bemerkungen: Kriens ohne Elvedi und Tadic (beide gesperrt), Alessandrini, Fanger und Follonier. Wil ohne Klein, Schäppi, Wörnhard (alle verletzt). 92. Pfostenschuss Yesilcayir.

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