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So brutal kann Fussball sein: Luzerner Frauen verlieren gegen Basel

Die NLA-Frauen des FC Luzern beziehen im fünften Saisonspiel die dritte Niederlage. Beim 0:1 gegen Basel stehen Aufwand und Ertrag in einem krassen Missverhältnis.
René Barmettler
Fleissig, aber glücklos: FCL-Stürmerin Irina Brütsch (rechts) gegen die Baslerin Jana Brunner. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))

Fleissig, aber glücklos: FCL-Stürmerin Irina Brütsch (rechts) gegen die Baslerin Jana Brunner. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))

«Brutaler kann man nicht verlieren, wenn du siehst, welchen Aufwand wir betrieben.» Glenn Meier, der Trainer der FC Luzern Frauen, war nach dem Schlusspfiff bedient. Kurz zuvor lief bereits die 93. Minute. Die Basler Freistossschützin Kristina Sundov geht neun Schrittchen vom Ball zurück. Nimmt dann vier grosse Schritte Anlauf. Trifft den Ball aus 17 Metern voll – und dieser fliegt mit Wucht unter die Querlatte. Jubelschreie, Schlusspfiff – und den Luzernerinnen blieb nur noch der Frust. Vor allem bei Irina Brütsch, der Stürmerin: Sie umspielte in der 89. Minute Basel-Torhüterin Nadine Böni, die Linksfüsserin hatte dann aber den Ball aus spitzem Winkel auf ihrem schwächeren, rechten Fuss. Und entschied sich deshalb, an Stelle des Schusses auf das verlassene Tor, auf einen Pass in die Mitte. Eine Fehlentscheidung, wie sich herausstellte.

Nun also dieses bittere 0:1 gegen Basel, bei dem Aufwand und Ertrag in krassem Missverhältnis standen. Beim letzten Meisterschaftsauftritt setzte es beim Meister FC Zürich mit 2:3 ebenfalls eine knappe Niederlage ab. Mit dieser konnte Glenn Meier indes viel besser leben. «Wir spielten besser und abgeklärter als gegen die Baslerinnen. Ausgerechnet der letzte Pass, den wir intensiv trainiert hatten, liess uns diesmal im Stich.»

Luzerns Rahel Tschopp (rechts) gegen Basels Jana Brunner (Mitte). (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Nicole Remund (links) wird von Basels Torfrau Nadine Böni gebremst. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Irina Brütsch (rechts) im Zweikampf mit Basels Jana Brunner. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Julia Höltschi (rechts) wird von Basels Sina Hirschi gestört. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Julia Höltschi (links) gegen Basels Sina Hirschi. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Nicole Remund (rechts) umkurvt Basels Torfrau Nadine Böni. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Julia Höltschi (rechts) spielt einen Pass. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
Luzerns Irina Brütsch (rechts) im Zweikampf mit Basels Jana Brunner. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 29. September 2018))
8 Bilder

FC Luzern - FC Basel 0:1

Finanzielle Kürzungen in Zürich und Basel

Die jungen Luzernerinnen waren also nah dran, gegen die beiden Grössen der Liga zu punkten. Vor dieser Saison entbrannte ein Ministreit, wer denn von den beiden nun der Ligakrösus sein könnte. Der FC Zürich, der bisherige, kürzte auf diese Saison hin sein Budget für die Frauenabteilung. Von rund 750000 auf 500000 Franken. Der Grund liegt bei der Fifa. Der Weltfussballverband hatte der Stadt Zürich vor Jahren 20 Millionen Franken für den Bau eines neuen Stadions, das nie gebaut wurde, zugesichert. Das Geld gelangte dennoch in Entwicklungsprojekte für den Breitensport. Dazu gehörten auch die FCZ-Frauen, die von einem jährlichen Zuschuss von rund 150000 Franken profitierten. Doch seit dieser Spielzeit blieben die Fifa-Zahlungen aus.

Nun argwöhnt man in Zürich, dass Spielerinnen in Basel bessere Verdienstmöglichkeiten hätten. Doch auch in Basel setzte man den Rotstift an. Das sind insgesamt schlechte Nachrichten für den Mädchen- und Frauenfussball hierzulande. Dass man sich Sorgen wegen der fussballerischen Ausbildung machen muss, bestätigte Noch-Nationalcoach Martina Voss-Tecklenburg kürzlich unserer Zeitung: «Diese ­Frage kann ich mit einem Ja beantworten. Die Super-League-Klubs haben eine Verantwortung gegenüber dem Frauenfussball. Das Budget muss klar sein, es sollte immer gleich sein. Und wenn gespart werden muss, könnte man dies anders regeln. Die Klubs haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu tragen.» Und diese wird, so scheint es, weniger wahrgenommen als auch schon.

Basels schlechter Start in diese Saison

Die Frauen des FC Luzern standen vor anderthalb Jahren vor dem Aus, kennen also klamme Situationen wie die der Gegnerinnen bestens. Und trotzdem machen auch sie das Beste daraus. Man wähnte sie vor dem Spiel gegen Basel sogar als Favoritinnen. Der FCB holte in den vorigen vier Spielen magere drei Punkte und satte zwölf Gegentore. Wenig verwunderlich, dass er mit geringem Selbstvertrauen in Luzern auftrat. Dass das Heimteam diesen Umstand nicht auszunützen wusste, lag für Meier daran, «dass wir die Lösung mit dem Ball am Fuss nicht fanden und allzu fest auf Irina Brütsch hofften». Die dreifache Saisontorschützin war nach dem Spiel entsprechend wütend auf sich selbst. Sie, die die Matchwinnerin hätte sein können.

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