Thomas Heitzmann, Trainer des SC Buochs, sagt: «Die Situation war von A bis Z blöd»

Buochs wollte vorne mitmischen, nun steckt es im Abstiegskampf. Trainer Thomas Heitzmann stellt die Taktik um.

Stephan Santschi
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Der SC Buochs mit Mittelfeldspieler Lorenzo Michelangeli (links) will sich in der Rückrunde vor allem defensiv stabilisieren.

Der SC Buochs mit Mittelfeldspieler Lorenzo Michelangeli (links) will sich in der Rückrunde vor allem defensiv stabilisieren.

Bild: Roger Grütter (Buochs, 9. November 2019)

Rang 12, nur fünf Zähler über dem Strich, Abstiegskampf. So hat sich Thomas Heitzmann seine erste Saison bei 1.-Ligist SC Buochs gewiss nicht vorgestellt. «Es war ernüchternd, ich musste kapitulieren», sagt er vor dem Start in die zweite Saisonhälfte am Samstag bei der U21-Equipe der Grasshoppers. Kapitulieren, damit meint Heitzmann: Wegkommen vom Fokus auf seinen geliebten Offensivfussball mit Ballkontrolle, mehr Augenmerk für die Defensive.

Eingeleitet hatte der 47-jährige Übungsleiter die Neuorientierung schon im letzten September nach der 1:5-Klatsche beim Nachwuchs des FC Luzern. Jetzt in der Vorbereitung hat er in dieser Hinsicht nochmals nachjustiert. «Wir haben sehr viel im physischen Bereich gearbeitet. In der Rückrunde wird es darum gehen, hinten kompakter zu stehen», erklärt Heitzmann. Die 33 Gegentore in den bisherigen 14 Partien sind natürlich eindeutig zu viel.

Zugs Beganovic entfacht Goalie-Duell in Buochs

Die beiden Neuzuzüge in der Winterpause betreffen darum wenig überraschend die Abwehr. Für links hinten kommt Nico Kurth von Olympique Lucerne – er wird aber wegen einer Schiedsrichterbeleidigung noch sechs Spiele gesperrt sein und ist mehr als Investition in die Zukunft zu sehen. Sofort eine Verstärkung sein, soll derweil Goalie Eldin Beganovic, der von Ligakonkurrent Zug ins Seefeld wechselt. «Nun haben wir bei den Torhütern einen Konkurrenzkampf, das war in der Vorrunde nicht der Fall», sagt Heitzmann. Ob Beganovic oder der bisherige Stammkeeper Kevin Epp das Tor hüten wird, lässt er noch offen.

Abwehrschlacht statt Offensivfussball – das ist eigentlich weder das Credo von Thomas Heitzmann noch vom SC Buochs. Der Ernst der Situation macht die Umstellung aber nötig, «in der Meisterschaft geht es nun nur noch darum, nicht abzusteigen», betont der Trainer. Die Ursache, weshalb sein Team überhaupt in diese Bredouille geriet, erklärt er mit den vielen Absenzen. Blessuren, Hochzeiten, Ferien – die Gründe für die mangelhafte Trainingsbeteiligung waren mannigfaltig. Mit Tanushaj und Gjidoda fielen früh sogar zwei der wichtigsten Offensivspieler verletzungsbedingt aus. «Das war deprimierend. Die Situation war von A bis Z blöd», erklärt Heitzmann und fügt an: «Mit durchschnittlich 13 Feldspielern im Training kann man wenig machen.»

Lambert und Diethelm hören im Sommer auf

Für die Rückrunde glaubt er über einen etwas breiteren Kader zu verfügen. Ausser dem langzeitverletzten Augustin Tanushaj sind alle Akteure verfügbar und mit Fabian Nickel, der bald Vater wird, ist auch in privater Hinsicht nur noch eine vorübergehende Dispens zu erwarten. «Uns mangelte es in der Defensive an Robustheit und zum Teil auch an Erfahrung. Ich musste die Formation fast nach jedem Spiel umstellen, so fehlten die Automatismen», erzählt Heitzmann. Das soll sich nun ändern, «ich hoffe, dass wir uns stabilisieren können».

Die nächsten Einschnitte ins Teamgefüge der Nidwaldner sind aber bereits bekannt und betreffen die kommende Saison. Die beiden Assistenztrainer Michael Diethelm und Christophe Lambert (zudem Spielmacher) werden aus beruflichen beziehungsweise familiären Gründen zurücktreten. Wie die Zukunft von Heitzmann aussieht, ist noch offen. «Wir sind auf der Suche nach einem Assistenztrainer. Finden wir keinen, höre ich auch auf.»

Transfers

Zuzüge: Eldin Beganovic (Zug 94), Nico Kurth (Olympique Lucerne). – Abgänge: Stefan Trajkovic (FC Emmenbrücke), Tobias Nickel, Rico Gabriel (beide Rücktritt). Till Schumacher (Ausland), Markus Niederberger (RS).