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Handball-Absteiger Emmen greift in der 1. Liga neu an

Ein Abstieg kann einen Verein aus dem Konzept bringen. Nicht so in Emmen: Die Handballer zeigen sich in der 1. Liga in neuer Stärke.
Stephan Santschi
Luka Kovacevic, hier beim Sprungwurf, schliesst einen Emmer Angriff erfolgreich ab. Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 7. September 2019)

Luka Kovacevic, hier beim Sprungwurf, schliesst einen Emmer Angriff erfolgreich ab. Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 7. September 2019)

«Der Abstieg hat bei uns kein Drama ausgelöst.» Heinz Fuhrimann, der Trainer der 1.-Liga-Handballer aus Emmen, macht nach den ersten beiden Spieltagen einen zufriedenen Eindruck. Zweimal siegte sein Team, zunächst gegen Dagmersellen mit 38:35 und am letzten Wochenende gegen Olten mit 39:35. Fuhrimann, der die Emmer 2018 in die NLB geführt hatte und mit ihnen in diesem Jahr wieder in die 1. Liga zurückgekehrt ist, stellt allgemein fest: «Die Denkweise im Umfeld des Vereins ist eine andere. Die Vorstellung, das wir in die NLB gehören und dort auch mitspielen können, hat sich verfestigt. Trotz dem Abstieg spielten wir ja eine vernünftige Saison.»

Und so verkörpern die Emmer also keinen Verein, der durch eine Relegation aus dem Konzept gerät, sondern sie schöpfen daraus vielmehr Kraft für einen gezielten Aufbau. Mutationen im Kader gab es allerdings schon, ihnen gebührt sogar der Stellenwert eines Umbruchs. Die Abgänge von Goalie Marcel Luthiger (hilft vorderhand noch aus) und der Rückraumspieler Lukas Huwiler, Tomislav Orsolic, David Zürcher und Basil Gnos, sowie der Wechsel von Flügeltalent Ammar Idrizi zu Kriens-Luzern sorgten für einen grossen Riss in der Spielerdecke. Genäht wurde er vor allem mit Akteuren aus der zweiten Mannschaft und mit U19-Elite-Junioren der SG Pilatus – ganz nach dem Vereinsmotto, vor allem auf eigenes Schaffen setzen zu wollen. «Wir haben die wohl grösste Juniorenabteilung der Schweiz. Davon sollten wir irgendwann einmal profitieren», fordert Heinz Fuhrimann. David Zürcher übernimmt dabei die Leitung im Nachwuchsbereich und Marcel Luthiger koordiniert die neu gegründete Goalie-Factory, in der die Torhüter des Vereins altersgerecht geschult werden.

Emmer zünden früh ein Feuerwerk im Angriff

Unter dem Strich zeichnet sich die Ausgabe 2019/20 von Handball Emmen durch eine gute Mischung aus Jugend und Routine aus. Trotz der Abgänge verfüge er in seinem Team weiterhin über «viel individuelle Klasse», betont Fuhrimann. Dazu zählen Spielmacher Mark Schelbert und der rechte Aufbauer Luka Kovacevic, die in den ersten beiden Partien jeweils 19 Tore erzielt haben. Oder der linke Aufbauer Fabian Häberli, Kreisläufer Luka Ravlija und die beiden Flügel Christoph Brunner und Roy Bucher. «Der Angriff harmoniert schon ganz gut», freut sich Fuhrimann. Die Entwicklung der Abwehr hingegen bedürfe etwas mehr Zeit. «Viele Handballer spielen nicht gerne in der Verteidigung. Es braucht die richtige Einstellung, das Vertrauen in den Nebenmann und Kommunikation.»

Fuhrimann erhielt Unterstützung an der Seitenlinie und einmal pro Woche auch im Training. Erich Schelbert, der Vater von Mark, stiess neu zu Emmen. Der pensionierte Muotathaler war Gründungsmitglied des KTV Muotathal und wirkte dort während Jahrzehnten als Vorstandsmitglied und Trainer. «Er bringt viel Erfahrung und Ruhe rein», sagt Fuhrimann. Die beiden Coaches, sowie die Spieler Schelbert, Häberli und Brunner bilden dabei den neu eingeführten Trainerrat. «Er dient dem Gedankenaustausch. Damit wir in Sachen Training und Taktik auf einen gemeinsamen Nenner kommen.»

Die Emmer fühlen sich damit trotz des Abstiegs und einem Kaderumbruch stark genug, um anzugreifen und sich die Rückkehr in die NLB zum Ziel zu setzen. Ob dies gleich in dieser Saison gelingen soll, darüber schweigen sie sich noch aus. «Spiel für Spiel» wolle man zunächst nehmen, sagt Fuhrimann, der sich in der Gruppe drei auf zahlreiche Derbies mit Altdorf, Dagmersellen, Kriens und Muotathal freut. Ansprechende Vorgaben dürfe man sich mit dem aktuellen Kader aber schon machen, fügt der 57-jährige Übungsleiter an: «Als erstes möchten wir nun den Sprung in die Top 2 unserer Gruppe schaffen.»

Männer, 1. Liga

Hauptrunde, Gruppe 3: Wohlen – Altdorf 24:31 (13:17). Emmen – Olten 1 39:35 (20:17). Kriens – Muotathal 23:31.

Rangliste: 1. KTV Altdorf 2/4. Handball Emmen 2/4. 3. SG Olten 2/2. 4. Muri 1/2. 5. KTV Muotathal 2/2. 6. Dagmersellen 1/0. 7. Kriens 2/0. 8. Wohlen 2/0.

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