Ad Astras Mangel Nummer eins ist das Toreschiessen

Die Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen kommen in der NLA-Meisterschaft nicht auf Touren.

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Headcoach Eetu Vehanen und sein Team durchleben derzeit schwierige Zeiten.

Headcoach Eetu Vehanen und sein Team durchleben derzeit schwierige Zeiten.

Bild: André Düsel

Neues Jahr, alte Leier bei Ad Astra Sarnen: Es will nicht klappen mit dem Punkten in der höchsten Schweizer Spielklasse. Die Obwaldner zieren weiterhin mit beschaulichen drei Punkten das Tabellenende der NLA, gemeinsam mit Thun. Die Auftritte der Sarner gegen die teilweise qualitativ deutlich besser besetzten Teams ähneln sich Partie für Partie: Die Spieler in den rot-schwarzen Tenüs beackern das Feld emsig, die Ernte fährt jedoch der Gegner ein.

Grösstes Manko von Ad Astra: das Toreschiessen. Nur 44 Tore brachten die Sarner bislang in 16 Spielen zu Stande – das ergibt im Durchschnitt weniger als drei Treffer pro Spiel. Der klar schlechteste Wert der Liga, ein Fakt, der Ad Astra-Headcoach Eetu Vehanen sehr wohl bewusst ist: «Da gibt es nichts schönzureden. Wir sind offensiv zu harmlos, schiessen zu wenig Tore.»

Lauri Liikanen wird schmerzlich vermisst

Der Blick auf die teaminterne Skorerliste zeigt denn auch ein düsteres Bild. Lediglich der schwedische Verteidiger Robin Markström sowie die beiden Angreifer Cornel von Wyl und Roman Schöni trafen bislang mehr als drei Mal ins Schwarze. Andere Ad Astra-Spieler tauchen nur sporadisch unter den Torschützen auf. Schmerzlich vermisst wird in den Reihen von Ad Astra der letztjährige Toptorschütze Lauri Liikanen, dessen langwierige Verletzung weiterhin keine Einsätze zulässt. «Das Toreschiessen ist zurzeit auf zu wenigen Schultern verteilt. Uns fehlt die Qualität im Abschluss, hier sind uns die Gegner überlegen», weiss Vehanen.

Das Heimspiel am vergangenen Samstag gegen Rychenberg Winterthur zeigte ein für diese Saison aus Sicht von Ad Astra typisches Bild: Der Gegner war mehrheitlich in Ballbesitz, Sarnen wehrte sich nach Kräften. Ad Astra kam sporadisch ebenfalls zu Chancen, die Tore bejubelten jedoch die Gäste. Deren acht waren es am Ende, während es die Sarner gerade einmal auf drei Treffer brachten. «Defensiv haben wir Fortschritte gemacht. Trotzdem produzieren wir in jeder Partie zu viele Eigenfehler, welche auf diesem Niveau in der Regel gnadenlos ausgenützt werden. Und auch wenn wir hinten gut stehen und auf unsere starken Torhüter zählen können: Um zu punkten, benötigen wir Tore. Unsere wenigen Chancen müssen wir effizienter nutzen, wenn wir nach der Schlusssirene nicht immer mit leeren Händen da stehen wollen», moniert Vehanen.

Pech im Spiel, Glück in der Liebe

In seiner zweiten Saison als Headcoach in Sarnen wird Eetu Vehanen nicht gerade von sportlichem Erfolg verwöhnt. «Nach der äusserst erfolgreichen Aufstiegssaison im Vorjahr durchleben wir nun schwierige Zeiten. Mental ist diese Situation nicht immer einfach. So tut es gut, wenn man nach den Spielen nicht immer nur an den Sport denken und abschalten kann.» Verständlich, die Aussagen des 29-Jährigen, gleicht doch die Saison seiner Schützlinge einem Kampf gegen Windmühlen.

Immerhin privat ist Vehanen das Glück hold, seit einigen Wochen ist der Finne mit einer Schweizerin verlobt. Vielleicht hilft ihm das, den Blick für die positiven Sachen trotz der Misere zu behalten: «Verlieren macht keinem ehrgeizigen Sportler Spass. Motivierend ist jedoch, dass wir uns Woche für Woche mit den stärksten Teams der Schweiz messen dürfen – und das oftmals vor einer schönen Zuschauerkulisse.» Eine solche ist auch beim bevorstehenden Auswärtsspiel gegen Köniz am kommenden Sonntag zu erwarten. Gegen die Berner, ein Team aus dem vorderen Mittelfeld der Liga, dürfte es für die Obwaldner erneut schwer werden, Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Obwohl: Die bislang eingefahrenen drei Punkte realisierte Ad Astra alle auf fremdem Terrain. Die Hoffnung auf Punktezuwachs lebt. (jh)

Unihockey, NLA-Männer. Sonntag. 16.30: Köniz – Ad Astra Sarnen (Weissenstein, Bern).