Aggressive Langnau Tigers überfordern Ad Astras Unihockeyaner

Sarnen kassiert gegen den Tabellennachbarn aus Langnau eine empfindliche 1:12-Niederlage.

Melk von Flüe
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Ad Astra Sarnen ist derzeit auf verlorenm Posten.

Ad Astra Sarnen ist derzeit auf verlorenm Posten.

Simon Abächerli

Nach 55 Minuten hatte Ad Astras Goalie Mario Britschgi genug: Wutentbrannt warf er nach dem zwölften Gegentreffer seinen Helm weg und liess sich auswechseln. Seine Vorderleute liessen Britschgi ein ums andere Mal im Stich, sodass die Angreifer der Tigers Langnau einfaches Spiel hatten, den Sarner Keeper zu überwinden. Das Endresultat von 1:12 aus Sicht des Heimteams ging auch in dieser Höhe in Ordnung. Denn die Obwaldner liessen für einmal auch den Willen vermissen, sich gegen die Niederlage zu stemmen. Sie ergaben sich fast kampflos ihrem Schicksal.

Die Gäste aus dem Emmental, eine Mannschaft ohne Ausländer im Kader, dominierten die Partie von der ersten Sekunde an. Sie setzten die ballführenden Sarner mit aggressivem Pressing sofort unter Druck und provozierten dadurch immer wieder Ballverluste und Fehlzuspiele. «Sie haben uns regelrecht überfahren. Wir waren 60 Minuten lang nicht auf dieses Tempo eingestellt», so die schonungslose und ehrliche Analyse von Roger Berchtold. Ad Astras Verteidiger – wie auch seinen Mitspielern – war nach dem Spiel die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Denn zu den defensiven Aussetzern gesellte sich auch noch eine offensive Flaute. Die fehlende Präzision im Aufbauspiel verunmöglichte kontrollierte Angriffe. «Wir haben zu wenig kreiert und waren ideenlos», befand Berchtold. «Wenn wir mal zehn Sekunden lang den Ball hatten, war dies schon viel.»

Misslungene Playout-Hauptprobe

Auch wenn Ad Astra in seiner ersten NLA-Saison bereits einige deutliche Niederlage kassiert hat: Diese gegen Langnau schmerzt besonders. Einerseits, weil das Team von Eetu Vehanen zuletzt den Eindruck erweckte, endlich in der NLA angekommen zu sein. Der Sieg gegen Thun (5:4) und der gute Auftritt im Derby gegen Zug (5:8) liessen einen Aufwärtstrend erahnen. Die Natipause bremste diesen Schwung allerdings. «Die Pause kam für uns zum einem schlechten Zeitpunkt», sagte Roger Berchtold. Man habe gut trainiert und sei heiss auf das Spiel gegen Langnau gewesen. Umso unerklärlicher sei die schwache Leistung. Andererseits muss die Niederlage zu denken geben, weil die Tigers Langnau ein möglicher Gegner in den bevorstehenden Playouts ist. Bei Ad Astra hatte man das Spiel vom Samstag denn auch als Playout-Hauptprobe bezeichnet. Diese ging gehörig schief. Das 1:12 lässt darauf schliessen, dass den Obwaldnern ein harter Abstiegskampf bevorsteht.

Ein Weckruf zur richtigen Zeit?

Zwei kleine positive Aspekte gab es rund um die Kanterniederlage gegen Langnau doch. «Dieses 1:12 kommt vielleicht zum richtigen Zeitpunkt», meinte Roger Berchtold – als Weckruf für die Playouts sozusagen. Und: Erstmals in dieser NLA-Saison trug Lauri Liikanen das Ad-Astra-Trikot. Der langzeitverletzte Finne absolvierte das Einwärmen, kam aber noch nicht zum Einsatz. Wird er auf die Playouts hin fit, kann er die willkommene Verstärkung in der Offensive sein, die Sarnen im Kampf gegen den Abstieg dringend benötigt.

Sarnen – Langnau 1:12 (0:3, 1:4, 0:5)
Dreifachhalle. – 470 Zuschauer. – SR Schläpfer/Fässler.Tore: 9. Lauber
(Kropf) 0:1. 13. Jakob (S. Steiner) 0:2. 18. Guggisberg (L. Steiner) 0:3. 22. S. Siegenthaler (M. Steiner) 0:4. 24. Cornel von Wyl (Kunelius) 1:4. 25. S. Siegenthaler (Kropf) 1:5. 35. M. Steiner (Flühmann) 1:6. 38. Meister (Lauber) 1:7. 46. S. Steiner (Guggisberg) 1:8. 49. L. Steiner (Guggisberg) 1:9. 53. Beer (Flühmann/Ausschluss Kunelius) 1:10. 55. S. Steiner (L. Steiner) 1:11. 56. Aeschlimann (M. Steiner) 1:12.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Ad Astra.
Ad Astra Sarnen: Britschgi (56. Amrein); Kunelius, Markström; Läubli, Berchtold; Höltschi; Cornel von Wyl, Basil von Wyl, Savinainen; Roman Schöni, Marco Schöni, Jonas von Wyl; Dubacher, Boschung, Bitterli; Kramelhofer, Durot, Gnos.
Bemerkungen: Ad Astra ohne Liikanen (rekonvaleszent). 13. Timeout Ad Astra.