Die Krienser Squasherin Ambre Allinckx kommt ganz nahe an einen grossen Erfolg heran

Ambre Allinckx gewinnt in Uster ihre erste Medaille an einer Schweizer Einzel-Meisterschaft. Nur ganz wenig fehlt und die 17-Jährige hätte sich gar die Goldene umhängen lassen können.

Stefan Kleiser
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Am Samstag war Ambre Allinckx «ein bisschen sprachlos», wie sie sich entschuldigte – und überwältigt vom Erfolg. Mit einem 3:0 über Nadia Pfister vom Squashclub Fricktal hatte sie sich zum ersten Mal für den Final der Schweizer Einzel-Meisterschaft qualifiziert. Das war zwar ihr Ziel gewesen für den Wettkampf in Uster. «Ich habe gewusst, dass ich gegen Nadia gewinnen kann. Aber ich war trotzdem unsicher. Ich war nervös, weil ich wusste, dass es eine grosse Chance ist.»

So gute Ergebnisse an nationalen Titelkämpfen ist sich die 17-Jährige aus Kriens noch nicht gewohnt. Erst einmal stand die Juniorin zuvor im SM-Halbfinal – im Jahr 2018. Sie könne das Endspiel ohne Druck bestreiten, meinte Ambre Allinckx daher vor dem Duell mit der Zürcher Oberländerin Cindy Merlo, der Titelverteidigerin. «Ich habe sie noch nie geschlagen.» Das sei einfacher, «weil ich im Kopf dann locker bin».

Doch die Lockerheit verflog im Verlauf des Finals. Denn plötzlich fehlten Ambre Allinckx nur zwei gewonnene Ballwechsel zum ganz grossen Erfolg. Die Aussenseiterin, die Squash vor drei Monaten zu ihrem Beruf gemacht hat, gewann den ersten Satz, und der zweite ging ebenfalls nicht an die Nummer 83 der Welt, sondern an die Aussenseiterin. «Da wollte ich natürlich schon gewinnen», erklärt Ambre Allinckx. «Und das hat es vielleicht auch ausgemacht.» Ausgemacht, dass sie am Ende noch 2:3 unterlag.

Sie sei enttäuscht, meinte die Teenagerin ob der verpassten Gelegenheit. «Aber ich finde es auch toll, dass ich zwei Sätze gewonnen habe. Ehrlich: Das habe ich nicht erwartet. Und ich bin sehr zufrieden, dass ich mein bestes Squash gezeigt habe.» Zu Beginn nutzte Ambre Allinckx immer wieder zu kurze Angriffsbälle Merlos zum eigenen Punktgewinn. Nur körperlich habe es ihr am Ende noch nicht ganz gereicht, stellt sie fest. Sie wird daran arbeiten – ab Juli in Barcelona.

Der stärkste Squasher der grossen Krienser Männer-Delegation, Reiko Peter, verpasste dagegen den Einzug ins Endspiel. Er musste sich am Samstag im Halbfinal in fünf Sätzen dem Sihltaler Dimitri Steinmann geschlagen geben. Ihm war er bereits vor einem Jahr im Halbfinal unterlegen. Allerdings war Reiko Peter nach der Niederlage nur mit dem Ergebnis unzufrieden – nicht aber mit seiner Leistung. «Es war sicher eines der besseren Spiele in letzter Zeit», urteilt er. «Ich hatte eine gute Balance im Spiel.»

Allerdings sei Steinmann im fünften Satz aktiver geworden «und ich konnte nicht mehr so gut vorne stehen.» Im Spiel um Rang drei gelang Peter dann ein 3:1 über den Ustermer Robin Gadola. Und Roman Allinckx beendete die SEM nach der erwarteten Viertelfinal-Niederlage gegen den späteren Gewinner Nicolas Müller (Sihltal) sowie zwei Siegen in den Klassierungsspielen auf dem fünften Platz.

Uster ZH. Squash. Schweizer Einzelmeisterschaften. Männer. Halbfinals: Nicolas Müller (Sihltal/A1.1) s. Robin Gadola (Uster/A1.4) 11:6, 11:6, 11:4. Dimitri Steinmann (Sihltal/A1.2) s. Reiko Peter (Kriens/A1.3) 11:8, 10:12, 11:7, 5:11, 11:7. – Spiel um Rang 3: Peter s. Gadola 13:15, 11:7, 11:4, 11:7. – Final: Müller s. Steinmann 11:8, 11:7, 11:4.

Frauen. Halbfinals: Cindy Merlo (Winterthur/A1.1) s. Céline Walser (Fricktal/A1.3) 11:8, 11:6, 11:8. Ambre Allinckx (Kriens/A1.2) s. Nadia Pfister (Fricktal/A1.4) 11:8, 11:9, 11:6. – Spiel um Rang 3: Walser s. Pfister 11:5, 11:6, 11:6. – Final: Merlo s. Allinckx 8:11, 7:11, 11:9, 11:8, 11:5.