Die Tennis-Allmend-Frauen schaffen die Punktlandung

Im NLB-Interclub sichern sich die Frauen von Allmend Luzern mit einem 3:3 gegen die Grasshoppers den Ligaerhalt. Die Lido-Frauen verpassen den Aufstieg knapp, Allmends Männer schnuppern am Gruppensieg.

Albert Krütli
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Es war ein aufwühlender Samstag für das Allmend-Team. Die Luzernerinnen brauchten zum Saisonabschluss im Heimspiel gegen Grasshopper mindestens ein 3:3, um den anvisierten Ligaerhalt feiern zu können. Selina Kaufmann (R2) hatte zum Auftakt gegen Tamara Arnold (R1) ebenso wenig zu bestellen wie danach Florence Fischer (R1) gegen Lea Gietz (N4.58). Die beiden Zürcherinnen waren ganz einfach zu stark.

Und so lastete zusätzlicher Druck auf Sina Amrhein (N4.63) und Kristina Milenkovic (N3.33). Amrhein lag gegen Aline Thommen (N3.43) schnell 5:0 in Führung, brachte den Satz auch mit 6:2 ins Trockene. Den zweiten Satz verlor Allmends Nummer 2 mit 6:7, wobei sie sich das Leben mit einigen Doppelfehlern gleich selber schwer machte. In Durchgang drei überzeugte Amrhein von der Grundlinie aus mit Vorhand- und Rückhandschlägen aus einem Guss, aber der Aufschlag blieb eine Wundertüte. Dank ihrer positiven Einstellung und Abgeklärtheit setzte sie sich dennoch mit 6:4 durch und verkürzte auf 1:2.

Der wichtige Ausgleich zum 2:2

Mit dem ersten Punktgewinn konnte Kristina Milenkovic gegen Nicole Gadient (N3.38) etwas beruhigter in die Partie steigen, auch wenn sie zusätzlich gegen eine Erkältung und damit verbundene Gliederschmerzen zu kämpfen hatte. 6:4 gewann Luzerns Nummer 1 den Startsatz, verlor den zweiten Durchgang aber mit 3:6. Unterstützt vom zahlreichen Heimpublikum fand Milenkovic zu ihrem Spiel zurück und zeigte fantastisches Tennis – vor allem ihr Rückhand-Slice war eine Augenweide. Nach zwei vergebenen Matchbällen musste sie den 5:5-Ausgleich hinnehmen, konterte aber gleich und triumphierte mit 7:5. Es war der Lohn für eine starke Willensleistung und es war vor allem der so wichtige Ausgleich zum 2:2.

Ein Punkt in den abschliessenden zwei Doppel reichte den Aufsteigerinnen der letzten Saison somit zum Ligaerhalt. Und so entschied sich Captain Corinne Erni, zwei ausgeglichene Paarungen aufzustellen, damit die Hoffnung nicht bloss auf einem Duo ruhte. Und die Rechnung ging perfekt auf: Florence Fischer und Nicole Riner (1) forderten Gadient/Arnold trotz der 3:6, 3:6-Niederlage alles ab. Sina Amrhein und Corinne Erni hatten aber Thommen/Gietz im Griff: Amrhein bereitete die Punkte immer wieder mit langen Crossbällen vor, die mittlerweile 45-jährige Erni, entsprechend routiniert, aber immer noch agil, schloss am Netz Mal für Mal erfolgreich ab. 6:3, 6:4 siegte das eingespielte Doppel – die Allmend-Fans feierten ausgelassen mit ihren Spielerinnen. Erni war überglücklich: «Wer hätte das gedacht. Vor der Saison sahen uns beinahe alle als Absteigerinnen. Doch es zeigte sich wieder einmal, dass zuerst alles gespielt werden muss. Die kurzfristige Verpflichtung von Kristina Milenkovic hat sich gelohnt. Ich bin extrem stolz, dass wir als reines Zentralschweizer Team unser Saisonziel erreicht haben.»

Die Frauen von Luzern Lido wiederholten ihren zweiten Platz aus der letzten Saison. Ja, diesmal lag sogar der Aufstieg in Reichweite. Mit dem 6:0-Auswärtssieg erfüllten die Luzernerinnen gegen den Geneva Country Club ihre Pflicht makellos. Dem meistgehandelten Favoriten Zofingen, reichte aber das 3:3 gegen Hörnli Kreuzlingen zum ersten Platz – nur gerade einen Punkt vor Lido. Entscheidend war somit die bittere 0:6-Niederlage zum Auftakt gegen Zofingen. «Schade, dass es nicht gereicht hat», sagte Captain Chiara Volejnicek, «aber ich bin trotzdem mit unserer Leistung sehr zufrieden.» Übrigens: Weil das Centre Sportif de Cologny freiwillig auf die kommende NLA-Saison (mit dem TC Sursee) verzichtete, bekam auch Lido das Angebot für den frei werdenden Platz. «Wir haben abgesagt, weil wir unser Team nicht verändern wollten. Und ohne Verstärkung wären wir chancenlos gewesen», erklärt Volejnicek. «Diesmal hätten wir den Aufstieg wohl angenommen. Aber das hätte ich nicht allein entscheiden können, auch die Donatoren und der Club müssten einverstanden sein.»

Allmend-Männer steigern sich

In der letzten Saison belegten die Männer von Allmend Luzern den dritten Platz. In diesem Jahr schaute gar der zweite Rang heraus. Beim 7:2-Sieg in Teufenthal wäre gar ein 9:0 möglich gewesen, aber selbst das hätte nicht zum Gruppensieg gereicht, weil bei Punktgleichheit die Direktbegegnung entscheidet – und die verloren die Luzerner gegen Sonnenberg mit 4:5. Die Zürcher machten mit dem 7:2 gegen Büsingen alles klar. Im entscheidenden Spiel um den NLA-Aufstieg kommt es am kommenden Samstag zur Partie Sonnenberg – LTC Winterthur. Allmends Captain Philipp Dillschneider hatte für seine Mannschaft nur Lob übrig: «Wir zeigten eine Supersaison, mit diesem Team ist es eine wahre Freude.» Dillschneider freute sich vor allem für seine drei Neuzuzüge Adam Moundir (24), die neue Nummer 1 der Zentralschweiz, Jonas Schär (18) und Noah Lòpez (17), die die Erwartungen mehr als erfüllten. Und Routinier Raphael Lustenberger (30), der Ende Juli mit Grasshopper ZH auch gleich noch die NLA-Saison bestreiten wird, war der gewohnt sichere Wert.

Gruppe 1. 5. und letzte Runde: Teufenthal – Allmend Luzern 2:7. Sonnenberg – Büsingen 7:2. Drizia Genf – Horgen 0:9. – Schlussrangliste (alle 5 Spiele): 1. Sonnenberg 32. 2. Allmend Luzern 30. 3. Büsingen 26. 4. Teufenthal 24. 5. Horgen 22. 6. Drizia Genf 1. – Sonnenberg spielt um den Aufstieg in die NLA, Drizia Genf steigt in die NLC ab.

Teufenthal – Allmend Luzern 2:7

Frank Wintermantel (N2.28) s. Peter Torebko (N1.10) 3:6, 6:2, 6:3. Yannik Steinegger (N3.34) v. Adam Moundir (N2.12) 6:7, 0:6. Patrik Hartmeier (N3.41) v. Raphael Lustenberger (N2.14) 0:6, 5:7. Yanik Kälin (N3.63) v. Jonas Schär (N3.32) 6:7, 1:6. Dario Huber (N3.69) v. Noah Lòpez (N4.81) 1:6, 3:6. Jasin Jakupi (N4.104) v. Matej Kostadinov (R1) 5:7, 6:3, 6:7. Hartmeier/Huber s. Torebko/Moundir 6:3, 4:6, 12:10. Steinegger/Daniel Lüdi (N4.84) v. Schär/Lòpez 7:5, 6:7, 6:10. Wintermantel/Philippe Ruch (R2) v. Lustenberger/Kostadinov 6:4, 1:6, 5:10.

Gruppe 2. 5. und letzte Runde: LTC Winterthur – Geneva Country Club 9:0. Lugano 1903 – Seeblick Zürich 6:3. Rapperswil – Frohberg 2:7. – Schlussrangliste (alle 5 Spiele): 1. LTC Winterthur 32. 2. Seeblick Zürich 31. 3. Lugano 1903 30. 4. Frohberg 18. 5. Rapperswil 13. 6. Geneva Country Club 11. – Winterthur spielt um den NLA-Aufstieg, Geneva Country Club steigt in die NLC ab.

NLB-Final: Sonnenberg – Winterthur (Samstag, 22. Juni). – Sieger steigt in die NLA auf.

Gruppe 1. 5. Und letzte Runde: Allmend Luzern – Grasshopper ZH 3:3. Geneva Country Club – Luzern Lido 0:6. Zofingen – Hörnli Kreuzlingen 3:3. – Schlussrangliste (alle 5 Spiele): 1. Zofingen 21. 2. Luzern Lido 20. 3. Hörnli Kreuzlingen 18. 4. Geneva Country Club 12. 5. Allmend Luzern 10. 6. Grasshopper ZH 9. – Zofingen steigt in die NLA auf, Grasshopper ZH steigt in die NLC ab.

Allmend Luzern – Grasshopper ZH 3:3

Kristina Milenkovic (N3.33) s. Nicole Gadient (N3.38) 6:4, 3:6, 7:5. Sina Amrhein (N4.63) s. Aline Thommen (N3.43) 6:2, 6:7, 6:4. Florence Fischer (R1) v. Lea Gietz (N4.58) 2:6, 2:6. Selina Kaufmann (R2) v. Tamara Arnold (R1) 0:6, 0:6. Fischer/Nicole Riner (R1) v. Gadient/Arnold 3:6, 3:6. Amrhein/Corinne Erni (R1) s. Thommen/Gietz 6:3, 6:4.

Geneva Country Club – Luzern Lido 0:6

Naïma Karamoko (N3.34) v. Sandy Marti (N2.19) 6:4, 3:6, 2:6. Marie Mettraux (N3.45) v. Jessica Crivelletto (N3.32) 3:6, 5:7. Olivia Sonnekus-Williams (N4.60) v. Chiara Volejnicek (N4.54) 0:6, 3:6. Marie Vicente (N4.75) v. Sarah Ottomano (N4.60) 1:6, 2:6. Karamoko/Sonnekus-Williams v. Crivelletto/Volejnicek 0:6, 4:6. Mettraux/Vicente v. Marti/Ottomano 1:4 w.o.

Aufstieg, 2. Runde: Allmend Luzern – Dählhölzli BE 5:4. – 3. Runde, Samstag, 22. Juni: CT Neuchâtel – Allmend Luzern.

Allmend Luzern – Dählhölzli BE 5:4

Yaka Sokolaj (R1) v. Marc Hofer (R1) 4:6, 2:6. Jan Viol (R2) s. Noah Maertens (R2) 6:4, 2:6, 6:2. Cyrill Enz (R2) s. Timo Tänzer (R3) 7:6, 6:4. Cédric Dollé (R2) v. Marcus Von Nordheim (R3) 1:6, 3:6. Silvan Lustenberger (R2) v. Jan Dernic (R3) 3:6, 4:6. Mirko Richter (R3) s. Hendrik Krämer (R5) 6:1, 6:2. Sokolaj/Dollé v. Hofer/Maertens 6:7, 1:2 w.o. Viol/Richter s. Von Nordheim/Dernic 6:2, 6:1. Enz/Lustenberger s. Tänzer/Krämer 6:3, 6:3.

Alle Resultate unter: swisstennis.ch/interclub